Marnheim RHEINPFALZ Plus Artikel Unfallschwerpunkt bei Marnheim? Polizei klärt auf

An dem Unfall Ende Mai 2026 auf Höhe der Grünmülldeponie waren drei Fahrzeuge beteiligt. Eine Person wurde dabei schwer verletzt
An dem Unfall Ende Mai 2026 auf Höhe der Grünmülldeponie waren drei Fahrzeuge beteiligt. Eine Person wurde dabei schwer verletzt.

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Zusammenstößen auf der Strecke – zuletzt Ende Mai. Mehrere RHEINPFALZ-Leser wunderte das nicht. Die Reaktionen.

Die B47 wird im Bereich der Ortseinfahrt Marnheim zur L401 und führt dann weiter in Richtung Bolanderhof. Auf halber Strecke zwischen Marnheim und Bolanderhof geht es scharf rechts zum Grüngutsammelplatz – zu scharf, wie mehrere RHEINPFALZ-Leser monierten. Ende Mai war es an dieser Stelle zu einem schweren Unfall mit Rettungshubschraubereinsatz gekommen. Reaktionen gab es danach auf verschiedenen Kanälen.

B47: Mehrere Unfälle in den vergangenen Jahren

Auf der Plattform Facebook schreibt etwa ein Nutzer: „Es war bei mir auch schon sehr oft mehr als knapp an der Grünmülldeponie. Wer so eine Abfahrt genehmigt, sollte sich echt mal Gedanken machen.“ Eine andere Nutzerin formuliert: „Ich verstehe es auch nicht, wieso da nicht schon längst eine Abbiegespur gemacht wurde. Das ist so gefährlich dort.“

Fakt ist: Von Marnheim kommend ist die Abfahrt zum Grüngutsammelplatz aus der Ferne nicht gut zu erkennen. Ausgeschildert ist die Anlage ebenfalls nicht. Und erlaubt ist hier immerhin Tempo 70. Sonderlich langsam fahren Autos hier also auch nicht vorbei. In den vergangenen Jahren kam es in diesem Bereich immer wieder zu Unfällen.

Besonders zwischen Marnheim und Dreisen ereigneten sich mehrfach schwere Zusammenstöße, so etwa 2019, 2021 oder 2022. Auch im Jahr 2025 wurde der Polizei an der Stelle ein schwerer Unfall gemeldet. Hängen diese Ereignisse im Streckenabschnitt von wenigen hundert Metern miteinander zusammen? Hat die Polizei an der L401 und der B47 bei Marnheim gar einen Unfallschwerpunkt ausgemacht? Nein, macht ein Sprecher der Polizeiinspektion (PI) Kirchheimbolanden auf RHEINPFALZ-Anfrage deutlich.

Polizei: „Kein Bedürfnis, Maßnahmen zu ergreifen“

„In unserem gesamten Dienstgebiet sind uns nach aktueller Datenlage keine Gebiete mit Unfallschwerpunkt bekannt“, sagt der Polizeisprecher. Eine Auswertung der vergangenen drei Jahre hat zwar ergeben, dass auf der Strecke viele Unfälle registriert wurden – bei der Mehrheit handelte es sich aber um Wildunfälle. Der Polizeisprecher erläutert: „In dem genannten Bereich auf der L401 waren in den vergangenen drei Jahren von zehn Unfällen insgesamt sieben Wildunfälle. Auf der B47 waren es in dem genannten Bereich bei insgesamt 18 Unfällen zehn Wildunfälle.“

Die Abfahrt zur Grünmülldeponie hat die Polizei ebenfalls als neuralgischen Punkt, also als besonders kritische Stelle, im Straßenverkehr ausgemacht. „Hier habe ich persönlich die Unfallzahl höher erwartet“, sagt der Sprecher. Doch in den vergangenen drei Jahren seien hier lediglich drei Unfälle gemeldet worden.

Die Strecken B47 und L401 sind laut Polizeiangaben im Bereich Marnheim hoch frequentierte Straßenabschnitte. Dass an solchen Stellen schnell ein hohes Gefährdungspotenzial in der öffentlichen Wahrnehmung ausgemacht wird, sei daher gar nicht so ungewöhnlich. Aus polizeilicher Sicht gilt aber: „Anhand der uns vorliegenden Daten sehen wir in den genannten Bereichen kein großes Bedürfnis, um Maßnahmen zu ergreifen.“ Der jüngste schwere Unfall am Grüngutsammelplatz ist laut Polizeiangaben „ein Einzelfall, den wir uns so natürlich nicht wünschen.“

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