Rockenhausen
Stadtbürgermeisterwahl: Zweite Amtszeit für Vettermann
Am Ende hat die Realschule plus den Ausschlag gegeben: Das Ergebnis aus dem dortigen Wahllokal brachte am Sonntagabend bei der Stadtbürgermeisterwahl in Rockenhausen die Entscheidung zwischen Michael Vettermann und Güngör Aydin. Bis dahin waren sechs der sieben Bezirke ausgezählt, der von FDP und CDU nominierte sowie von der FWG unterstützte Amtsinhaber lag gegen den SPD-Herausforderer lediglich mit 25 Stimmen in Front. Vettermann hatte die Wahllokale Anne-Frank-Grundschule und Berufsbildende Schule sowie den Ortsteil Marienthal deutlich für sich entscheiden können, Aydin hatte in den Bereichen Sozialstation und VTR-Halle relativ knapp, dafür in seinem Heimatort Dörnbach ganz klar die Nase vorn. Es war das erwartet knappe Rennen.
Dann traf das Resultat aus der Realschule plus ein – hier gehen die traditionell eher SPD-kritischen Bewohner der Bergstadt wählen. Und sie bescherten Vettermann mit 322 zu 159 Stimmen den letztendlich sogar recht komfortablen Sieg (53,7 zu 46,3 Prozent) und damit eine zweite Amtszeit als Stadtchef. Entsprechend gelöst zeigte sich der 59-Jährige im Gespräch mit der RHEINPFALZ: „Es ist eine Riesen-Aufgabe, aber ich freue mich, dass ich diese Bestätigung erhalten habe.“ Der Wahlkampf der SPD sei „sehr intensiv“ gewesen, „ich war selbst gespannt, wie sich das niederschlägt“. Umso dankbarer sei er, dass „der Wähler so entschieden hat. Ich weiß, dass mein Weg gut ist und ich werde ihn weiterverfolgen.“
„Mein Weg ist gut, ich werde ihn weiterverfolgen“
Gleichwohl wisse er, dass „wir schon eine Menge erreicht haben, aber einige Dinge jetzt auch in die Umsetzung bringen müssen. Dabei gilt es aber teils dicke Bretter zu bohren“, so Vettermann. Deshalb sei er „heilfroh“, dass der Wahlkampf nun zu Ende sei: „Wir müssen wieder zur Sachpolitik zurückfinden und können uns nicht dauerhaft blockieren“, sagte er unter Anspielung auf den von der SPD in der vorigen Woche gekippten Haushaltsentwurf. Hier sei eine schnelle Lösung erforderlich, generell eine bessere Zusammenarbeit im Stadtrat wünschenswert: „Das ist eine Aufgabe für mich, aber auch für andere. Wenn sich alle an der eigenen Nase packen, werden wir einen Kompromiss finden.“
Sein Kontrahent Güngör Aydin zeigte sich natürlich enttäuscht über den Ausgang, betonte aber: „Ich habe mit allem gerechnet und mich mental – auch mit meiner Familie – auf alles eingestellt.“ Am Engagement von ihm und seiner vielen Helfer habe es jedenfalls nicht gelegen: „Wir haben einen tollen Wahlkampf gemacht, alles probiert und gegeben – ich gehe jedenfalls hoch erhobenen Hauptes aus der Sache heraus“, so Aydin, der als erster Vettermann gratulierte und ihm für die kommenden fünf Jahre „ein gutes Händchen“ wünschte.
Aydin: „Trend bei Europawahl spricht auch nicht für SPD-Bewerber“
Auf Anhieb könne er sich nicht erklären, was inhaltlich der Grund für seine Niederlage war: „Gegen einen amtierenden Bürgermeister anzutreten ist immer schwierig, der Trend bei der Europawahl hat auch nicht gerade für einen SPD-Bewerber gesprochen“, sagte Aydin der RHEINPFALZ. Dass er nicht in der Kernstadt, sondern im Ortsteil Dörnbach lebt, habe vielleicht auch für den einen oder anderen Wähler eine Rolle gespielt. Letztlich sei das aber Spekulation: „Am Ende war die Bergstadt entscheidend, es hat halt nicht gereicht. Ich kann mich bei allen, die mich unterstützt und mir ihre Stimme gegeben haben, nur herzlich bedanken.“

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