Kirchheimbolanden RHEINPFALZ Plus Artikel Weniger Lust auf Astrazeneca-Impfstoff

Bis zu 200 Impfungen pro Tag gab’s zuletzt im Impfzentrum in Kirchheimbolanden.
Bis zu 200 Impfungen pro Tag gab’s zuletzt im Impfzentrum in Kirchheimbolanden.

Erstmals wird im Impfzentrum des Donnersbergkreises in Kirchheimbolanden der Astrazeneca-Impfstoff verimpft. Die Trennlinie verläuft scharf: Den Impfstoff erhalten Angehörige der Kategorie I bis zum Alter von 65 Jahren. Offenkundig gibt es Vorbehalte in der Bevölkerung.

400 Dosen des Astrazeneca-Serums sind Anfang der Woche laut Impfzentrum-Koordinator Christian Rossel in Kirchheimbolanden angeliefert worden. Am Dienstag wurde erstmals damit geimpft. Die Größe der Lieferung beruht auf einer etwa zwei Wochen alten Zahl, wie Rossel erläutert: Zum damaligen Zeitpunkt waren rund 360 Menschen mit einem Termin bedacht, die der Kategorie I angehören, obwohl sie noch unter 65 Jahre alt sind – also vor allem medizinisches Personal. Über 65-Jährige bekommen das Biontech-Produkt.

Bis zu 500 Impfungen am Tag möglich

Ob sich aber Abnehmer für alle 400 Dosen finden werden? Die Akzeptanz des Astrazeneca-Produkts sei beileibe „nicht so hoch wie erwünscht“, hat Rossel festgestellt. Zuletzt habe sich schon auf Landesebene gezeigt, dass immer wieder Termine zurückgegeben würden, nachdem die Impfberechtigten informiert worden seien, dass für sie das Astrazeneca-Serum vorgesehen ist. Auch der Start im Donnersbergkreis sei holprig verlaufen: 35 Termine für eine Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff seien für Dienstag vergeben worden, in fünf dieser Fälle sei der Impfberechtigte nicht erschienen. Der Koordinator findet das schade: Wenngleich die kolportierte Schutzquote des neuartigen Impfstoffs unter der des Biontech-Wirkstoffs liege, so „liegt sie immer noch deutlich über der von Grippeschutzimpfungen“.

Bis zu 200 Menschen am Tag werden derzeit in der Stadthalle in Kirchheimbolanden geimpft. An schlechten Tagen sind es laut Rossel auch mal nur 80. In den vergangenen Tagen sei aber immer mal wieder Volllast gefahren worden – also durchgängig acht Termine pro Viertelstunde. „Da gab es überhaupt keine Probleme“, sagt Rossel und ist sich sicher, dass „wir auch 500 pro Tag hinbekommen würden“. Für eine solche Auslastung allerdings müsste räumlich etwas verändert werden: mehr Platz im Wartebereich, „denn momentan kommen viele mit Begleitperson“.

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