Steinbach
Mit Spaß, Herz und Leidenschaft: Nicolas Werner debütiert im Steinbacher Dorftheater
Nicolas Werner, Nico genannt und als Nico bekannt, hat sich einen Traum erfüllt: Als Kind spielte der Steinbacher im Fidibustheater mit, im April stand er bei fünf Aufführungen im immer ausverkauften Steinbacher Dorftheater auf der Bühne. In der Komödie „Der Sauna-Gigolo“ von Andreas Wenning, einem Stück in drei Aufgüssen, spielte Nicolas Werner den Kasimir Thomalla. Es war eine gelungene Premiere für den 25-Jährigen, der wunderbare Kritiken erhielt.
Er spielte als sei er schon immer und ewig dabei. Gestik, Mimik – es wirkte perfekt. Da spielt einer mit viel Herz und großer Leidenschaft. Er passt zum Team, er passt ins Team. Der Bühnen-Debütant, lange Zeit schon im technischen Bereich im Dorftheater engagiert, begeisterte und freute sich über fünf tolle Aufführungen. „Als eine sechste Männerrolle zu besetzen war, kam ich zum Zug“, sagt der in Kirchheimbolanden geborene IT-Administrator, der in Kaiserslautern arbeitet.
Prinzip „Learning by doing“
„Ich spiele Theater mit Freunden und mit meiner Freundin Annika“, schildert Werner. Annika Bendel zählte schon im Vorjahr zum Ensemble, heuer spielte sie die Saunabesitzerin Roswitha Algengrün. Seinen Kasimir-Text lernt Nico Werner nach dem „Learning-by-doing“-Prinzip auswendig. „Dehäm“ hat er seinen Text zweimal gelesen und ihn dann bei den Proben nach und nach verinnerlicht. Seine Annika hat ihn daheim aber immer mal wieder abgehört. Hilfreich, um der Nervosität vorzubeugen.
Theaterspielen heißt für Nico Werner, den Hobby-Skifahrer, Gemeinschaft zu pflegen, Gemeinschaft zu erleben und zu genießen. „Wir haben Spaß auf und hinter der Bühne. Da muss man schon mal aufpassen, dass man nicht zu laut lacht“, verrät er vom bewegten Innenleben hinter der Bühne, das dem Zuschauer ja verborgen bleiben soll. Auf der Bühne heißt’s mitunter auch sich zusammenzureißen, um nicht lauthals in Lachen auszubrechen. Die Gefahr besteht, wenn Volker Bauer, der diesmal den trotteligen Gerhard Melzer spielte, mal wieder textmäßig improvisiert und immer mal wieder zur Überraschung aller kernige Witze raushaut. „Bei Volker weiß man nie, was noch kommt“, sagt Werner lachend.
Streben nach Perfektion
Er will, ausreichend Männerrollen vorausgesetzt, im nächsten Jahr gerne wieder auf den Brettern stehen, die Spaß und gute Unterhaltung garantieren. Noch ist das Stück für 2025 nicht ausgesucht. „Nächstes Jahr wird’s noch besser“, verspricht Werner, der bei allem Spaß nach Perfektion strebt. Dass jetzt mit Werner, davor mit seiner Freundin Annika, mit Aline Breitenbruch, Christoph Müller und Michelle Fauß neue Schauspieler und Schauspielerinnen ins Ensemble stießen, freut die alte Garde sehr. Wolfgang Bauer, der diesmal den Dr. Möbius gab, und Gerald Heeger, jetzt Souffleur und Theaterleiter, standen schon vor 41 Jahren auf der Steinbacher Bühne. Mit den Einaktern „Der selige Florian“ und „Die Pferdekur“ nahm die Steinbacher Theatergeschichte ihren Lauf. Nachwuchstalente wie Nico Werner tun gut und sichern dem Dorftheater seine Zukunft. Jetzt aber ist erstmal Sommerpause.
Langweilig wird’s Nico Werner, dem überzeugten Steinbacher, der sich auch als Betze-Besucher über den Klassenverbleib des FCK freuen durfte, sowie nie. „Bei uns ist immer was los“, sagt der 25-Jährige. Er ist Beisitzer im Vorstand des TuS Steinbach, er ist in der Männer-Showtanzgruppe „Riverstones“ aktiv und auch bei den Keglern dabei. Außerdem ist er Vorsitzender beim Kerwe- und Jugendverein. In einer Steinbacher Hobbymannschaft wird seit geraumer Zeit auch gekickt, die drei ersten Spiele, bei denen der Spaß im Vordergrund steht, wurden allerdings verloren. „Die dritte Halbzeit gewinnen wir immer“, sagt Nico Werner, ein lustiger Geselle, der auch beim Becherstapeln Erfahrungen vor Publikum sammelte. Der Wunsch, in seinem Steinbach Theater zu spielen, hat sich in diesem Jahr erfüllt. Der Traum, zusammen mit seiner Mutter Sandra auf der Bühne zu stehen, blieb unerfüllt. Sie spielte in 15 Stücken mit. 2018 ist sie gestorben. Nico hat auch für sie gespielt.