Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Das passiert mit übrig gebliebenem Corona-Impfstoff im Donnersberg-Impfzentrum

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Wenn am Abend geöffnete Fläschen mit kostbarem Corona-Impfstoff übrig sind, dann soll dieser selbstredend nicht verschwendet werden. Zuletzt waren Krankenhaus und Rettungsdienst Abnehmer, doch bald werden die Verantwortlichen wieder kreativ werden müssen – so wie schon in der Startphase.

Weniger als 100 Einzeldosen seien bislang insgesamt an den Abenden übrig gewesen, sagt der Koordinator des Donnnersberg-Impfzentrums, Christian Rossel. Allerdings: Es werde in Zukunft vermutlich öfter mal zu Überschüssen kommen. Denn seit Dienstag werden in Kirchheimbolanden zwei verschiedene Wirkstoffe verimpft, sowohl vom Biontech- als auch vom Astrazeneca-Impfstoff sollte am Ende des Tages möglichst nichts entsorgt werden müssen. Hinzu komme: Der neue Astrazeneca-Wirkstoff werde in größeren Behältnissen geliefert. Neun bis zehn Einzeldosen seien einem Fläschen zu entnehmen, bei Biontech fünf bis sechs. Heißt: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass am Ende des Tages etwas übrig bleibt.

Da sieht Rossel eine Entwicklung auf die Verantwortlichen zukommen, die bislang noch keiner auf dem Schirm hat: „Das Thema wird umschwenken“, warnt er. Während derzeit allenthalben über Impf-Vordrängeln diskutiert werde, „will bald keiner mehr Reste haben“. Denn davon gebe es immer mehr, aber immer weniger Menschen, die für solche Reste laut Impfverordnung in Frage kommen und die sich nicht lieber einfach einen Termin machen.

Mittlerweile strengere Vorgaben

Das deute sich derzeit schon an. Bei Rettungsdienst und Krankenhaus habe das Impfzentrum feste Ansprechpartner mit Listen, wer noch für eine Impfung in Frage kommt. Dadurch konnten die Reste zuletzt problemlos verimpft werden. Doch aus Sicht des Rettungsdienstes gebe es keinen Sinn mehr, diesen Aufwand zu betreiben, da die Mitarbeiter nun problemlos ihre eigenen Termine ausmachen könnten. „Und beim Krankenhaus sind spätestens Anfang nächster Woche alle mit Priorität eins geimpft“, sagt Rossel.

Im Vergleich zu Anfang des Jahres gebe es mittlerweile strengere Vorgaben, an wen Impfstoffreste ausgegeben werden dürfen. Und damit erschwere sich zudem die Antwort auf die Frage: „Wen kann man kurzfristig erreichen?“ Das sei eine „große Herausforderung“ der Impfverordnung in der aktuellen Form, befindet Christian Rossel.

Dennoch ist es dem Leiter des Impfzentrums in der Stadthalle nicht entgangen, dass die öffentliche Diskussion sich derzeit noch um die Ausgangsfragestellung dreht: An wen werden und wurden die Reste bislang verimpft? Ja, das beschäftige ihn seit Tagen, er sei schon vielfach angesprochen worden, berichtet Rossel. Aktuell könne die vom Land vorgegebene Regelung genau eingehalten werden. Über allem throne aber stets die Vorgabe: Es soll – wenn möglich – keine einzige Dosis verschwendet werden.

Auch Impfstoff ans Gesundheitsamt

Und diesem Leitsatz sei in der Startphase im Januar alles untergeordnet gewesen. „In den ersten 14 Tagen war es überhaupt nicht möglich – und auch vom Land überhaupt nicht gefordert –, alle Reste in die Kategorie eins zu vergeben“, sagt Rossel. „Wo hätten wir Kontaktadressen von Über-80-Jährigen herkriegen sollen? Die kurzfristig mobil sind und im Impfzentrum auftauchen können?“ Krankenhaus und Rettungsdienst habe man damals angeschrieben, aber die hatten Zusagen, in ihren eigenen Strukturen geimpft zu werden, und daher keinen Bedarf. Eine „von der Kassenärztlichen Vereinigung angekündigte Liste“, welche niedergelassenen Ärzte nach damaligen Voraussetzungen die Impfpriorität eins haben, sei nie gekommen.

Daher habe man in den ersten Wochen übrig gebliebenen Wirkstoff anderweitig verimpft. Unter anderem an einzelne Mitarbeiter des Gesundheitsamts. „Die waren gut greifbar, und es war sinnvoll, dass sie in der Hochphase der Nachverfolgung arbeitsfähig bleiben“, befindet Rossel. Bald werde es wieder so weit sein, „dass wir niemanden aus Kategorie eins haben, der kurzfristig zur Verfügung steht“.

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