Donnersberger Echo
Warum Kaiserslautern jetzt Teil des Donnersbergkreises ist
Vergessen Sie New York! Zugegebenermaßen, der Big Apple hat fast alles zu bieten, jede Menge Stadtviertel mit internationalem Flair – wie Little Italy, Little India, sogar Little Poland oder Little Albania. Aber nur im Donnersbergkreis entsteht demnächst Little K-Town (Die Bezeichnung K-Town hat sich unter amerikanischen Soldaten und deren Angehörigen für die Stadt Kaiserslautern durchgesetzt).
Wer braucht also schon Klein-Italien, -Indien, -Polen oder -Albanien, wenn er sich einen Teil der Barbarossastadt einverleiben kann?! Ohne weiteres Zutun! Die Idee stammt vom Hamburger Projektentwickler Panattoni, der in Göllheim einen großen Gewerbepark bauen will. Der – natürlich, wer hätte anderes erwarten können? – „Panattoni Park Kaiserslautern Ost“ heißen wird. Klingt ja auch gleich viel großstädtischer, und was sind schon die 30 Kilometer Autobahn, die zwischen Göllheim und dem östlichen Lauterer Stadteingang liegen? Nun, in Hamburg vermutlich nicht viel. In Berlin noch weniger. In New York nicht mal der Rede wert ...
Wald, Gemeinde, Nichts, Wald, Gemeinde, ...
In der pfälzischen Provinz aber wirkt das Ganze dann doch ein wenig unfreiwillig komisch. Dort liegen nämlich auf der 30 Kilometer langen Strecke zwischen Kaiserslautern Ost und „Kaiserslautern Ost“ zig Gemeinden sowie eine für den Durchschnitts-New-Yorker kaum vorstellbare Menge Wald.
„Gewerbepark Göllheim“ wäre wohl ein bisschen fad gewesen. Denn immerhin liegt das Areal ja nicht irgendwo, sondern „an einem wichtigen europäischen Logistikkorridor“, wie es in der Pressemeldung des Unternehmens heißt. Da wird die „Nähe zu Kaiserslautern, Mannheim, Frankfurt sowie der gesamten Rhein-Neckar-Region mit etwa 550.000 Einwohnern“ angeführt. Und: „Die Autobahnen A63 und A6 sind in wenigen Fahrminuten und ohne Ortsdurchfahrten zu erreichen, auch Logistikknotenpunkte wie der Frankfurter Flughafen sind in circa 45 Autominuten erreichbar.“ Klingt gar nicht schlecht, und es wird noch besser: „Über den zweitgrößten Binnenhafenkomplex Deutschlands, in Mannheim/Ludwigshafen, besteht zudem eine hervorragende multimodale Anbindung an die großen Seehäfen Europas.“ Mal ehrlich: Hätten Sie nur die letzten Zeilen dieser Beschreibung gelesen, hätten Sie sofort an einen Standort im Donnersbergkreis gedacht?
Von außen sieht man manchmal mehr
Aber es ist gar nicht so falsch: Die Nähe zu Autobahnen, zu einem der größten Flughäfen Europas und zur Binnenschifffahrt sind in der Tat ein echter – immer wichtigerer – Standortvorteil. Das unterschätzen auch wir Einheimischen, wenn wir über unsere Region sinnieren: Wir haben mehr Grün, mehr Natur als andere, mehr Ruhe – das sind die ersten Vorzüge, die uns in den Sinn kommen. Tatsächlich aber haben wir auch noch immenses Potenzial, um in der modernen, schnelllebigen, termingetriebenen Wirtschaftswelt alles andere als hinten runterzufallen. Nicht umsonst haben sich ja in der Vergangenheit schon große Unternehmen für den Donnersbergkreis entschieden. Zu Zeiten, als die Infrastruktur noch gar nicht mit der heutigen vergleichbar war.
Wenngleich Projektentwickler Panattoni natürlich daran interessiert ist, seinen geplanten Gewerbepark auch in der angesprochenen Pressemeldung möglichst positiv zu verkaufen, so ist es doch ganz interessant zu sehen, was der Blick von außen so alles in und an unserer Region entdecken kann. Und jetzt besitzt der Kreis ja sogar noch eine Little Großstadt ...