Donnersbergkreis Die Kleinen sollen mehr experimentieren
Kirchheimbolanden. Vergangene Woche war der Tag der kleinen Forscher. Ein bundesweiter Mitmachtag für gute frühe Bildung in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik, zu dem die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ aufgerufen hatte. Für den Bundestagsabgeordneten Xaver Jung (CDU) ist so etwas eine wunderbare Sache. Er wünscht sich noch viel mehr kleine Forscher. Gerade im Donnersbergkreis. Denn dort sei bislang keine Kindertagesstätte oder Grundschule zertifiziert.
Genau das würde der Abgeordnete aus Rammelsbach im Kreis Kusel gerne ändern. Jung ist Mitglied des Bildungs- und Forschungsausschusses des Bundestages und in seiner Fraktion für schulische und vorschulische Bildung zuständig. Deswegen liegt ihm auch das „Haus der kleinen Forscher“ so am Herzen. Das ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich seit 2006 bundesweit für eine bessere Bildung von Kindern in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik, den sogenannten MINT-Fächern, engagiert. Laut Normann Stricker, Stiftungs-Länderreferent von Rheinland-Pfalz, unterstütze die Stiftung mit einem Fortbildungsprogramm pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kindertagesstätten dabei, Kinder beim Forschen qualifiziert zu begleiten. Gefördert wird die Stiftung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Jung hat sich vorgenommen, das Projekt bekannter zu machen. Das ist auch nötig. „Ursprünglich war es das Ziel, dass 80 Prozent aller Kitas in Deutschland an der Initiative teilnehmen“, erzählt der Bundestagsabgeordnete im RHEINPFALZ-Gespräch. Dieser Wert sei jedoch bisher in keinem Bundesland erreicht worden – in Rheinland-Pfalz beteiligen sich laut Jung nur rund 35 Prozent aller Kitas. Die Gründe, warum das so ist, seien vielfältig. So fehle es nicht nur an Geld, sondern auch an Kooperationspartnern, die die Initiative unterstützen. Besonders schlecht sehe es im Donnersbergkreis aus, wo laut dem Abgeordneten keine Kindertagesstätte zertifiziert ist. Allerdings sei es auch nicht einfach, das Zertifikat zu bekommen und zu behalten. Dafür seien zeitaufwendige Weiterbildungsveranstaltungen notwendig. „Das müssten sie nicht sein, da wären auch Tagesfortbildungen denkbar“, sagt Jung. Die wiederum würden nicht bezuschusst. Seit einem Jahr können auch Grundschulen teilnehmen. Tun sie aber bisher so gut wie nicht. Jung würde das dort wie in Kitas gerne ändern und rührt die Werbetrommel für das Projekt. Weil er weiß, dass die Kinder Spaß daran haben, wenn sie experimentieren und etwa selbst Limonade herstellen dürfen. „Wenn es an der Basis fehlt, muss man sich nicht wundern, wenn Studentenzahlen zurückgehen und es an Fachkräften im MINT-Bereich mangelt“, sagt Jung. Info Weitere Informationen zum „Haus der kleinen Forscher“ gibt es im Internet unter www.haus-der-kleinen-forscher.de |ssl