Donnersberger Echo RHEINPFALZ Plus Artikel Der Berg ruft die Radler und die der Ernst des Lebens die Schüler

Mit Schwung auf den Berg, , mit Motörchen ist das jetzt kein Problem mehr.
Mit Schwung auf den Berg, , mit Motörchen ist das jetzt kein Problem mehr.

Mimm Radl do

„Ja, mir san mim Radl do“ – was jahrelang allenfalls als lästiger Ohrwurm sein Dasein fristet, könnte sich demnächst zum Dauerbrenner entwickeln. Denn „mim Radl do“, san wahrscheinlich und hoffentlich demnächst jede Menge Stadtradler und Touris. Manche davon sicher auch „mim E-Radl“. Ich bekenne mich übrigens auch dazu, ich fahre mit Motörchen und bin begeistert. Unendliche Weiten tun sich da auf, selbst der Donnersberg verliert angesichts der Aku-Hilfe seinen Schrecken.

Und das Radfieber zieht weite Kreise. So wird jetzt allerorten, und eben auch im Donnersbergkreis, zum Stadtradeln aufgerufen. Eine tolle Sache: Es werden möglichst viele Kilometer und dabei jede Menge Erfahrungen erradelt. Besonders für kommunalpolitische Entscheidungsträger eine hervorragende Sache. Und nachdem im Stadtrat der CDU-Antrag für ein Nahverkehrs-Radwegekonzept einstimmig angenommen wurde, was Grünensprecher Stephan Sauer einen „Endlich“-Seufzer entlockte, nachdem also dahingehend große Einigkeit herrscht, muss jetzt auch Butter bei die Fisch, beziehungsweise Schotter auf die Wege. Anschlüsse herstellen, Lücken schließen, Beschilderungen ausweisen – all das ist nötig und braucht Zeit und eben auch die nötige Erfahrung, die man beim Sadtradeln sammeln kann. Auf der Internetseite Stadtadeln. de wird alles genauestens erklärt, und dort geht es auch zur Bürgerbeteiligungsplattform RADar!, wo die Radler ihre Erfahrungen eintragen sollen. Also mitmachen und mitmeckern durchaus erwünscht.

Räder könnten übrigens auch dazu dienen, Gespenster zu vertreiben. Zumindest das Schreckgespenst der Sommerrodelbahn könnte ihnen vielleicht weichen. Denn wenn es gelingt, den Kreis für sanften Radtourismus fit zu machen, dann würde ja vielleicht der „Leuchtturm“ auf dem Berg gar nicht mehr gebraucht. Zumal seine Bedeutung für die Region ohnehin sehr unterschiedlich beurteilt wird.

Es wird Ernst

Der Ernst des Lebens – im Zusammenhang mit Schulzeit immer wieder gerne bemüht und dabei nie so wahr wie jetzt. Es ist tatsächlich, als würde man ab Montag den Ernstfall proben. Als Netz und doppelter Boden fungieren Maske und Abstand. Ganz hundertprozentig wohl fühlt sich Schulleiter Oeynhausen von der Realschule plus in Kirchheimbolanden daher auch nicht, und mit ihm wohl vermutlich tausende Schulleiter und Lehrer. Aber er freut sich auch auf die Schüler, auf den Schulbetrieb, darauf, dass das Schulhaus wieder lebendig wird, und auch das teilt er wohl mit zahlreichen anderen Lehrer. Und auch den Schülern, man höre und staune, ist das unerwartet lange Schulfrei dann wohl auch irgendwann zu viel geworden. Sie vermissen die Freunde, die Pausen, manche Lehrer und sogar manche Fächer. Die Wertschätzung für das, was dem Leben Struktur gibt, für die Menschen, die immer da sind und auch immer mal nerven, die ist in Coronazeiten eben auch im Schulleben gestiegen.

Gestiegen ist dabei allerdings auch, das zu erkennen braucht nicht viel Fantasie, die Belastung für die Lehrkräfte und Schulleiter. Sie sollen die Schüler für den Beruf fit und für ihr Leben stark machen und jetzt auch noch dafür sorgen, dass das alles ohne gesundheitliches Risiko geschieht. Einsichtige Kinder und Eltern können ihnen dabei sicher das Leben leichter machen. Und ein Schulministerium, das künftig die aktualisierten Coronaverordnungen für die Schulen nicht mehr freitagsnachmittags aktualisiert, wäre sicher auch eine wertvolle Hilfe.

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