Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel 6. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Oma Lydias Teekuchen

Inzwischen backt Wolfgang Schmidt das Rezept seiner Oma stets zur Weihnachtszeit nach.
Inzwischen backt Wolfgang Schmidt das Rezept seiner Oma stets zur Weihnachtszeit nach.

Jedes Jahr gibt es bei Bäckereiinhaber Wolfgang Schmidt am Nachmittag des 24. Dezembers den Teekuchen seiner Oma Lydia. Die Tradition besteht schon seit Jahrzehnten – nur wenige Aspekte haben sich verändert.

Was für Traditionen gibt es wohl bei einem Bäcker an Weihnachten, wenn es um Essen geht? Natürlich spielt bei der Familie Schmidt aus Dreisen dabei etwas Gebackenes eine Rolle. Jedes Jahr gibt es nämlich an Heiligabend einen besonderen Kuchen: Oma Lydias Teekuchen. Die Tradition entstand – wie der Name verrät – durch Wolfgang Schmidts Großmutter. Bis heute ist der Teekuchen fester Bestandteil des Tagesablaufs an Heiligabend.

Da die Bäckerei auch an Heiligabend geöffnet hat, kommen Wolfgang Schmidt und seine Frau erst am Nachmittag nach Hause. Traditionell gibt es dann eine Tasse Kaffee oder Tee – und eben den Teekuchen. Nachdem dieses Ritual vollzogen ist, geht es dann in den Gottesdienst.

Der Rührkuchen ähnelt einem Christstollen und wird im Hause Schmidt jedes Jahr in der Weihnachtszeit gebacken. „Das gab es schon zu meiner Kindheit“, erinnert sich Wolfgang Schmidt. Inzwischen hat die Tradition seit mehr als 40 Jahren bestand. Für Schmidts Großmutter Lydia war der Teekuchen das Einzige, das sie über das Jahr hinweg für die Familie gebacken hat. Sie hatte dabei eine feste Regel. „Früher durfte der Kuchen bis Weihnachten gar nicht angeschnitten werden“, erzählt Wolfgang Schmidt.

Regeln nicht mehr ganz so strikt

Der Teekuchen wurde erst gegessen, als der Betrieb in der Bäckerei an Heiligabend beendet war. So stellte sich bis dahin die ganze Zeit über die Frage: „Schmeckt es gut?“, berichtet Schmidt – schließlich konnte vor Heiligabend noch niemand probieren. Es scheint aber stets geschmeckt zu haben, denn auch nach Lydias Tod wurde die Tradition weitergeführt. Sie lebt nun schon viele Jahre nicht mehr, inzwischen macht Wolfgang Schmidt den Kuchen selbst. Ganz so strikt sind die Regeln allerdings nicht mehr.

Inzwischen probieren die Schmidts den Kuchen auch schon vor Heiligabend. Eine weitere Veränderung: „Mittlerweile verkaufen wir ihn auch“, berichtet Wolfgang Schmidt. Wer Oma Lydias Teekuchen nun also selbst einmal probieren möchte, kann entweder das „Original“ in der Bäckerei Schmidt in Dreisen kaufen – oder ihn einfach selbst nachbacken. Am besten schmeckt der Teekuchen, wenn man ihn nach dem Abkühlen noch ein paar Tage durchziehen lässt.

Das Rezept: Oma Lydias Teekuchen

Zutaten: 250 Gramm Butter, 200 Gramm Zucker, 4 Eier, 250 Gramm Weizenmehl, Eine Prise Salz, 10 Gramm Backpulver, 100 Gramm Rosinen/Korinthen, 100 Gramm Mandeln (gestiftet), 50 Gramm Haselnüsse (gehackt), 75 Gramm Zitronat und Orangeat, 100 Gramm kandierte Kirschen

Zubereitung: Die Rosinen am Vortag in Rum einlegen. Butter und Zucker mit Vanillemark schaumig rühren, Eier nach und nach dazu geben. Mehl, Salz und Backpulver sieben. Rum-Rosinen, Mandeln, Haselnüsse, Zitronat, Orangeat und Kirschen mischen. Erst die Früchte, dann das gesiebte Mehl mit der Hand untermischen. Teig in gefetteter und gemehlter Kastenform bei 175 Grad 60 bis 80 Minuten backen.

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