Kommentar
Stadtbürgermeisterwahl Rockenhausen: Viel Arbeit in vergiftetem Klima
Vettermann oder Aydin: Wer dieser Tage in Rockenhausen nach einem Tipp für die Stadtbürgermeisterwahl fragte, erntete oft Schulterzucken – gefolgt vom Satz: „Es wird knapp.“ Hier der Bonus des FDP/CDU-Amtsinhabers, dort der SPD-Herausforderer mit der stärksten Ratsfraktion im Rücken: Die Konstellation versprach Spannung – und hielt sie bis zum Schluss.
Der Sieg Vettermanns ist daher keine Sensation. Ebenfalls nicht, dass die SPD im Wahlkampf mit teils harten Bandagen – von der Gegenseite nicht zimperlich erwidert – versucht hat, den Platz an der Sonne zurückzuerobern. Aber offenbar haben der Stadtchef sowie seine Unterstützer von FDP, CDU und FWG die Mehrheit der Bürger überzeugt, dass für den fraglos vorhandenen Stillstand in Rockenhausen nicht die bisherige Stadtspitze nicht verantwortlich ist. Klar ist aber auch: Nun müssen Vettermann und Co. liefern. Schlosshotel, Stadtsanierung, MVZ, Gewerbegebiet – Themen, die in der Warteschleife sind, gibt es genug.
Und das alles in einem derart vergifteten politischen Klima, dass es andernorts im Kreis kürzlich hieß: „Wir wollen keine Rockenhausener Verhältnisse.“ Der neue Stadtrat muss an der Außendarstellung und dem Innenverhältnis arbeiten – so wie in letzter Zeit darf es nicht weitergehen! Das ist vielleicht Vettermanns wichtigste Aufgabe, die er aber nicht alleine bewältigen kann. Dass dies seit 2019 nicht gelungen ist, macht es nicht einfacher.

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