Donnersbergkreis Von der Tafel – für die Tafel

Blätterteigteilchen salzig und süß, Blaubeer-Zimtschnecken und mehr: Die Jugendlichen arbeiteten motiviert und konzentriert mit
Blätterteigteilchen salzig und süß, Blaubeer-Zimtschnecken und mehr: Die Jugendlichen arbeiteten motiviert und konzentriert mit Alexander Wurster vom Parkhotel Schillerhain.

„Das war voll gut; das müssen wir unbedingt wiederholen!“ So lauteten die Kommentare von neun Schülerinnen und Schülern der Rockenhausener Förderschule am Donnerstagvormittag. Die Jugendlichen, die alle unter einem ganzheitlichem Förderschwerpunkt betreut werden, hatten gemeinsam mit Alexander Wurster, Geschäftsführer vom Parkhotel und Restaurant Schillerhain in Kirchheimbolanden, gekocht und gebacken.

Wie Klassenlehrerin Barbara Keßeler berichtet, läuft seit Januar in ihrer Klasse eine Unterrichtseinheit über Ernährung, wozu auch der Aspekt „Resteverwertung“ gehört. Die Frage lautete: „Wenn man Reste nicht wegwirft, was kann man aus ihnen noch Schmackhaftes zubereiten?“ Als Kreisvorsitzender des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) war Wurster gern bereit, sich mit seinen langjährigen Erfahrungen als Koch in die Kampagne „Rheinland-Pfalz isst besser“ des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten einzubringen. Laut Keßeler wurde das Thema etwas verändert: „Wir haben uns überlegt, Lebensmittel von der Rockenhausener Tafel zu holen, diese kreativ zu verkochen, um sie dann am Nachmittag wieder zur Tafel zu bringen, damit unsere Koch- und Backergebnisse verteilt werden können. Somit werden abgelaufene Lebensmittel wieder verwertet. Die Idee mit der Tafel kam uns, da wir derzeit ein Schulprojekt mit ihr laufen haben und regelmäßig Jugendliche aus der Schule dort aushelfen und zum Beispiel Gemüse putzen.“ Am Beginn der Veranstaltung stand ein kleiner Exkurs in Sachen Resteverwertung, der mit reger Schülerbeteiligung zu ersten Ergebnissen führte. Wie kann man die klassischen Reste – Brot, Gemüse, Obst, Kartoffeln ... – noch sinnvoll weiter verwerten? Es wurde auch thematisiert, wie man Reste vermeiden kann: Immer mit Vernunft einkaufen (Einkaufszettel!) und nicht vor dem Essen einkaufen, denn Hunger führt zu unkontrolliertem Vielkauf. Danach wurde in der Lehrküche diskutiert: „Was können wir mit den vorhandenen Lebensmitteln machen?“ Mit Hilfe des Profikochs sowie der Homepage „chefkoch.de“, die auf den schuleigenen Tablets aufgerufen wurde, einigte man sich und bildete drei Gruppen, die sich mit den folgenden Gerichten verwirklichen wollten: „Blaubeer-Zimtschnecken“, „Blätterteig-Teilchen in zwei Variationen, einmal süß mit Apfel-Ananas-Kompott, zum anderen salzig mit gehackten Pilzen, Paprika, Tomaten und Käse“ und „Avocado-Schoko-Kuchen“ als vegane Variante. Da am Ende noch viele Pilze, Zwiebeln und Küchenkräuter übrig waren, steuerte Wurster noch ein Omelett mit diesen Zutaten bei. Weil mit Sabine Dech eine weitere pädagogische Fachkraft zur Verfügung stand, konnte jede Gruppe von einer erwachsenen Person begleitet werden. Das Schneiden von Tomaten, Paprika, Kräutern etc. übernahm allerdings aus Sicherheitsgründen Alexander Wurster. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten motiviert und konzentriert – bei Rührstab und Handmixer war professionelle Handhabung zu erkennen. Auch das weniger beliebte Abspülen und Saubermachen wurde ohne Murren erledigt. Am Ende waren alle Gerichte gelungen und wurden auf einem großen Tisch ausgestellt. Wurster verteilte Appetithäppchen – alle sehr wohlschmeckend – und wies nochmals darauf hin, wo und wie die Reste, also in diesem Fall die abgelaufenen Lebensmittel, eingesetzt wurden. Außerdem lud er zum Nachmachen und Ausprobieren zu Hause ein. Froh war die Klassenlehrerin über seine Bereitschaft, bei Bedarf im nächsten Jahr wiederzukommen.

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