Kommentar
Borg Warner: Rückzug aus dem Stadtbild
All jene, die beim amerikanischen Automobilzulieferer in Lohn und Brot stehen, all jene, die als Dienstleister oder Zulieferer für Borg Warner arbeiten, schrecken seit Jahren auf bei Meldungen zu Stellenabbau oder zur Sorge von Arbeitnehmervertretern, was denn das Unternehmen mit dem Werk Kibo für die Nachverbrenner-Ära plane. Viele andere mögen das Thema oftmals eher am Rande wahrnehmen.
Dass im Werk 2 im Industriegebiet die Lichter ausgehen werden, steht schon lange fest, macht die Entwicklung aber für alle sichtbar. Genauso wie der Auszug der vom Werk unabhängigen Borg Warner Systems Engineering und des Headquarters aus dem Verwaltungsgebäude an der alten Bundesstraße. Denn dass diese nun auf dem Campus Platz gefunden haben, zeigt eben auch, dass dort Raumkapazitäten frei geworden sind: 2018 waren im Werk 1850 Mitarbeiter beschäftigt, aktuell sind es rund 1100 (ohne Leiharbeiter), in absehbarer Zeit wird die Zahl unter 1000 fallen.
Im Bürogebäude, das 2012 eigens gebaut wurde, wird nun die Kreisverwaltung ihren Platzbedarf stillen können. Der Standort des Logistikzentrums steht auf dem Prüfstand. Zugegeben: Konsolidierung kann ein taugliches Mittel sein, um Fortbestand zu sichern. Es bleibt inständig zu hoffen, dass der etappenweise Rückzug Borg Warners aus dem Stadtbild letztlich dazu dient, dem einen, großen Campus eine Zukunft zu gewährleisten – mit hoffentlich irgendwann nicht mehr weiter zurückgehender Belegschaftsgröße.
