Donnersbergkreis
Nach komplizierter OP: Jaqueline Rauschkolb bleibt kämpferisch
Eigentlich wollte Jaqueline Rauschkolb sich direkt in die Vorbereitungen auf den Wahlkampf zur Landtagswahl im kommenden Jahr stürzen. Als sie Anfang Juni von den Delegierten der SPD erneut zur Direktkandidatin für den Wahlkreis 40 gewählt wurde, versprühte die 37-Jährige vor allem Tatendrang. „Wir können es im nächsten Jahr allen zeigen. Die SPD lebt“, sagte sie. Seitdem ist es ruhig geworden um Jaqueline Rauschkolb. Die Landtagsabgeordnete hat sich zuletzt über ihre Social-Media-Kanäle gemeldet. Zunächst aus dem Krankenhaus, dann aus der Reha-Klinik. In ihrem Rückenmark wurde ein gutartiger Tumor entdeckt, der eine komplizierte und riskante Operation erforderte. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ sprach sie nun über aufwühlende Wochen, ihre täglichen Schritte auf dem Weg zur Genesung und die unveränderten Ziele für den anstehenden Wahlkampf.
„Es ist mir wichtig, offen zu sein und die Situation zu erklären“, sagt Rauschkolb. „Auch, wenn ich mich dadurch vielleicht medial verletzbar mache.“ Es sei ihr ein Anliegen, transparent zu sein und so auch möglichen Gerüchten vorzugreifen. Nachdem sie sich vor einigen Wochen aufgrund eines aufkommenden Taubheitsgefühls hatte untersuchen lassen, wurde ein gutartiger Tumor im Rückenmark festgestellt. „Das ist in dieser Form sehr selten“, sagt sie. Eine Operation war deshalb unumgänglich. „Das war ein gewaltiger Schock für mich und auch für die Familie“, blickt Rauschkolb auf emotionale Tage zurück. Auch, weil die Operation schwerwiegende Folgen hätte haben können. „Die OP ist aber zum Glück sehr gut verlaufen“, freut sich Rauschkolb und schickt ihren Dank an die Universitätsklinik in Mainz. Da von dem Eingriff jedoch unter anderem viele Nervenbahnen betroffen sind, ist für die 37-Jährige nun eine längere Reha nötig. „Es ist zum Glück nichts nachhaltig geschädigt, aber es braucht eben eine Weile, bis alles wieder wie gewohnt funktioniert“, sagt sie. Inzwischen könne sie fast alles im Alltag wieder ohne Hilfe erledigen. „Von außen sieht das schon gut aus“, sagt sie. Dennoch müsse sie auch täglich Übungen machen, etwa in Sachen Gleichgewichtssinn.
Ministerpräsident überbringt Genesungswünsche
Trotz erster Fortschritte geht es Jaqueline Rauschkolb entsprechend noch langsam an, will nichts überstürzen. Ende August will sie ihr Reha-Programm dann in der Heimat fortsetzen. Noch sei nicht absehbar, wie viel Zeit es brauchen wird, ehe die Genesung vollständig abgeschlossen ist. „Der Kopf funktioniert aber bereits und ich bin auch ansprechbar“, erklärt sie. Für ganz wichtige Fälle ihrer politischen Arbeit nimmt sie sich also bereits wieder Zeit. „Auch mein Büro ist besetzt, Anfragen werden bearbeitet“, erklärt sie. Die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger würden also weiterhin gehört. „Es ist auch diese Arbeit und all die Ziele, die ich noch habe, die mich täglich motivieren und antreiben, um möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen“, sagt sie.
Entsprechend stehe es für sie auch nicht zur Debatte, ihre Kandidatur für das Direktmandat zurückziehen. „Ich bin noch nicht fertig“, sagt sie. Außerdem dankt sie ihrer Partei, die ihr unverändert den Rücken stärkt. „Ich werde nicht fallen gelassen“, freut sich auch über den Besuch von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, der zuletzt stellvertretend für die Partei selbst in der Reha-Klinik vorstellig wurde. Auf diese Unterstützung werde sie auch im Wahlkampf zurückgreifen können, obwohl Rauschkolb aktuell davon ausgeht, bald wieder selbst vor Ort sein zu können. „Nur aktuell geht das eben nicht. Präsenz zeigen, beispielsweise auf den vielen Kerwen im Donnersbergkreis, wird in diesem Sommer nicht möglich sein“, so Rauschkolb. Für die heiße Phase des Wahlkampfes sieht sich gerüstet. „Ich habe es die letzten Male auch hochschwanger oder trotz aller Pandemie-Einschränkungen geschafft“, erinnert sie an frühere Wahlkämpfe.
Und immerhin habe ihr die aktuelle Situation ungeahnte Einblicke in ein Leben mit Einschränkungen gewährt. „Das gibt einem auch ein Gefühl dafür, wie wichtig beispielsweise Barrierefreiheit ist und an wie vielen Stellen da noch Handlungsbedarf besteht“, sagt sie. Der Kopf arbeitet also schon wieder fleißig, auch in der Reha. Der Rest soll folgen, jeden Tag ein Stückchen mehr.