Meinung Es braucht mehr therapeutische Angebote im Donnersbergkreis
„Die Zahl der psychisch Belasteten wird immer größer.“ Diese Feststellung der Mitarbeiterinnen des sozialpsychiatrischen Dienstes in Kibo wird von zahlreichen Statistiken und Untersuchungen bestätigt. Die Robert-Koch-Stiftung hält beispielsweise als ein wichtiges Ergebnis in ihrem „Deutschen Schulbarometer 2024“ fest, dass inzwischen mindestens jeder fünfte Schüler mit psychischen Problemen zu kämpfen hat und eigentlich therapeutische Unterstützung braucht.
„Eigentlich“ ist hier das entscheidende Wort. Die von der Bundestherapeutenkammer ermittelten fünf Monate Wartezeit auf einen Platz sind zumindest für den Donnersbergkreis noch freundlich geschätzt. Auf knapp 3000 Einwohner kommt ein Therapeut. Das entspricht in etwa dem Landesdurchschnitt, der allerdings der zweitschlechteste bei den westlichen Bundesländern ist. Da wundert es nicht, dass die Situation der Hilfesuchenden zum Verzweifeln ist. Es ist wirklich gut und wichtig, dass es niedrigschwellige Angebote wie den sozialpsychiatrischen Dienst gibt. Das sollte aber den zuständigen Bundesausschuss nicht davon abhalten, die Bedarfsplanung, die aus den 1990er Jahren stammt, dringend zu reformieren.
