Rockenhausen Knut Deutschle, der Vater des Museums der Zeit in Rockenhausen, ist gestorben
Vor wenigen Wochen war es Knut Deutschle noch vergönnt, sich für sein Lebenswerk mit dem Verdienstkreuz am Bande – der höchsten Auszeichnung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl – gewürdigt zu sehen. Ein Lebenswerk, das das kulturelle Profil der Stadt geprägt und ihr bundesweite Aufmerksamkeit verschafft hat. Was als „Uhrenstube“ 1979 begann, wurde als „Pfälzisches Turmuhrenmuseum“ und „Museum für Zeit“ mit den Jahren zu einem Schmuckstück der Stadt, zu einem Ort mit Charme und Geist. Denn das Haus lebt nicht nur von der Mechanik alter Uhrwerke und anderer Erfindungen, sondern auch von der Art, wie hier das Rätsel der Zeit im allgegenwärtigen Ticken der Uhrwerke fühlbar wird. Geschaffen hat er kein lautes Uhren-Disneyland, sondern einen Ort zum Entschleunigen, Entdecken und Nachdenken.
Deutschle, gebürtiger Rockenhausener, absolvierte eine Lehre als Schreiner und Bauzeichner, besuchte danach die Ingenieurschule in Kaiserslautern, bevor er zum Studium der Berufsschulpädagogik nach Hannover ging. Dort, so erzählt sein Sohn Martin, wurde wohl sein philosophisches Interesse am Thema geweckt, das später hinführte zu einem Faible für alte Turmuhren und dem Aufbau einer Sammlung. Das technische Interesse, das auch sein Berufsleben als Lehrer an der Berufsbildenden Schule und am Technischen Gymnasium in Kaiserslautern geprägt hat, dürfte solche Interessen beflügelt haben, nicht minder die Jahrzehnte als Denkmalpfleger im Kreis. Das Museumsprojekt, gemeinsam mit der Stadt in einem denkmalgeschützten Hofanwesen aus der Taufe gehoben, wuchs mit der Zeit um markante Attraktionen wie 1998 den Einbau einer astronomischen Uhr im eigens dafür geschaffenen Turm oder 2014 das Carillon, das seither zu einem Kristallisationspunkt des kulturellen Lebens der Stadt geworden ist.
Deutschle, der sein Wissen auch als Autor weitergegeben hat, war, wie viele Visionäre und Macher, nicht immer einfach im Umgang, dabei stets mit Hingabe und Beharrlichkeit engagiert für das Museum. Vor fünf Jahren hat er die Leitung abgegeben an seinen Bruder Hans und seinen Sohn Martin, unterstützt von der Stadt und dem Förderverein. Die Beisetzung Deutschles ist bereits erfolgt.
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Große Sorge um das Rockenhausener Carillon: Knut Deutschle bangt um sein Lebenswerk und die kulturelle Vielfalt der Stadt.
Eine Reise durch die Geschichte der Zeitmessung: Ein Besuch im Museum für Zeit in Rockenhausen.
