Kirchheimbolanden
Klinikerweiterung: Viel mehr Verkehr in Wohngebiet befürchtet
Der Erweiterungsbau, der am Krankenhaus in Kirchheimbolanden entstehen soll, werde eine „wesentliche Mehrung des Personals und der Besucher- und Patientenzahlen“ mit sich bringen, befindet Sprecher Thomas Edinger für die CDU-Fraktion im Stadtrat. Daher sei mit einer „massiven Zunahme des Fahrzeugverkehrs“ zu rechnen, vor allem in der Friedenstraße. Besonders problematisch sei dabei, dass viele Kinder die Straße auf dem Weg zu Kita und Grundschule überqueren müssten.
Kreisel vor den Toren der Stadt
Schon die Arbeiten für den notwendigen Erweiterungsbau, der 2025 fertig sein soll, dürften zu einem „erheblichen Aufkommen an LKW-Verkehr“ führen, vermutet die Fraktion. Architekten und Fachplaner haben ihre Arbeit am Klinikumstandort Kibo bereits aufgenommen. 70 neue Betten sollen dort entstehen.
Die Idee, mit der die befürchtete Verkehrsbelastung reduziert werden soll und die die CDU in den Stadtrat einbringen will: eine neue Straße, die das Klinikum von der L398 her, der Landesstraße Richtung Dannenfels, erschließen und die Wohngebiete umgehen soll. Diese könne dann „das Gelände westlich des Klinikums mit einem dortigen Parkhaus anbinden“. Etwa auf Höhe des Kibobads stellen sich Edinger und die Fraktion einen Kreisverkehr vor, in dem die neue Umgehungsstraße abzweigt.
„Innenstadt wäre entlastet“
Damit sollen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Denn auch die Verkehrsanbindung der Georg-von-Neumayer-Schule und des Nordpfalzgymnasiums stellten seit vielen Jahren ein Problem dar, heißt es im Antrag. Sowohl der fließende als auch der ruhende Verkehr belaste die Anwohner in der Dr.-Heinrich-von-Brunck-Straße und in der Leibnizstraße. Auch für diese könne die neue Straße als Entlastung dienen.
„Hinter dem Sportplatz des Gymnasiums wäre genug Raum, einen geräumigen Bushalteplatz und Parkplätze zu schaffen“, heißt es weiter. Von den Schulen aus soll die Straße dann weiterführen in Richtung Westpfalz-Klinikum. Noch gebe es keine konkrete Vorstellung davon, wie genau die Straße verlaufen soll, sagte Edinger auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Es gehe zunächst vielmehr darum, frühzeitig den Impuls zu setzen, „dass das auf uns zukommt und dass wir uns Gedanken machen müssen“. Der genaue Straßenverlauf müsse dann im zuständigen Ausschuss besprochen werden und sei nicht zuletzt von den Besitzverhältnissen bei den benötigten Grundstücken abhängig.
Viel Überzeugungsarbeit nötig
Weil ein solches Großprojekt „eines erheblichen zeitlichen Vorlaufs“ bedürfe und zudem vermutlich „massive Überzeugungsarbeit bei vielen beteiligten Stellen geleistet“ werden müsse, sei es wichtig, möglichst schnell zu beginnen. Auch könne schon eine Baustraße zum Klinikum den Baustellenverkehr durch die Friedenstraße verhindern.
Sie sei überzeugt davon, dass ein solches Vorhaben realistisch ist, schreibt die Fraktion. Nach ihrem Willen soll der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung am 12. April die Stadtführung und die Verwaltung beauftragen, Verhandlungen mit Land, Kreis und Verbandsgemeinde aufzunehmen.