KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Impfungen: Donnersbergkreis schließt seine eigene Liste

Impfzentrum in der Kirchheimbolander Stadthalle: Ab jetzt führt der Weg nur noch über Registrierung beim Land – diese hatten die
Impfzentrum in der Kirchheimbolander Stadthalle: Ab jetzt führt der Weg nur noch über Registrierung beim Land – diese hatten die Verantwortlichen ohnehin schon die ganze Zeit über empfohlen.

Endlich hat die Kreisverwaltung Zugriff auf die Liste der beim Land zur Impfung Registrierten. Daher wird zum 30. April eine E-Mail-Adresse deaktiviert, die bislang von fast 2000 Bürgern aus dem Donnersbergkreis genutzt wurde.

Von einer „sehr hohen Nachfrage“ nach der kreiseigenen Liste berichtet Kreisbeigeordneter Jamill Sabbagh, der die Verteilung der Impfreste koordiniert. Anfang März war die Entscheidung gefallen, ein solches Verzeichnis zu erstellen, für das sich all diejenigen melden konnten, die kurzfristig zum Impfzentrum kommen können, wenn dort Impfreste auf einen Abnehmer warten – beispielsweise, weil am Abend noch Dosen aus angebrochenen Fläschchen verbraucht werden müssen. Dadurch sollte es den Mitarbeitern des Impfzentrums erleichtert werden, Abnehmer zu finden und damit zu verhindern, dass Impfstoff vernichtet werden muss. Außerdem wird seither auch genau dokumentiert, welcher Anspruchsgruppe die Abnehmer der Reste angehören.

Registrierung beim Land unabdingbar

Zu diesem Zweck hatten die Verantwortlichen eigens eine E-Mail-Adresse eingerichtet, unter der Interessierte ihre Daten hinterlassen konnten. Diese wurden von Hand auf eine Warteliste gesetzt, auf die bei Bedarf zugegriffen wurde. Telefonisch erhielten die Bürger dann das Angebot, eine Restdosis zu erhalten – so denn geklärt war, dass sie einer priorisierten Gruppe angehören. Da die Liste des Kreises aber keine Garantie bietet, für die Menschen eher eine zusätzliche Chance auf einen Impftermin bietet, waren alle angehalten, sich auch offiziell beim Land zu registrieren. Mit der Folge, dass viele Angerufene ihre Erstimpfung bereits hinter sich hatten.

Das alles, angefangen beim Übertrag der Kontaktdaten aus den E-Mails in die Warteliste, brachte Aufwand mit sich. Neben einer eigens eingestellten studentischen Hilfskraft waren etliche weitere Mitarbeiter der Verwaltung regelmäßig mit den Impfrestdosen beschäftigt. Umso zufriedener zeigt sich Sabbagh, dass das Impfzentrum nun auf den Pool der Impfregistrierten beim Land zugreifen kann – auf all jene Personen, die registriert sind, aber noch keinen Termin erhalten haben. Da nun alles automatisiert erfolgt, wird zum 30. April die Möglichkeit eingestellt, sich per E-Mail auf die Kreisliste setzen zu lassen.

Noch knapp 500 Namen auf der Liste

Allerdings soll die Liste noch abgearbeitet werden – sprich: Wer schon auf der Warteliste des Kreises steht, das sind laut Sabbagh noch fast 500 Namen, wird auch noch berücksichtigt bei der Verteilung der Impfreste. Es empfehle sich aber unbedingt, dass jeder auch parallel beim Land offiziell registriert ist, unterstreicht der Kreisbeigeordnete. Zumal es Restdosen nicht wie Sand am Meer gibt. Seit Start der Erfassung Anfang März seien rund 300 Restdosen aus angebrochenen Flaschen verimpft worden.

Allerdings: „Der Begriff Reste umfasst mittlerweile viel mehr“, wie Sabbagh erläutert. Wenn Termine kurzfristig abgesagt werden, etwa weil jemand ein Impfangebot beim Hausarzt wahrnimmt, oder wenn aus Mainz gar nicht so viele Termine vergeben werden, wie aufgrund von Impfstoff und Kapazität im Impfzentrum möglich wären, dann wird ebenfalls auf die kreiseigene Liste zurückgegriffen. Auf diese Weise seien schon rund 1000 Menschen von der Kreiswarteliste geimpft. Die Software von Impfzentrum und Land sorge übrigens dafür, dass auch auf diesem Weg Geimpfte automatisch für ihre Zweitimpfung beim Land eingetragen werden, sagt Sabbagh.

Reiner Bauer für Christian Rossel

Durch den Weggang von Impfzentrumskoordinator Christian Rossel ist indes Reiner Bauer, im Hauptberuf Wirtschaftsförderer beim Kreis, mit in der Verantwortung für den reibungslaufen Ablauf. Er ersetzt Rossel als Bindeglied zwischen Verwaltung und Impfzentrum; seinen derzeitigen Aufwand dafür schätzt er auf „eine Viertel- bis halbe Stelle“. Das reiche aktuell aus, da er „einen gut laufenden Betrieb“ übernommen habe. „Das ist ja nicht vergleichbar mit dem Aufwand in der Anlaufphase und beim Hochfahren der Kapazitäten“, sagt er. Als organisatorischer Leiter bleibt Björn Becker dem Impfzentrum erhalten.

Bis zum Wochenbeginn waren im Impfzentrum Donnersbergkreis 14.996 Menschen geimpft worden, 5765 davon haben bereits zwei Impfungen hinter sich gebracht. Hinzu kämen jene, die bei Haus- oder Betriebsärzten ihre Impfung erhalten haben, schildert Bauer, diese Zahlen seien aber nicht bekannt. 2800 Menschen können maximal pro Woche in der Kirchheimbolander Stadthalle geimpft werden – diese Kapazität wurde zuletzt annähernd ausgeschöpft.

x