Donnersbergkreis
Corona: Ab Wochenende nächtliche Ausgangsbeschränkung im Donnersbergkreis
Noch vor Wochenfrist hatte der Wert für den Donnersbergkreis nahe der Marke 50 gelegen. Zuletzt aber ging es rapide bergauf. Am Mittwoch legte er durch 31 Neuinfektionen auf 120,8 zu. Am Donnerstag ist die Sieben-Tage-Inzidenz gar auf 143,4 gestiegen. Schon jetzt steht fest: Auch der Wert, der am Freitagnachmittag veröffentlicht wird, wird über 100 liegen – selbst wenn an diesem Tag keine einzige Infektion mehr dazu kommen sollte. Eva Hoffman, die Leiterin des Gesundheitsamtes, erwartet aber ohnehin weiter steigende Zahlen für die kommenden Tage.
Nachts nur aus triftigem Grund raus
Ein Inzidenzwert im dreistelligen Bereich an drei aufeinanderfolgenden Tagen bedeutet: Die Beschränkungen werden verschärft – so wie das die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes vorsieht. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, Punkt Mitternacht, tritt die sogenannte Allgemeinverfügung in Kraft, die unter anderem eine nächtliche Ausgangsbeschränkung beinhaltet: Von 21 bis 5 Uhr dürfen die Menschen im Donnersbergkreis ihre Wohnung nur auch aus triftigem Grund verlassen – wozu unter anderem der Job oder auch Gassigehen mit dem Hund zählen. Die wenigen Gastronomiebetriebe, die es zuletzt trotz der kalten Witterungsbedingungen mit Außenbewirtung versucht haben, müssen diesen Plan erstmal ad acta legen. Beim Einkauf gelten verschärfte Terminshopping-Regeln.
Dass die Anzahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tage so drastisch zugenommen hat, sei sicherlich auch noch eine Folge der Osterfeiertage, sagt Hoffmann. Eine weitere Vermutung der Gesundheitsamtsleiterin: „Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass jetzt mehr getestet wird.“ Mehr Tests bedeuten selbstredend mehr positive Ergebnisse. Dadurch ließen sich auch Virenträger ausfindig machen, die keine Krankheitssymptome aufweisen.
Kein Infektionsschwerpunkt im Landkreis
Ein weiterer Grund: die deutlich ansteckendere britische Variante des Coronavirus. Nicht nur, dass sich diese schneller ausbreitet, das Gesundheitsamt hat laut Hoffmann eine weitere Beobachtung gemacht: „Die Viruslast scheint länger vorhanden.“ Es falle auf, dass beim Freitesten nach der Quarantäne zunehmend positive Testergebnisse anfallen, viele der Personen also nach wie vor infiziert sind.
Ein echter Infektionsherd lasse sich derzeit im Donnersbergkreis nicht ausmachen, sagt Hoffmann. Die Infektionen seien quer durch den Landkreis verteilt. Laut Corona-Bekämpfungsverordnung darf die Allgemeinverfügung mit all ihren zusätzlichen Beschränkungen erst aufgehoben werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz eine ganze Woche lang den Wert von 100 unterschritten hat.
Keine Auswirkungen auf Schulen und Kitas
Keine Änderung gibt es zunächst bei Kindertagesstätten und Schulen. „Sollten wir in einer Einrichtung einen Infektionsherd ausmachen, dann werden wir das mit der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion) besprechen“, sagt Hoffmann. Aber die Allgemeinverfügung, die am Wochenende in Kraft tritt, habe auf den Schul- und Kitabetrieb keine Auswirkungen.
Bis Donnerstagnachmittag wurden binnen 24 Stunden 28 neue Sars-CoV-2-Infektionen im Donnersbergkreis registriert. Weiterhin vermeldet das Gesundheitsamt des Kreises: Die Gesamtzahl der positiv getesteten Personen seit Beginn des Ausbruchsgeschehens ist auf 2007 gestiegen, 1775 davon gelten als genesen. Es sind 56 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion zu beklagen. Aktuell sind 176 aktive Infektionsfälle bekannt, 14 Patienten werden im Krankenhaus behandelt. In der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden sind 46 aktive Infektionen registriert, in allen anderen Verbandsgemeinden des Kreises sind es zwischen 31 und 35.