KIRCHHEIMBOLANDEN
Neue Koordinationsstelle für Impfstoffreste
Der Donnersbergkreis möchte bei seinem Impfzentrum einen neuen Weg gehen: Noch Anfang März soll eine Stelle eingerichtet werden, die sich um die Impfreste kümmert, die an vielen Abenden anfallen. Der Mitarbeiter des Impfzentrums soll auf berechtigte Gruppen zugehen und Impfwillige erfassen, die kurzfristig verfügbar sind.
Auch die Dokumentation fällt in den Aufgabenbereich: Wöchentlich soll der Kreisverwaltung sowie der Öffentlichkeit dargelegt werden, wie viele Restdosen angefallen sind und was mit ihnen passiert ist. Das haben Landrat Rainer Guth und Impfzentrum-Koordinator Christian Rossel am Dienstag angekündigt. Es ist eine Reaktion auf die öffentliche Diskussion um die Verwendung von Impfresten, die sich entsponnen hat, nachdem Guth der RHEINPFALZ bestätigt hatte, dass er und die Beigeordneten Wolfgang Erfurt und Ernst-Ludwig Huy schon am 5. Januar aus solchen Restbeständen geimpft worden waren.
Hoffen auf Listen vom Land
Noch sind nicht alle Details geklärt zu dem Konzept, das dem erweiterten Kreisvorstand – inklusive Fraktionssprecher und Einzelpersonen aus dem Kreistag – bereits vorgestellt wurde. Klar ist, dass sich ein Mitarbeiter des Impfzentrums zunächst mit einer halben Stelle ausschließlich um die Reste kümmert. In die Koordination wird außerdem Jamil Sabbagh eingebunden – ebenfalls Kreisbeigeordneter, aber noch ohne Impfung.
Geklärt werden muss beispielsweise noch die Frage, ob – und wenn ja, in welcher Form – Kontaktdaten des Impfreste-Beauftragten veröffentlicht werden können, so dass sich einzelne Berechtigte auch selbst als „kurzfristig verfügbar“ anmelden können. Rossel verwies darauf, dass dadurch „keine zweite Registrierungsstruktur“ neben der des Landes entstehen dürfe. Einfacher würde die Arbeit seinen Angaben zufolge, wenn das Land dem Impfzentrum Zugriff auf Daten von Impfberechtigten erteilen würde. Eine entsprechende Anfrage nach Mainz laufe seit zwei Wochen.
Durch die zunehmende Öffnung der Prioritätenkategorien I und II für weitere Berufsgruppen sollte es einfacher werden, die Impfreste an den Mann oder an die Frau zu kriegen. Vor allem Lehrer und Erzieher seien oftmals schneller verfügbar als Über-80-Jährige, sind sich Guth und Rossel sicher. Zumal: Bei Impfresten handelt es sich überwiegend um Astrazeneca-Wirkstoff, der nur bis zum 65. Lebensjahr verimpft werden darf.
138 Restdosen im Impfzentrum
„Es muss alles sauber dokumentiert sein“, unterstreicht Rossel, der darin eine weitere Hauptaufgabe sieht. Denn es werde weiterhin nicht möglich sein, alles in Prioritätengruppe I zu verimpfen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich diejenigen, die in diese Kategorie aufgenommen wurden, ja auch ihre regulären Termine holen können – oftmals einfacher, als bei abendlichem Anruf Gewehr bei Fuß zu stehen.
Um nun erstmals Zwischenergebnisse zu vermelden – so wie von einigen Kreistagsfraktionen gefordert –, habe es größeren Rechercheaufwands bedurft, schilderte Guth. Demnach kamen auf bislang 3890 Injektionen im Impfzentrum 138 Restimpfungen. Das entspricht 3,45 Restdosen pro Impftag.
Von diesen 138 übrig gebliebenen Dosen sind 119 an Personen aus Kategorie I gegangen, 16 an solche mit Priorität II und drei wurden in Kategorie III vergeben. Die Impfungen in der zweiten Kategorie sind zu großen Teilen ans Gesundheitsamt gegangen, wie dessen Leiterin Eva Hoffmann bestätigte: In den Hochzeiten der Nachverfolgung „durfte auf keinen Fall geschlossen werden“. Resteimpfungen der Kategorie I betrafen zu 94 Prozent Mitarbeiter von Krankenhaus, Ärzten, Rettungsdiensten und Impfzentrum, nur sechs Prozent gingen an Über-80-Jährige.
Auch Impfteams erfasst
Ebenfalls habe man die Daten der Mobilen Impfteams (MIT) ermittelt, berichtete Rossel, wobei diese teilweise auf Schätzungen beruhten, da die Teams, die beispielsweise fürs Impfen in Seniorenheimen zuständig sind, ihre Reste in Eigenregie verimpfen müssen. „Grundsätzlich sollen von Seiten des Landes aus keine Reste ins Impfzentrum zurückgeführt werden“, schilderte Rossel. Mit solchen Restdosen eines MITs waren Landrat Guth und zwei seiner Beigeordneten letzten Endes geimpft worden. Insgesamt habe es bei 3765 Impfungen 120 Restdosen gegeben, 3,75 pro Impftag eines MITs im Donnersbergkreis. Die Teams, für die der DRK-Landesverband verantwortlich zeichnet, gehen laut Guth beispielsweise auf die Feuerwehren im Umfeld ihrer Impfeinrichtungen zu. Auf der neuen Koordinierungsstelle sollen künftig auch die Impfreste der MITs erfasst werden und was mit ihnen passiert ist.