Donnersbergkreis
Traglufthalle für ein Schwimmbad im Kreis: Plan aufgeschoben, nicht aufgehoben
Auf allen Ebenen hat die Energiekrise in jüngster Vergangenheit so manchem großen und kleinen Plan ein Schnippchen geschlagen. So ist auch die Frage nach einer aufblasbaren Halle für eines der Freibäder im Donnersbergkreis erstmal in den Hintergrund gerückt.
Anfang 2022 hatte Landrat Rainer Guth im RHEINPFALZ-Gespräch von diesen Plänen berichtet. Zuvor hatte sich bei den Schuleingangsuntersuchungen herausgestellt, dass nur etwa sieben Prozent der Schulanfänger im Donnersbergkreis schwimmen können, wie Guth damals geschildert hatte. Bei einem Treffen von Vertretern von Schwimmvereinen und Ortsgruppen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), von Verbandsgemeinden, die ein Bad betreiben, sowie des Sportkreises war man sich schnell einig geworden, dass es an Wasserzeiten für Schulen, Vereine und DLRG mangelt. Vor allem in den Wintermonaten, wenn lediglich das Kibobad – als das einzig überdachte Schwimmbad im Kreis – zur Verfügung steht.
Auch Vorbild in Mainz nicht aufgebaut
Auf Sicht Abhilfe schaffen soll eine Traglufthalle, eine aufblasbare Halle, die das Schwimmbecken umgibt. Bereits 2019 war diese Idee erstmals aufgekommen, dann aber hätten zunächst der Umbau des Winnweilerer Schwimmbads und später die Pandemie das Thema vom Tisch gewischt, sagte Guth damals. Drei Jahre später war man ein ganzes Stück weiter: Eine Delegation aus dem Kreis hat sich im Januar 2022 in Worms und Mainz, wo solche Traglufthallen über den Freibädern aufgebaut sind, ein Bild gemacht. Welcher der möglichen Standorte im Donnersbergkreis – Winnweiler, Rockenhausen oder Eisenberg – sich am besten eignen könnte, diese Entscheidung stand noch aus.
Sie hat aber auch noch etwas Zeit. Denn aufgrund der so stark gestiegenen Energiekosten ist das Projekt erstmal in die Ferne gerückt. Auch das Mainzer Taubertsbergbad, wo sich die Donnersberger Delegation vor gut einem Jahr die neue Anlage angeschaut hatte, hat seine Traglufthalle in diesem Winter – ein Jahr nach der Premiere – nicht aufgebaut.
Projekt soll nicht aus den Augen verloren werden
Die mit Heißluft betriebenen Traglufthallen werden mittels eines Gebläses durchgängig aufgeblasen, zudem muss – trotz Isolation – auch im Inneren geheizt werden, damit Schüler und Vereinsmitglieder dort schwimmen können. Kein Wunder also, dass der Landrat sich auf RHEINPFALZ-Nachfrage festlegt und sagt: „Dieses Jahr wird das sicher nichts mehr.“ Allerdings unterstreicht er auch: „Wir verlieren das Projekt nicht aus den Augen.“ Denn das Problem, dass immer weniger Kinder schwimmen können, bleibe nun mal bestehen. Daher „sind wir im Hintergrund nicht untätig in dieser Frage“, sagt Guth. Wenngleich solche sogenannten freiwilligen Leistungen einer Kommune in Zeiten leerer Kassen kritisch beäugt werden, so sei „Schwimmenlernen als Daseinsfürsorge“ zu betrachten.
Unter einer Traglufthalle versteht man eine aufblasbare, elastische, luftdichte Hülle (oft aus Polyester), die über einer festen Bodenplatte befestigt ist. Ihr Vorteil: Traglufthallen sind günstiger als massive Hallen und können natürlich auch schneller – oft innerhalb weniger Wochen – aufgebaut werden. Häufig werden sie übergangsweise als Messehallen oder Sportstätten genutzt, aber eben auch in Freibädern, damit auch im Winter dort geschwommen werden kann.