Kommentar Keine Alternative zum neuen Auswahlverfahren bei „Im Schlüssel 2“

Aufgrund der hohen Nachfrage musste sich der Stadtrat für ein Losverfahren entscheiden.
Aufgrund der hohen Nachfrage musste sich der Stadtrat für ein Losverfahren entscheiden.

Der Stadtrat hatte damals aufgrund der hohen Nachfrage keine Alternative zum Losverfahren.

War das enorm aufwendige Losverfahren, um im vergangenen Sommer einigermaßen Ordnung in die Vergabe der heiß begehrten Bauplätze im „Schlüssel 2“ zu bringen, wirklich notwendig? Heute ist man klüger: nein! Doch wer es damals schon in Frage stellte, musste hellseherische Begabung gehabt haben. Wie, bitte, hätte man sonst der Flut der Interessenten, deren Anzahl zeitweise fast beim Zehnfachen des tatsächlichen Bauplatz-Angebots lag, Herr werden und dabei auch noch eine gewisse Gerechtigkeit wahren sollen? Der Stadtrat jedenfalls sah aus der damaligen Not heraus keine bessere Lösung.

Die Bekanntgabe der Grundstückspreise, die nicht wenige für zu hoch hielten, sorgte bereits für eine erste Abwanderung, es folgten zahlreiche weitere Absprünge. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die aktuelle politische und wirtschaftliche Situation, die zusammen mit Bürokratie und immer stärkerer Reglementierung für breite Verunsicherung sorgt. Sich ein Eigenheim zu bauen, kann angesichts dessen schnell vom Traum zum finanziellen Alptraum werden.

Prinzip „Hamburger Fischmarkt“

Wenigstens wird in Kirchheimbolanden noch gebaut, als Wohnort ist die Stadt geschätzt, auch wenn sozialer Wohnungsbau hier leider kaum eine Rolle spielt. Doch auch Investoren müssen genau rechnen – oder sich von ihrer Bank vorrechnen lassen, was noch geht. Wie es anscheinend der Kreditgeber im Falle der neuen Kleinsiedlung an der Freiheitsstraße nachdrücklich getan hat. Mit dem abgespeckten Modell, das Kosten spart, wird man leben können.

Und im „Schlüssel 2“? Da will man die restlichen Bauplätze bald öffentlich anbieten und nach Reihenfolge der Bewerbungen entscheiden. SPD-Fraktionschef Fritz Leber mutmaßte darin bedenkenträchtig das Prinzip „Hamburger Fischmarkt“: Wer ganz vorn stehe und vielleicht noch laut sei, kriege den Happen. Andererseits: Es ist die Rückkehr zum landauf, landab praktizierten Verfahren der Vermarktung, zu der der Stadtrat fast in Gänze keine Alternative sah. Und gleich gar nicht eine bessere Lösung wusste.

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