Rockenhausen
Kritik an Tierpark Donnersberg: Betreiber weist Vorwürfe von sich
Anfang Februar fand vor dem Gelände des Tierparks Rockenhausen eine Protestaktion von Tierschützern der Organisation Peta statt. Vermehrt seien bereits in der Vergangenheit Missstands-Anzeigen über die Verhältnisse in dem kleinen Zoo eingegangen, berichtet Barbara Mangasser über den Anlass der Aktion. Die Peta-Mitarbeiterin habe sich zudem persönlich ein Bild über die Verhältnisse verschafft. Immer wieder seien Vorwürfe von Besuchern an die Peta-Zentrale gemeldet worden. Anfang Januar sei sie vor Ort gewesen und habe eine Film- und Fotodokumentation erstellt. Daraufhin sei seitens der Tierschutzorganisation eine Meldung an das Veterinäramt des Donnersbergkreises erfolgt.
Besonders die Haltung der Zibetkatzen sowie die Affengehege entsprächen nicht im geringsten Maße dem Artenschutz entsprechen, klagt die Tierschutzaktivistin an. Auch seien einige Käfige nicht mit ausreichendem Wärmeschutz ausgestattet. „Die kleinen Affen hingen direkt unter der Wärmelampe“, beklagt Mangasser. Auch das Mardergehege habe Grund zur Beanstandung geliefert; die Tiere zeigten deutliche Hospitalismusschäden (wiederholt stoisches Hin- und Herrennen im Gehege).
„Erscheinungsbild einfach nur traurig“
Direkt neben dem Mardergehege befinde sich ein Schaukelautomat für Kinder, ferner gebe es im Streichelzoo „nichts Grünes“, bemängelt die Aktivistin. Das Gesamterscheinungsbild des Tierparks inmitten eines Gewerbegebiets sei ihrer Meinung nach „einfach nur traurig und viel zu klein“. Das Anfang Februar vor Ort demonstrierende „Peta Street-Team“ habe – so sagt Mangasser – von vielen Seiten Zuspruch und Unterstützung erhalten.
Das Veterinäramt in Kirchheimbolanden bestätigt auf Anfrage, dass es nach den Hinweisen von Peta den Vorwürfen nachgegangen sei. Die Tierhaltung im Rockenhausener Zoo werde davon unabhängig regelmäßig von Amtsseite kontrolliert. Bei der nun erfolgten erneuten Kontrolle seien dem Betreiber Anordnungen für Verbesserungen erteilt worden. Dies habe in erster Linie das Auslegen von Spänen in einigen Gehegen sowie die Temperatur in anderen Gehegen betroffen. Ferner bestätigte das Amt, dass es auch mit Experten für Zootierhaltung sowie der zuständigen Artenschutzabteilung zusammenarbeite.
Betreiber: „Von Demo nichts mitbekommen“
Betreiber Andreas Spieß wehrt sich indes vehement gegen die Vorwürfe. Von der Demonstration vor dem Gelände seines Zoos habe er nichts mitbekommen. Das Veterinäramt habe nach Eingang der Anzeige unerwartet für eine Kontrolle bei ihm vor der Tür gestanden. Das Bild- und Videomaterial, das im Internet kursiere, könne er allerdings zeitlich genau zuordnen. Die Aufnahmen seien an einem Wochenende entstanden, an dem im Tierpark umfangreiche Reinigungsarbeiten an den Böden stattgefunden hätten.
Einmal jährlich müsse das Bodensubstrat in den Gehegen ausgetauscht werden. „Das wirkte natürlich für die Besucher so, als wäre dies der ,normale’ Bodenbelag“, kommentiert Spieß die Bilder. Insgesamt habe dies aber nur einen Zeitraum von maximal 24 bis 36 Stunden betroffen. Ferner würden im Bereich des Affenturmes gerade umfangreiche Renovierungsarbeiten stattfinden; alle Holzelemente innerhalb des Parks würden erneuert. Der Primaten-Turm sei daher mit einem Baugerüst versehen, was einen falschen Eindruck erwecken könne. „Die Affen finden das aber spannend, was da vor dem Turm vor sich geht“, erläutert er weiter.
Mehr als 100 Arten leben im kleinen Zoo
Sein Zoo, den er seit 2006 mit sieben festen Mitarbeitern in der Nordpfalz betreibt, sei auf die Nachzucht vieler vom Aussterben bedrohter Exotenarten spezialisiert. Vorwiegend handelt es sich dabei um Kleinsäuger wie beispielsweise bestimmte Agutis oder die seltene Zibetkatze. Im Rahmen von Nachzuchtprogrammen sei er außerdem wegen seiner Erfahrung gefragt und mit vielen anderen Zoos im Austausch, so Spieß.
Insgesamt beherberge der Tierpark mehr als 100 Arten. Die noch bis April währende Winterpause im Zoo werde für Renovierungsarbeiten in den Gehegen genutzt. Alle sieben bis acht Jahre gebe es eine Grundrenovierung der Gehege.
