Donnersbergkreis
Nach Brand: DRK richtet Ersatzstandort ein und startet wieder Einsätze
Für den Rettungsdienst in Kirchheimbolanden ist der 24. November ein schwarzer Tag. Noch während die Feuerwehr letzte Glutnester löscht, laufen im Hintergrund Notmaßnahmen an. „Aufgeben war keine Option“, sagt Axel Gilcher, Geschäftsführer der Rettungsdienst Westpfalz GmbH des Deutschen Roten Kreuzes. „Unser Auftrag war klar: Die Notfallversorgung der Bevölkerung muss weiterlaufen – egal unter welchen Umständen.“
Bereits am Vormittag geht ein Ersatz-Notarzteinsatzfahrzeug wieder in Dienst. Das Westpfalz-Klinikum stellt dafür kurzfristig einen Raum zur Verfügung – eine Lösung, die weiter genutzt wird. Besonders problematisch: Beim Brand wurden medizinisch-technische Geräte zerstört, die nicht kurzfristig zu ersetzen sind. Hier greift das Netzwerk: Der DRK-Rettungsdienst Vorderpfalz hilft und stellt ein komplett ausgestattetes Notarztfahrzeug zur Verfügung.
Am Nachmittag fährt auch wieder ein Rettungswagen der Rettungswache Kirchheimbolanden Einsätze. Zwischenzeitlich wird ein Krankenwagen aus Rockenhausen verlegt, um den Einsatzbereich lückenlos abzudecken. Das Ergebnis: Trotz der dramatischen Lage war die Notfallversorgung zu keiner Zeit gefährdet.
DRK hat vorerst keine Rettungswache mehr
Offen bleibt die Frage nach der Unterbringung der Teams. Der DRK-Kreisverband Donnersberg schafft Abhilfe: Die Halle der Schnelleinsatzgruppe (SEG) wird kurzfristig zur provisorischen Unterkunft umfunktioniert. Dort verbringen die Mitarbeiter ihre Bereitschaftszeiten. „Das ist kein Standard“, betont Gilcher. „Aber es ist eine funktionierende Übergangslösung.“ Der zwischenzeitlich nach Eisenberg verlegte Krankentransportwagen ist inzwischen ebenfalls dort untergebracht.
Dass all dies so schnell gelingt, liegt vor allem am Engagement der Beschäftigten. „Das Personal der Rettungswache hat einfach angepackt“, sagt Gilcher. „Unkompliziert, pragmatisch und mit großem Teamgeist.“ Wichtigste Nachricht: Niemand wurde verletzt. Die Hilfsbereitschaft innerhalb des DRK und darüber hinaus sei überwältigend gewesen. Das Ereignis habe gezeigt, wie belastbar der DRK-Rettungsdienst selbst in einer Extremsituation ist.
Schaden beläuft sich auf mehr als eine halbe Million Euro
Wie es mit der beschädigten Rettungswache weitergeht, ist noch offen. Gutachterberichte und Einschätzungen der Sanierungsfirma stehen aus. Erst danach wird klar, ob und wie das Gebäude wieder genutzt werden kann. Der Sachschaden ist erheblich: Allein die zerstörten Fahrzeuge samt medizinischer Ausstattung kosten rund 500.000 Euro. Der Gebäudeschaden lässt sich noch nicht beziffern.
Neue Rettungsfahrzeuge sind bestellt, der Sonderaufbau ist vorbereitet. Wann die Fahrzeuge ausgeliefert werden können, hängt allerdings von den Kapazitäten der Hersteller ab – und davon gibt es nicht viele.
Die Brandursache ist ungeklärt. Sauerstoffflaschen und Druckminderer werden derzeit von Experten geprüft; Ergebnisse liegen noch nicht vor. Unabhängig davon zieht der Rettungsdienst Konsequenzen: Alle Mitarbeiter werden noch einmal intensiv im sicheren Umgang mit Sauerstoff und beim Wechsel der Systeme geschult.
Auch für die Feuerwehr war der Einsatz eine große Herausforderung. Wehrleiter Matthias Groß berichtet von enormem Qualm und inmitten der Einsatzkräfte berstenden Sauerstoffflaschen. Zusätzlich erschwerten zugeparkte Unterflurhydranten die Wasserversorgung. Alternative Wege mussten erst erkundet werden. Ein weiteres Problem: Uneinsichtige Besucher des Krankenhauses und Gesundheitszentrums blockierten die einzige Zufahrt – genau dort, wo es gebrannt hat. Neben der Einsatzhektik mussten die Kräfte also auch den Durchgangsverkehr im Blick behalten.