Steinbach RHEINPFALZ Plus Artikel Dorftheater Steinbach zieht die Besucher magisch an

Freuen sich auf die Premiere in Steinbach (von links): Ina Herrbruck, Christoph Müller und Anna Dall.
Freuen sich auf die Premiere in Steinbach (von links): Ina Herrbruck, Christoph Müller und Anna Dall.

Wird der Landrat trotz Intrigen wiedergewählt? „Love and Peace im Landratsamt“ heißt das neue Stück des Dorftheaters. Das Interesse daran ist groß.

Am Freitag (19.30 Uhr) ist Premiere im Dorftheater Steinbach. Gespielt wird „Love and Peace im Landratsamt“. Die Komödie in drei Akten hat Andreas Wening geschrieben, dessen humorvolle Werke um Liebe, Triebe und Affären sowie um Klatsch und Tratsch die Lachmuskeln der Besucher seit Jahr und Tag strapazieren.

Seit 1983 wird in Steinbach (wieder) Theater gespielt. Das Theater im Sportheim des TuS bietet 199 Besuchern Platz. Fünf Vorstellungen gibt es, alle sind traditionell längst ausverkauft, frohlockt Wolfgang Bauer. Der pensionierte Polizist ist wie Gerald Heeger ein Mann der ersten Stunde. Heeger, lange Jahre Hauptdarsteller, ist heute Theaterleiter und souveräner Souffleur. Dauerbrenner Bauer spielt den Bürgermeister Friedbert Rappel, füllt das Programmheft und ist als Quasi-Intendant der Mann für alle Fälle. Seine Ansagen beim Probelauf sind klar und witzig. Das klingt dann auch mal so: „Du muschd nur do stehe unn bleed gucke …“

Alle Vorstellungen sind ausverkauft

Der Premiere am 4. April folgen Aufführungen am 5. April (19.30 Uhr), 6. April (17 Uhr) sowie 11. April und 12. April (jeweils 19.30 Uhr). Wenn sich der Vorhang hebt, ist die Arbeit für Rosy Kinzer, die den Vorverkauf mit Engelsgeduld managt, getan. Wenn der Vorhang fällt, stehen viele Stammbesucher wohl schon wieder an, um sich für das 41. Stück im Jahr 2026 ein Plätzchen zu sichern.

„Love and Peace im Landratsamt“ spielt in Kirchheimbolanden, wo Landrat Bernhard Oppenau, überzeugend gespielt vom drahtigen Volker Bauer, um seine Wiederwahl kämpft. Seine intrigante Widersacherin Hilde Brustwickel-Schnödesenf spielt unverwechselbar Nicole Geißler, ein Steinbacher Theater-Original mit dem Gütesiegel „besonders wertvoll“. So richtig Theater ins Theater bringt die aus den USA eingeflogene, völlig durchgeknallte Tamara Bloomberg, gespielt von Michelle Fauß. Die Haschisch-Kekse aus Tamaras Backstube sorgen für allerlei Trubel in Kerchem. Tamaras Tochter wird überzeugend von Annika Bendel dargeboten. Dem Schlagersternchen Gaby Stern gibt Sophia Selzer in einer neuen Paraderolle eine Stimme.

Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck vom Dorftheater.
Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck vom Dorftheater.
Haben Spaß an der neuen Komödie in Steinbach: Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck.
Haben Spaß an der neuen Komödie in Steinbach: Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck.
Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck vom Dorftheater.
Christoph Müller, Anna Dall (mit blauer Jeansjacke) sowie Ina Herrbruck vom Dorftheater.

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Der Vorzimmer-Drachen wundert sich

Nico Werner, weiterhin für die Technik zuständig, hat im vergangenen Jahr bei seinem Bühnen-Debüt als Kasimir Thomalla im „Sauna Gigolo“ Feuer gefangen und spielt nun den RHEINPFALZ-Reporter Timo Treiber, der nach Sensationen und Schlagzeilen giert. So rätselt des Landrats Vorzimmer-Drachen Elfriede Stegner, von Aline Breitenbruch mit wunderbarer Mimik und Gestik dargestellt, „warum immer nur so viel passiert, wie in die Zeitung rein passt“. Stegner ist Wahlkampfmanager Marcel Meisner, dessen Arroganz Philipp Bauer perfekt auf die Bühne bringt, in herzlicher Abneigung verbunden. Am Ende sind sie ein Herz und eine Seele.

Improvisation ist bei den jungen Eltern im Ensemble gefragt, um weiter Theater spielen zu können. Ina Herrbruck, die zum Dorftheater-Inventar gehört, ist seit fünf Monaten Mutter. Die Berufsschullehrerin ist in Elternzeit. Um ihrem Theater treu bleiben zu können, braucht sie die familiäre Unterstützung. Papa hütet Tochter Pia, wenn die Mama probt. „Die Texte lerne ich, wenn die Kleine schläft oder wenn ich stille“, verrät die junge Mutter, die im aktuellen Stück die widerspenstige Ex-Frau von Landrat Oppenau verkörpert.

Theaterspielen hilft beim Abschalten

Die Rolle ihrer Theater-Tochter Lore spielt Anna Dall mit sichtlicher Begeisterung. Ihre Tochter Emma ist eineinhalb, Mann und Mama sorgen für die Betreuung, wenn das Theater zur Probe ruft. „Texte lerne ich, wenn Emma schläft. Beim Theaterspielen kann ich abschalten, ich freue mich regelrecht aufs Theater“, sagt die Lehrerin, die einmal in der Woche in der Grundschule in Rockenhausen unterrichtet.

„Wir haben uns bewusst für dieses Stück entschieden, damit wir Christoph Müller weiter dabei haben können“, sagt Wolfgang Bauer. „Ich habe die kürzeste Rolle – 15 Sätze“, verrät Müller, im richtigen Leben Elektrotechnikermeister. Er ist Vater der eineinhalb Jahre alten Zwillinge Sophia und Lisa und kommt im aktuellen Stück erst ganz zum Schluss als Polizeiwachtmeister Kramer zu Wort. Es kommt ihm entgegen, erst gegen Ende der Probe einlaufen zu müssen. „Den Text lerne ich zwischen zwei Toilettengängen“, erzählt Christoph Müller lachend.

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