Zur Sache
Begleichung der Altlasten ist das grundlegende Problem
Das im 13. Jahrhundert erbaute, in den 1990er Jahren vom Zerfall bedrohte Rockenhausener Wasserschloss ist um die Jahrtausendwende von einer eigens gegründeten GmbH & Co. KG mit Hilfe von Landeszuschüssen und privaten Anteilseignern für rund 4,5 Millionen D-Mark zum Hotel-Restaurant umgebaut worden. 2001 wurde das Haus eingeweiht. Die Gesellschaft war zugleich Bauherr und Investor, erhielt für 50 Jahre das Nutzungsrecht für Gebäude und Grundstück; Eigentümerin blieb aber die Stadt.
Diese hat zehn Jahre später notgedrungen auch den Betrieb des Hauses von der insolvenzbedrohten Schlosshotel GmbH übernommen. Grund für deren Aus: Der jährliche Zins- und Schuldendienst überstieg die Pachteinnahmen beträchtlich. Bei einer Insolvenz der Gesellschaft hätte die Stadt die von ihr geleistete Bürgschaft in Höhe von 1,7 Millionen Euro abschreiben können.
Doch das grundlegende Problem – die Begleichung der Altlasten – besteht bis heute: Das vom Schlosshotel verursachte jährliche Minus im städtischen Haushalt lag vor Corona im Durchschnitt bei rund 75.000 Euro – ein Betrag, der sich durch die Pandemie und die daraus resultierenden monatelangen Schließungen noch vergrößert hat. Denn die Pacht ist an den Umsatz gekoppelt: Steigt Letzterer, fließt auch mehr Geld ins Stadtsäckel. Seit geraumer Zeit fließt nun aber gar nichts mehr ...
