Donnersbergkreis Zur Sache: Mit dem Kita-Essen hat 2015 alles angefangen

Der erste Steinbacher „Mittagstisch der Generationen“ fand im Oktober 2015 statt. Ausgangspunkt war, dass in der nahe des Bürgerhauses gelegenen Kindertagesstätte das Mittagessen eingeführt worden ist. „Dabei ist die Idee entstanden, das Essen einmal im Monat für alle Bürger zu öffnen“, berichtet Ortschef Reiner Bauer der RHEINPFALZ. Die ersten Male habe man die Gerichte über das Hofgut Neumühle bezogen, das auch den Kindergarten beliefert. „Das hat aber schnell so eine Größenordnung angenommen, dass wir einen eigenen Caterer beauftragt haben“, so Bauer. Seit Anfang 2016 bekocht Thorsten Schneider, Inhaber eines Catering-Services in Steinbach, an jedem zweiten Dienstag im Monat Jung und Alt in „Schdoabach“. Ausnahme: Im Juli ist Sommerpause, im August geht’s zusammen auf das Residenzfest nach Kirchheimbolanden. Hat Schneider Urlaub, springen andere ein: beispielsweise die Feuerwehr, die mit Oliver Klein und Thomas Heeger selbst zwei Köche in ihren Reihen hat, der Fleischmarkt Herrbruck oder wie jüngst das Ehepaar Lessmeister vom Gasthaus Wildensteiner Tal. Der Preis pro Mahlzeit beträgt sieben Euro inklusive alkoholfreier Getränke. Die Ortsgemeinde stellt die Räume im Bürgerhaus zur Verfügung und kümmert sich in Person von Bauer um die Organisation. Das „Küchenpersonal“ rekrutiert sich aus ehrenamtlichen Helferinnen der Landfrauen und des VdK-Ortsverbands. Mit im Boot ist auch der Gesangverein: Er stellt die Notenmappen zur Verfügung, aus denen alle gemeinsam – von Bauer am Klavier begleitet – am Ende das „Volkslied des Monats“ singen. Weitere Angebote sollen eingebunden werden: So hatte die AOK an einem Termin vor dem Essen zu einem Kurs in Bewegungsförderung eingeladen. Bisheriger Höhepunkt: Die Steinbacher durften ihr Projekt im vorigen Herbst auf der „Mittagstisch-Starterwoche“ in Berlin vorstellen. Veranstalter war die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), die es sich zum Ziel gesetzt hat, in ganz Deutschland Mittagstische für Senioren zu etablieren. „Was sie wollten, hatten wir im Grunde bereits alles auf dem Sender – von saisonalen Gerichten bis hin zu einem Begleitprogramm wie dem gemeinsamen Singen“, sagt Bauer. Den „Mittagstisch der Generationen“ sieht er gegenüber ähnlichen Projekten zumindest in einer Hinsicht im Vorteil: „Andernorts ist so etwas oft nur Anhängsel einer Einrichtung, etwa eines Altersheims. Bei uns sind diese Treffen durch die Beteiligung der Kita und der Vereine fest ins Dorf verwurzelt – das macht mich sehr froh.“
