Winnweiler
Leader-Region Donnersberger und Lautrer Land will weiter an EU-Fördertöpfe
„Ganz ehrlich: So viel Andrang hätte ich nicht erwartet“, sagte Rainer Guth am Dienstagabend im Winnweilerer Festhaus. „Ich war mir nicht sicher, wie präsent das Thema für die Bürger der Region ist.“ Als Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) hatte Guth zur Auftaktveranstaltung geladen: In den kommenden Monaten muss eine neue lokale Entwicklungsstrategie erstellt werden. Diese ist die Bewerbungsgrundlage für die Förderperiode 2023 bis 2027 und bildet gleichzeitig den Rahmen dafür, welche Projekte in diesem Zeitraum bezuschusst werden können.
Mit dem Leader-Programm fördert die Europäische Union Projekte zum Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum. Guth sieht einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Förderprogrammen: Weil die Ideen von der lokalen Bevölkerung stammen, von der LAG als förderfähig ausgewählt werden, „muss man sich nicht verbiegen, um am Ende die Förderung zu bekommen“, wie das oftmals der Fall sei.
Lauterecken-Wolfstein ersetzt Weilerbach
Seit 2014 ist das Donnersberger und Lautrer Land am Start. Noch bis 2022 fließen die EU-Mittel. „Das Geld kommt nicht im Paket“, schildert Guth, „sondern es gibt drei- bis viermal pro Jahr Bewerbungsrunden.“ Pro Runde hätten sich zuletzt meist sechs bis zehn Projektträger beworben – Vereine, Organisationen, Privatinitiativen, Unternehmen, aber auch Gebietskörperschaften. So wie die Verbandsgemeinden Göllheim und Otterberg-Otterbach, die mit EU-Mitteln ein Sanierungsprogramm aufgelegt haben, das Immobilienbesitzer in den Ortskernen unterstützt und so zum Erhalt der Dorfmittelpunkte beitragen soll.
Die vergangenen sieben Jahre bezeichnete der Vorsitzende des LAG-Vereins als „sehr erfolgreich“. Vor allem: Obgleich die LAG ein Zusammenschluss von acht Verbandsgemeinden aus zwei Landkreisen ist, sei es immer „stressfrei gelungen, Gelder zu verteilen. Es gab nie Neiddebatten um Reihenfolge und Förderhöhe der einzelnen Projekte, es war egal, woher genau sie kamen“. Das soll auch jetzt so bleiben – für die neue Förderperiode ist ein dritter Landkreis zur LAG gestoßen: Aus dem Kreis Kusel macht die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein mit, sie ersetzt die Verbandsgemeinde Weilerbach (Kreis Kaiserslautern). Es bleiben die Verbandsgemeinden des Donnersbergkreises sowie Enkenbach-Alsenborn und Otterbach-Otterberg. Weilerbach hat sich der LAG Westrich-Glantal angeschlossen.
Neues Themenfeld: Gesundheit
Auch die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan ist zur LAG Westrich-Glantal dazugestoßen, der bereits das Obere Glantal angehörte. Kusels Landrat Otto Rubly ist „sehr froh, dass nun der gesamte Landkreis Teil Lokaler Aktionsgruppen ist“.
Was sich noch ändert: „Wir wollen uns breiter aufstellen. Keiner weiß, was 2027 gebraucht wird“, sagt Guth. Der Rahmenplan, der nun erstellt und nach dem Willen der Verantwortlichen im März auch positiv beschieden wird, soll noch mehr Projekten Förderchancen einräumen. Zu den bisherigen Handlungsfeldern Tourismus/Kultur, Leben im ländlichen Raum sowie Natur, Umwelt und Klima kommt ab 2023 Gesundheit hinzu – Projekte aus all diesen Bereichen können dann gefördert werden. Maximal kann ein Projekt 250.000 Euro erhalten.
Viele neue Projektideen
Guth ist optimistisch, dass das Donnersberger und Lautrer Land auch ab 2023 Leader-Region sein wird. Für Bürger, die ihre Ideen und Ansichten bei der Erstellung des Entwicklungsplans mit einfließen lassen wollen, gibt es einen Fragebogen auf der Internetseite der Entra Regionalentwicklung, die die LAG betreut.
Erste Ansätze haben die rund 60 Teilnehmer der Auftaktveranstaltung am Dienstag in Kurz-Workshops geliefert. Ob mobile Praxen, Waldbaden, Vereinsbörsen oder Dorfbegrünung – Projektideen gibt es genug. Und der Kaiserslauterer Landrat Ralf Leßmeister sagt: „Geld dafür ist vorhanden bei der EU.“ Daher gelte es, die Dinge umzusetzen.