Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel 5. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Pute mit Cranberry-Soße

Landfrau Monika Frick mit dem Weihnachtstruthahn.
Landfrau Monika Frick mit dem Weihnachtstruthahn.

Weihnachten selbst verläuft bei Familie Frick in kulinarischer Hinsicht recht unspektakulär. Und das, obwohl Monika Frick eine leidenschaftliche Köchin ist. Ein traditionelles Gericht gibt es bei ihr dennoch – allerdings schon einen Tag früher. Und das aus gutem Grund.

Denn die Vorsitzende des Landfrauenvereins Alsenbrück-Langmeil ist Mutter einer erwachsenen Tochter – und Julia hat am 23. Dezember Geburtstag. Was zur Folge hat, dass das mit dem Weihnachtsessen „bei uns ein bisschen anders als bei den anderen ist“, wie Monika Frick lachend erzählt. Denn bereits am Tag vor Heiligabend gibt es bei ihr ein Truthahn-Essen – inklusive große Feier. „Da kommen die Freunde der Kinder, unsere Freunde, die Familie und alle Verwandten. Wir sind insgesamt rund 30 Leute. An dem Datum haben alle Zeit und Lust, das klappt super.“

Dass die 49-Jährige eine mutige Frau ist, hat sie bereits vor 22 Jahren unter Beweis gestellt. „Mein Mann meinte: ,Lass’ uns mal einen Truthahn machen. Einen richtigen – nicht so ein Tier aus der Gefriertruhe, sondern einen glücklichen, freilaufenden vom Biohof.’ Dann ist er zum Bauernhof Ritzmann gefahren, hat einen Acht-Kilogramm-Puter mitgebracht – und ich habe meinen ersten Truthahn gebraten.“ Ohne Rezept, ohne Erfahrung, ohne jahrhundertelange Familientradition im Rücken.

Erinnerungen an Mr. Bean

Ein wenig sei es ihr dabei allerdings ergangen wie dem berühmten britischen Komiker in seinem Film „Frohe Weihnachten, Mr. Bean!“, erinnert sich Frick. Dort haben sich mitleiderregende Szenen für Mensch und Braten abgespielt. Ganz so schlimm sei es bei ihr dann aber doch nicht gewesen. „Aus dem Bauch heraus habe ich mich für Niedrigtemperatur-Garen entschieden, den Vogel gefüllt und in den Ofen gepackt. Und dann war es mehr Gebet als alles andere.“ Doch der Braten geriet prächtig und schmeckte der Festgesellschaft. „Dann dachte ich: Das hab ich einmal hingekriegt, das schaff’ ich auch ein zweites Mal.“

Damit war die Tradition geboren. Und wenn’s schief gegangen wäre? „Dann hätte ich halt den Pizzadienst angerufen“, sagt die Landfrau entspannt. So führt auch die Frage nach einem Rezept für ihren mittlerweile jahrzehntelang bewährten Advents-Geburtstags-Braten ins Leere: „Eigentlich koche ich nie nach Rezept. Außer vielleicht Pannacotta oder Tiramisu. Alles andere ist Freestyle.“ Kochen habe doch vor allem mit Kreativität zu tun, so Frick. „Beim ,Perfekten Dinner’ würde ich wahrscheinlich als Einzige nicht vorkochen, sondern einfach hingehen und schauen, was passiert.“

Zum Geburtstag kommt Tochter immer nach Hause

Aus dem Abenteuer von damals hat sich eine Familientradition entwickelt. Julia lebt mittlerweile außerhalb, aber „für meine Tochter ist ganz klar, dass sie zum Geburtstag feiern nach Hause kommt. Da könnte sie auch auf einem anderen Kontinent sein – sie wäre trotzdem da. Aber sie hilft ja auch bei den Vorbereitungen mit, so wie alle anderen in der Familie.“ Das ist aber auch nötig. Denn inzwischen besetzt nicht mehr nur ein Truthahn die Bratröhre: In Langmeil kommen nun zwei der leckeren Vögel mit Semmelknödelfüllung und Rotkraut auf den Tisch!

„Da stehen wir oftmals bis zwölf, halb eins nachts in der Küche – aber alles entspannt und mit Spaß. Dazu rollen wir an die 100 Semmelknödel und ich koche eine Cranberry-Soße. Dann gibt’s noch drei bis vier Nachtische und alle sind glücklich.“ Auch das sei für sie Weihnachten: „Da hat jeder Zeit und Lust und wir sind gemütlich beisammen.“ Und so beginnt für Familie Frick auch in diesem Jahr wieder das Fest der Liebe bereits am 23. Dezember ...

Das Rezept: Pute à la Monika Frick

Zutaten je Pute: Zehn Brötchen vom Vortag, fünf Eier, 250 ml warme Milch, Petersilie, Salz, Pfeffer, Pilze, Zwiebel und Speck.

Zubereitung: Speck und Zwiebel anbraten, über die geschnittenen Brötchen geben, warme Milch und Gewürze, Eier darüber, alles gut vermischen. Eventuell etwas Mehl hinzufügen, falls der Teig zu klebrig ist. Pute innen salzen. Füllung hinein und Pute zunähen. Pro Kilogramm eine Stunde abgedeckt bei 120 Grad im Backofen. In der letzten Stunde die Temperatur hochdrehen und knusprig braten.

Cranberry-Soße: Ein viertel Liter trockenen Rotwein, Zucker und eine Zimtstange aufkochen. Köcheln lassen, bis der Zucker aufgelöst ist. 375 g Cranberrys und die Schale von einer Orange zugeben. Zirka zehn Minuten köcheln lassen. Zimtstange und Orangenschale herausnehmen, pürieren, abschmecken und binden.

3. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Truthahn und Zimtparfait

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