Rockenhausen
Reportage: Ein Besuch im Schnelltestzentrum
Warm ist es in dem Bereich der Donnersberghalle, in der das Schnelltestzentrum eingerichtet ist, nicht gerade. Die offene Eingangstür bringt viel frische Luft herein – Corona-Schutzmaßnahme eben. „Aber daran sind wir ja jetzt auch schon gewöhnt“, sagt VG-Wehrleiter Timo Blümmert. Er ist der Verantwortliche für die acht Testzentren, die von der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land etabliert worden sind.
Klar ist auch, alles läuft im Einbahnstraßenverkehr. Vorne ziehen die Besucher eine Nummer. Die brauchen sie nicht nur, um aufgerufen zu werden, sondern auch, weil der ganze Test anonymisiert abläuft und keine Daten gesammelt werden. Weiter geht es dann zu Anmeldung, die Helfer von der Feuerwehr übernehmen. In der Mitte der Halle sind durch Pappwände getrennt vier Testbereiche aufgebaut worden, in denen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) warten. Dahinter ist dann der Wartebereich eingerichtet, mit einem großen Viereck aus Stühlen.
„Bisher waren alle Tests, die wir gemacht haben, negativ“, erzählt Blümmert, der gerade in der Donnersberghalle nach dem Rechten schaut. Seine Kollegen von der Feuerwehr sind schon da und machen sich für die Einweisung bereit. Kurz vor 18 Uhr machen sich die Mitarbeiter vom DRK bereit. Zum Testen darf jeder kommen, egal woher er kommt. Laut Erlass der Bundesregierung ist ein Schnelltest für jeden Bürger einmal in der Woche kostenlos, obwohl auch nicht registriert wird, ob schon jemand zum Testen da war oder nicht. „Das dürfen wir wegen des Datenschutzes nicht“, erklärt Blümmert, bevor er weiter nach Alsenz fährt, um auch dort im Testzentrum zu überprüfen, ob alles gut läuft.
Einer der Ersten, die heute Abend getestet werden, ist Lukas Geib. Der Rockenhausener will einfach mal die Chance ergreifen, um sich testen zu lassen, ein bisschen Klarheit zu bekommen. „Vielleicht kann ich diese Woche dann auch mal wieder ins Büro fahren“, sagt Geib, der sonst im Homeoffice arbeitet.
Ergebnis gilt 24 Stunden
140 bis 150 Menschen aus der VG haben sich seit Beginn der Testzentren impfen lassen, schätzt Blümmert. Und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Manche haben von der Arbeit aus wichtige Kundentermine, andere wollen ihre Verwandten besuchen und deswegen auf Nummer sicher gehen. „Es waren auch schon Schüler da, die jetzt wieder Präsenzunterricht haben“, berichtet der Wehrleiter. Das Testergebnis gilt übrigens 24 Stunden lang.
Ebenfalls heute gekommen, ist Werner Finkenauer mit seinen zwei Töchtern Kathy und Kimberley. Er selbst arbeitet beim Gesundheitsamt und wurde an diesem Tag schon getestet. Nun sind seine Töchter dran. Während Kimberley schon einen Schnelltest gemacht hat, ist es für die 14-jährige Kathy das erste Mal. Die Familie Finkenauer macht den Test nicht nur wegen der Schule, sondern auch wegen eines schweren Krankheitsfalls in der Familie. Da wolle man einfach sicher sein.
„Wir passen ja auf“
Die siebenjährige Kimberley darf in Testkabine vier Platz nehmen, während die DRK-Mitarbeiter mit ihrer Arbeit beginnen. Schon seit 1991 sind Christine Mayer-Koch und ihr Mann Michael Mayer beim DRK dabei. Heute bilden sie ein Abstrich-Team, die Arbeit geht Hand in Hand und schon sehr routiniert. Mit einem Wattestäbchen fährt Mayer etwa zwei Zentimeter tief in das Nasenloch und macht drei, vier Kreisbewegungen. Das Gleiche wird auf der anderen Seite wiederholt. Nicht ganz angenehm, aber nicht so schlimm wie ein Rachenabstrich. Das Fazit von Kathy lautet: „Es hat gekitzelt.“
Christine Mayer-Koch ist für die Registrierung zuständig und die „Zeitbeauftragte“. Nach einer Minute kommt das Präparat auf den Teststreifen, nach 15 Minuten ist dann das Ergebnis da. So lange kein zweiter Streifen auftaucht, ist alles gut. Sie konnte mit ihrem Test schon einige Frauen glücklich machen, die einen Termin beim Kosmetiker hatten, oder auch eine Familie, die ihre Oma besuchen wollte. Nach jedem Test wird die Station desinfiziert, und die beiden vom DRK tauschen ihre blauen Handschuhe aus. Immerhin war die Maske für den Test kurz ab, da müsse Vorsicht herrschen.
Christine Mayer-Koch würde sich wünschen, dass noch mehr Leute die Möglichkeit der Schnelltests nutzen. „In Rockenhausen waren bisher noch nicht so viele da. Ich habe gehört, dass das in den Nachbargemeinden ein bisschen besser angenommen wird.“ Kimberley und Kathy bekommen derweil ihr Testergebnis. Beide negativ. Für Vater Werner Finkenauer eigentlich keine Überraschung: „Wir passen ja auf.“ Trotzdem findet er die regelmäßigen Tests wichtig und will sie auch weiter mit seinen Töchtern wahrnehmen – für ein bisschen mehr Sicherheit in diesen Corona-Tagen.