Göllheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Bürgermeister-Brief als Hilferuf: Die Feuerwehr braucht Personal

Den Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Göllheim fehlt Personal. Eine Öffentlichkeitskampagne soll helfen, neue Kräfte zu gewinn
Den Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Göllheim fehlt Personal. Eine Öffentlichkeitskampagne soll helfen, neue Kräfte zu gewinnen – ausdrücklich auch Frauen.

Die Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Göllheim haben große Personalprobleme. Deshalb greift der Bürgermeister nun zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Er schreibt einen Brief.

In den kommenden Wochen bekommen Bürger der Verbandsgemeinde Göllheim Post vom Bürgermeister – mit einer wichtigen Botschaft: „Sicherheit braucht Sie!“ So lautet der eindringliche Appell, den Bürgermeister Steffen Antweiler (FWG) an alle Einwohner zwischen 18 und 50 Jahren richtet. Der Grund: Die Feuerwehren der Verbandsgemeinde suchen dringend Verstärkung. Aktuell engagieren sich rund 250 Leute in den 13 Feuerwehreinheiten der VG – doch das ist zu wenig.

Eine im Mai im Verbandsgemeinderat vorgestellte Bedarfsstudie hat deutlich gemacht, dass rund 100 Feuerwehrangehörige fehlen, um die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern. „Jede unserer Wehren ist betroffen“, erklärt Wehrleiter Steffen Specht. Zwar könne man vielerorts auf engagierte Nachwuchskräfte aus den Jugendfeuerwehren bauen. Das reiche aber bei weitem nicht aus. Um das Ehrenamt Feuerwehr wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, startet die VG Göllheim eine umfassende Öffentlichkeitskampagne. Damit will die Verbandsgemeinde Göllheim ein Zeichen für das Ehrenamt setzen – und gleichzeitig zeigen, dass Feuerwehrarbeit mehr sei als Löschen und Retten: Sie sei Ausdruck von Zusammenhalt, Engagement und gelebter Solidarität.

Zwei Hoffnungsschimmer: mehr Homeoffice, mehr Frauen

Neben dem Schreiben des Bürgermeisters gibt es Beiträge im Amtsblatt sowie Aktionen in den sozialen Medien, die das vielfältige Engagement der Feuerwehrleute vorstellen. „Es muss uns gelingen, das Ehrenamt wieder näher zu den Menschen zu bringen und sie dafür zu begeistern“, betont Specht. Besonders tagsüber während der Werktage sei die Personaldecke vielerorts dünn – Wehrleute, die außerhalb ihres Wohnorts arbeiteten, könnten oft nicht ausrücken. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Durch die zunehmende Homeoffice-Tätigkeit in den vergangenen Jahren könne man inzwischen auf einige Feuerwehrleute mehr zurückgreifen. Zudem beschränke sich der Feuerwehrdienst schon längst nicht mehr auf Männer. Organisatorisch und räumlich sei die Mitarbeit von Frauen keine Hürde mehr. In den Einsatzabteilungen seien sie längst feste Bestandteile der Teams.

Antweiler hat das Thema Personalmangel nun zur Chefsache gemacht und verschickt Post. In seinem Schreiben erklärt der Bürgermeister, dass der Bevölkerungsschutz im ländlichen Raum fast ausschließlich auf freiwilligem Engagement beruhe. „Es gibt immer noch Menschen, die glauben, die Feuerwehr sei hauptamtlich organisiert. Diese Annahme ist ein Irrtum – mit Ausnahme der größeren Städte“, stellt der Bürgermeister klar. Er verweist auf das Brand- und Katastrophenschutzgesetz des Landes, das die Gemeinden verpflichtet, funktionierende Feuerwehren bereitzuhalten. Sollte die freiwillige Mitarbeit nicht ausreichen, könne der Bürgermeister im äußersten Fall auch 18- bis 60-Jährige zum Dienst verpflichten. „Mein ausdrückliches Ziel ist es, diesen Schritt zu vermeiden“, betont Antweiler. „Unsere Stärke liegt im freiwilligen Zusammenhalt – im Miteinander für die Sicherheit aller.“ Sein abschließender Appell: „Werden Sie Teil unserer Feuerwehr.“

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