Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kaum noch Altkleidercontainer: Wohin mit dem alten Shirt?

Legt man alte Kleidung vor einem Container ab, gilt das als illegale Müllentsorgung.
Legt man alte Kleidung vor einem Container ab, gilt das als illegale Müllentsorgung.

Seit Januar sollen keine Kleidungsstücke mehr im Restmüll landen – doch Altkleidercontainer sind in der Region kaum noch zu finden. Wohin nun mit der alten Kleidung?

„Alttextilien dürfen nicht länger im Restmüll entsorgt werden“ – So lautet die seit Januar 2025 geltende Pflicht zur Getrenntsammlung. Gut erhaltene Kleidung soll in Altkleidercontainer geworfen werden, während nicht mehr tragbare Kleidung bei Recyclinghöfen abzugeben ist. Aber ist dieses Vorgehen in der Region überhaupt so einfach möglich?

Thilo Hahn glaubt das nicht. Er wohnt in Kirchheimbolanden und ist schon seit längerer Zeit auf der Suche nach Altkleidercontainern in der Nähe. „Beim DRK sind die Container geschlossen und auch bei Aldi waren sie zunächst überfüllt und sind jetzt ebenfalls verschwunden“, sagt er. Von Bekannten weiß er, dass viele auf der Suche nach Containern sind. Die Menschen sind verunsichert: „Wo sollen wir denn die Kleidung hinbringen und entsorgen?“

Keine Container mehr vom DRK

Die Kreisverwaltung Donnersbergkreis ist sich dem Problem sehr wohl bewusst. Sie informiert darüber, dass die Sammlung von Altkleidern im Donnersbergkreis in der Vergangenheit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) überlassen war. Dieses betrieb rund 80 Altkleidercontainer in der Region. Mit ihnen sammelte das DRK etwa vier bis fünf Tonnen Kleidung pro Woche. Für den Verband sind Altkleider eine Möglichkeit, soziale Projekte zu finanzieren, entweder durch den Verkauf als Second-Hand-Ware oder durch die Weitergabe an Bedürftige. Nicht mehr tragbare Kleidung wird zur Weiterverarbeitung genutzt.

Laut Kreisverwaltung sind die Container des DRK im Donnersbergkreis aufgrund sinkender Qualität der gespendeten Kleidung und einer rückläufigen Nachfrage in der verarbeitenden Industrie weggefallen. Daher seien die Container Anfang des Jahres geschlossen und der Sammelbetrieb eingestellt worden.

Kleidung vor Container ist illegale Entsorgung

Als die Container geschlossen wurden, wussten wohl viele Kirchheimbolander nicht, wo sie ihre Säcke mit Kleidung abliefern sollen. „Die Leute haben Säcke mit Kleidung einfach vor den geschlossenen Containern abgestellt“, erzählt Hahn. Laut der Kreisverwaltung handelt es sich dabei um illegale Müllentsorgung und damit um eine Ordnungswidrigkeit. Zudem kann die abgestellte Kleidung nicht wiederverwendet werden, wenn sie beispielsweise bereits nass geworden ist. Auch sei es nicht selten vorgekommen, dass Sperrmüll oder andere Abfälle an den Standorten geschlossener Container abgeladen wurden.

Neben Containern des DRK gab es jedoch auch Behälter privater Anbieter. Vereinzelt existieren diese noch, allerdings können die genauen Standorte von der Kreisverwaltung nicht direkt lokalisiert werden. Angesichts der Menge an Kleidung, die das DRK wöchentlich gesammelt hat, geht man jedoch davon aus, dass die verbliebenen Container den Bedarf in der Region nicht decken können.

Kaputte Kleidung weiterhin in schwarze Tonne

Die Kreisverwaltung möchte den Bürgern die Unsicherheit nehmen: „Kaputte, verdreckte oder verschlissene Kleidung sowie Schuhe sollten weiterhin im Restmüll entsorgt werden.“ Außerdem betreibt die Kreisverwaltung auf dem Wertstoffhof an der Deponie Eisenberg eine eigene Annahmestelle für Kleidungsstücke, deren Stoffe recycelt werden können. Das Ziel sei hiermit, „die Lebensdauer von Textilien zu verlängern und ihre Wiederverwendung zu fördern.“

Für die Weitergabe von gebrauchter Kleidung kann das Umweltmobil des Donnersbergkreises genutzt werden. Das Fahrzeug kommt einmal im Jahr in jede Ortsgemeinde, wo jeder Haushalt einen Sack mit Altkleidern abgeben kann. Das Datum, den genauen Ort und die Uhrzeit kann dem Abfallentsorgungsplan entnommen werden. Auch das Warenhaus „Fundus“ in Alsenz nimmt gebrauchte, gut erhaltene Kleidung an, um sie für geringe Preise zu verkaufen und damit gegen die Wegwerfmentalität anzukämpfen. Weitere Abgabestellen sind die DRK-Kleiderkammern in Kirchheimbolanden oder in Rockenhausen. Hier wird nur Kleidung angenommen, die noch tragbar ist und direkt an Bedürftige weitergegeben werden kann.

Der Kreisverwaltung ist bewusst, dass diese Möglichkeiten den Bedarf nicht decken können. Daher werden derzeit Gespräche mit potenziellen Partnern geführt, um eine langfristige Lösung zu entwickeln und damit die Situation zu entlasten.

Bis Ende 2024 standen hinter dem alten Bahnhof in Kirchheimbolanden Container. Im Umfeld legten einige Menschen illegal Sperrmül
Bis Ende 2024 standen hinter dem alten Bahnhof in Kirchheimbolanden Container. Im Umfeld legten einige Menschen illegal Sperrmüll ab.
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