Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel 8. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Zimtwaffeln

Schon Weihnachten 1966 hat die damals Zweijährige Jeannette Anthes mit ihrem Opa Karl und Familienhund Alex Zimtwaffeln genascht
Schon Weihnachten 1966 hat die damals Zweijährige Jeannette Anthes mit ihrem Opa Karl und Familienhund Alex Zimtwaffeln genascht.

Bei Jeannette Anthes riecht es im Advent im ganzen Haus nach Zimt. Denn jedes Jahr Anfang Dezember gibt es bei unserer freien Mitarbeiterin einen wahren Backmarathon: 6,8 Kilo Teig werden einen Tag lang zu etwa 1000 Zimtwaffeln verbacken.

Zimtwaffeln haben bei Jeannette Anthes in der Familie Tradition. „Meine Oma hat mit dem Zimtwaffelbacken nach dem Krieg angefangen“, erzählt sie. „Ein Waffeleisen war damals eines der ersten Luxusgüter.“ Und so durfte Anthes schon als Kind in der Weihnachtszeit Zimtwaffeln knabbern, die ihre Oma damals noch zu Hörnchen zusammenrollte.

Heute ersetzen moderne Hörnchenautomate das alte Waffeleisen, und zwar gleich zwei. Die sind auch nötig, denn jede Zimtwaffel wird einzeln gebacken. Zunächst muss aber der Teig aus Mehl, Zucker, Butter, Eiern und natürlich Zimt hergestellt werden. „Die Waffeln sind noch genau die, die die Oma schon Ende der 40er Jahre so gemacht hat,“ berichtet Anthes. Der Teig wird in einer riesigen Schüssel aufbewahrt. Sie lässt die Masse gerne noch über Nacht an einem kühlen Ort ruhen, weil sich dann der Zimtgeschmack noch mehr entwickelt. Am nächsten Tag wird der Teig im ersten Arbeitsschritt in den Handflächen zu kleinen Kugeln geformt, die dann auf Tellern zwischengelagert werden.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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„Zimtwaffel-Inferno“

Sind einige Teller voll, wird erst einmal eine Runde gebacken. Immer eine Kugel wird in die kleinen runden Hörnchenautomaten gelegt, die daraus eine schöne flache Zimtwaffel macht. Das dauert gar nicht lange, Anthes muss eher aufpassen, dass die Waffeln nicht zu dunkel werden. Aber mit der jahrelangen Erfahrung passiert das nur selten. „Die sehen zwar eher unspektakulär aus“, sagt Anthes, „schmecken aber Hammer, wenn man Zimt mag.“

Die fertigen Waffeln kühlen kurz auf einem Kuchengitter ab, bevor sie in verschieden große Weihnachtsdosen verpackt werden. „Da haben wir immer viele auf Vorrat“, sagt Anthes lachend. Und so geht es dann Waffel für Waffel, Teller für Teller bis die Dosen bis zum Rand mit den runden Keksen gefüllt sind. Am Ende kommen um die 1000 Plätzchen heraus. Anthes bezeichnet den Backtag liebevoll als „Zimtwaffel-Inferno“.

Der Berg Zimtwaffeln wartet dann darauf, gegessen zu werden. „Wir verteilen unsere Waffeln an Freunde, Familie und Bekannte“, erzählt Anthes. Und das nicht nur in der Umgebung, sondern zum Beispiel auch an ehemalige Arbeitskollegen oder an Freunde in Berlin und London. „Zimtwaffeln sind außerhalb von Deutschland nicht so bekannt und da deswegen sehr beliebt“, sagt Anthes. Die Liste werde gefühlt jedes Jahr länger. Aber das Backen macht ihr Spaß und weckt Kindheitserinnerungen. Advent und Weihnachten ohne Zimtwaffeln? Das ist bei Jeannette Anthes nicht vorstellbar.

Das Rezept

Zutaten: 250 Gramm Mehl, 125 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, 2 Eier (Größe M), 20 Gramm Zimt

Zubereitung: Die Zutaten bei Zimmertemperatur zu einer glatten Teigkugel verkneten. Tipp: Den Teig schon einen Tag vorher zubereiten, dann entfaltet sich das Zimtaroma besser. Ansonsten einfach zwei bis drei Stunden vor Zubereitung kühl stellen, damit sich die Kugeln besser rollen lassen. Das ist der nächste Schritt: Den gesamten Teig zu kleinen Kugeln formen. Am besten zwischendurch die Hände bemehlen. Jede Kugel wird dann für eine kurze Zeit in einem Hörnchenautomat für Eiswaffeln gebacken. Dabei muss man aufpassen, dass die Zimtwaffeln nicht zu dunkel werden. Ergibt 60 bis 80 Stück.

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