Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Natalie Gatzke: Kapitänin mit besonderen Aufgaben

Natalie Gatzke ist Kapitänin des ASV Winnweiler.
Natalie Gatzke ist Kapitänin des ASV Winnweiler.

Kapitänin einer Damenmannschaft zu sein, kann eine Herausforderung sein. Das sieht auch Natalie Gatzke so. „Bei so vielen Frauen auf einem Haufen muss man auch mal für Ruhe sorgen“, sagt die Mittelfeldspielerin des ASV Winnweiler lächelnd. Die 23-Jährige führt auf und neben dem Platz ein ganz besonderes Rudel an.

„Was uns als Mannschaft besonders macht, ist der Zusammenhalt auf, aber auch neben dem Platz“, betont Gatzke. Und das ist im Falle des ASV alles andere als eine Floskel. Über die sozialen Medien wie Instagram oder Facebook können die Nutzer sich regelmäßig ein Bild davon machen, was die „ASV-Mädels“ gemeinsam so alles unternehmen. „Wir verbringen schon viel Zeit miteinander“, sagt die Kapitänin und spricht über gemeinsames Essen und Feiern, Spieleabende oder davon, zusammen von Fußballplatz zu Fußballplatz zu ziehen. Am Vereinsleben seien die Damen ebenfalls in einem überdurchschnittlichen Umfang beteiligt. Über die Kreisgrenzen hinaus bekannt sind beispielsweise ihre ausgefallenen Wägen zur Kerwe mit stets unterschiedlichen Mottos. „So überstehen wir dann auch zusammen mal schlechtere Zeiten als Team“, erzählt Gatzke.

Besondere Hilfsbereitschaft

In Sachen Hilfsbereitschaft und Solidarität geht die Frauenmannschaft des ASV voran. So fuhr eine von den Teamkolleginnen Melanie Geißler und Hanna Gutheil organisierte Gruppe vor einigen Tagen bereits zum zehnten Mal ins Ahrtal. Sieben verschiedene Spielerinnen waren im nördlichen Rheinland-Pfalz schon mit dabei, um bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser anzupacken.

Jeder kann jeden schlagen

Vor zwei Wochen gastierte der ASV im Derby der Landesliga Westpfalz beim TuS Münchweiler, unterlag mit 2:3. „Wie erwartet war es ein Spiel auf Augenhöhe, jedoch mit vielen Fehlpässen. Am Ende waren wir der jungen Mannschaft aus Münchweiler dann doch konditionell etwas unterlegen“, blickt Gatzke zurück. Eine Woche zuvor startete der ASV mit einem 2:1-Heimsieg über Thaleischweiler-Fröschen in die Saison.

„Wir haben einige Neuzugänge dazubekommen. Zwar hatten wir keine optimale Vorbereitung, aber der gelungene Auftakt hat uns gezeigt, dass wir in der Lage sind, in dieser Saison mit besseren Mannschaften mitzuhalten“, freut sich die Studentin für Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Informatik über einen breiteren Kader als bisher. Bis auf wenige Ausnahmen könne in dieser Klasse jeder jeden schlagen. „Nur wenn wir uns auf jedes Spiel fokussiert vorbereiten und immer alles geben, können wir uns am Ende hoffentlich in der oberen Tabellenhälfte festsetzen.“

Wichtig für den Coach

Natalie Gatzke begann mit neun Jahren das Fußballspielen und ist 2013 über den FC Eiche Sippersfeld und ihren Heimatort TuS Münchweiler an den Rauhen Weg gewechselt. Nicht nur sehr zur Freude ihrer Teamkameradinnen. „Sie verfügt über ein gutes Spielverständnis und eine clevere Zweikampfführung, ist technisch stark. Natalie muss ich eigentlich immer spielen lassen, auch wenn sie mal nicht 100-prozentig fit ist. Auf und neben dem Platz kann ich mich stets auf sie verlassen. Häufig spreche ich auch mit ihr, wenn es um ein, zwei Positionen in der Aufstellung geht“, betont ihr langjähriger Trainer Christoph Eisenbeiß, der sie vor drei Jahren zur neuen Kapitänin ernannt hat.

„Meine Aufgabe besteht darin, das Rudel zu führen, bei so vielen Frauen auf einem Haufen muss man auch mal für Ruhe sorgen. Aber natürlich versuche ich auch auf dem Platz immer das Team zu motivieren, mit Anweisungen zu koordinieren und zusammenzuhalten.“ Ihre Position im zentral-defensiven Mittelfeld gibt das ohnehin her. Die passionierte Anhängerin des 1. FC Kaiserslautern, die auch gerne wandert und Fahrrad fährt, betont aber auch, dass „wir Organisatorisches innerhalb der Mannschaft aufteilen“.

Nicht ganz so schnell, aber ...

Den größten Unterschied zwischen Frauen- und Herrenfußball sieht Gatzke in der Geschwindigkeit: „Männer sind eben doch etwas athletischer und schneller, wodurch auch der Ball deutlich schneller läuft. Beim Frauenfußball kommt es dagegen häufiger zu Zweikämpfen, aber wir können auch einiges wegstecken.“ Und dann schiebt sie noch lachend hinterher: „Und wir sehen natürlich besser aus ... .“

Die Serie: Der Käpt’n

Sie gelten häufig als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz, übernehmen Verantwortung, setzen sich besonders für ihre Mannschaft ein, auch, wenn es brenzlig wird: die Kapitäne. In der Serie stellen wir die Männer und Frauen mit der Binde am Arm – auch abseits des Rasens – vor.

Auf dem Feld immer engagiert.: Natalie Gatzke.
Auf dem Feld immer engagiert.: Natalie Gatzke.
Nicht nur auf dem Platz sind Natalie Gatzke (hinten stehend in der Mitte mit Brille) und ihre Teamkameradinnen ein Team. Sie unt
Nicht nur auf dem Platz sind Natalie Gatzke (hinten stehend in der Mitte mit Brille) und ihre Teamkameradinnen ein Team. Sie unterstützen beispielsweise auch die örtliche Kerwe.
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