Göllheim So soll die Feuerwehr fit für die Zukunft werden

Bei diesem Großbrand vor anderthalb Jahren in Rüssingen war nahezu die gesamte Feuerwehr der Verbandsgemeinde Göllheim im Einsat
Bei diesem Großbrand vor anderthalb Jahren in Rüssingen war nahezu die gesamte Feuerwehr der Verbandsgemeinde Göllheim im Einsatz.

Die Verbandsgemeinde Göllheim hat einen Bedarfsplan für ihre Feuerwehr erstellt. Das Ziel: Sie soll auch in 25 Jahren noch existenzfähig sein.

Die Feuerwehr ist ein integraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur, aber auch zentraler Baustein des Gemeindelebens in der Verbandsgemeinde Göllheim. Sie wird fast vollständig von ehrenamtlich engagierten Bürgern getragen. Das soll, wenn es nach dem VG-Rat geht, auch in 25 Jahren noch der Fall sein. Dafür muss aber noch einiges getan werden. Um zu identifizieren, wo personelle und strukturelle Defizite vorliegen, hat die VG bereits Anfang des Jahres einen sogenannten Feuerwehrbedarfsplan erstellt und in der jüngsten Ratssitzung einstimmig beschlossen. Ein solcher Plan analysiert Risiken, identifiziert, wo Handlungsbedarf besteht und definiert entsprechende Maßnahmen. Wie Bürgermeister Steffen Antweiler in der Ratssitzung betonte, will die VG in dieser Frage aktiv werden, bevor diese Planung im Sommer für die Kommunen im Land verpflichtend wird.

Der Plan, gemeinsam mit dem Experten Michael Ufer, ehemaliger stellvertretender Direktor der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern, erarbeitet, zeigt sowohl Stärken als auch Lücken im System. Grundsätzlich sei die Feuerwehr der VG Göllheim gut ausgestattet, erläuterte Bürgermeister Steffen Antweiler. Doch Defizite, vor allem bei der Fahrzeugausstattung und der Mannschaftsstärke, erforderten dringendes Handeln. So werden aktuell die Mindestanforderungen an Fahrzeuge, die eine Ortsgemeinde vorhalten muss, mancherorts unterschritten.

Im Zellertal fehlt es an Löschwasser

Der Plan sieht beispielsweise vor, ein dringend benötigtes Tanklöschfahrzeug (TLF) mit 4000 Litern für die Stützpunktwehr Göllheim zu beschaffen – die Ausschreibung läuft bereits. Ein TLF 3000 soll dafür von Göllheim nach Albisheim verlegt werden, weil im Zellertal ein Defizit an Löschwasser besteht. Damit können unter anderem Flächenbrände bekämpft werden. Auch die Atemschutzausbildung soll forciert werden, da es in einzelnen Gemeinden zwar die entsprechenden Geräte gibt, aber nicht genügend spezialisiertes Personal, um sie zu bedienen. Der Beschaffungsplan dafür ist bis ins Jahr 2035 ausgearbeitet.

Wie Antweiler in der Ratssitzung betonte, sind alle Anschaffungen, auch die noch geplanten, durch Haushaltsmittel abgedeckt. Insgesamt 350.000 Euro wurden für das laufende Haushaltsjahr bereits freigemacht, ausgegeben wurden bisher allerdings lediglich 85.000 Euro. Das liegt auch daran, dass die VG keine Neufahrzeuge erwirbt, sondern sich ausschließlich auf dem Gebrauchtmarkt umsieht und so erhebliche Summen einspart. Mit einer weiteren Ausgabe in ähnlicher Höhe ist dieses Jahr noch zu rechnen.

Fast kein Feuerwehrhaus entspricht den Anforderungen

Was die Gebäude angeht, so entspricht fast keines der 13 Gerätehäuser aktuell den gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb soll die Studie als Grundlage für einen Investitionsplan dienen, um möglichst viele Feuerwehrhäuser sukzessive renovieren und mit sanitären Einrichtungen sowie Umkleideräumen ausstatten zu können. Theoretisch wäre es auch möglich, sich auf wenige Standorte zu beschränken. Antweiler betonte aber, dass dies nicht Ziel der Untersuchung sein soll. Vielmehr solle in jeder Ortsgemeinde ein Standort gehalten werden.

Besonderes Augenmerk der Bedarfsuntersuchung liegt auf den personellen Defiziten. Derzeit zählt die Feuerwehr der Verbandsgemeinde insgesamt etwa 250 Mitglieder – rund 100 weniger als erforderlich, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Dieser Mangel ist besonders tagsüber spürbar. Der Bedarfsplan setzt daher auf gezielte Förderung der Bambini- und Jugendfeuerwehr. „Wo es eine starke Jugendarbeit gibt, gibt es auch langfristig weniger Probleme“, betonte der Bürgermeister. Auf keinen Fall soll es zu Zwangszusammenschlüssen von einzelnen Ortswehren kommen. Das schmälere langfristig die Akzeptanz für die Feuerwehr. Stattdessen will die VG künftig auch selbstständig Ausbildungslehrgänge anbieten, soweit hier die Kapazitäten des Kreises bereits ausgeschöpft sind.

Strukturelle Defizite wie Ausrückzeiten im ländlichen Raum oder die personelle Stärke würden auch mittels eines Bedarfsplans nicht kurzfristig zu beseitigen sein, betonte Antweiler. Die zentrale Frage lautet: Wie sieht die Feuerwehr der VG im Jahr 2050 aus? – Hierzu soll der Plan, der im fünfjährigen Rhythmus fortgeschrieben wird, eine Orientierungshilfe liefern.

x