Adventskalender
3. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Truthahn und Zimtparfait
Beim diesjährigen Heiligabend-Menü von Ernst-Ludwig Huy – es gibt jedes Jahr ein anderes – läuft einem direkt das Wasser im Mund zusammen. Zur Vorspeise gibt es eine Kürbissuppe, als Hauptgang Rinderbraten „Esterhazy“ und zum Nachtisch Zimtparfait mit Pflaumenmus. Kriterien für die Auswahl der drei Gänge sind, dass es der ganzen Familie gut schmeckt und relativ gut vorzubereiten ist.
In der Küche herrscht Arbeitsteilung, Huys Frau bereitet die Suppe zu, er den Braten mit Kartoffelknödeln – dazu gibt es noch gebrühten Rosenkohl, der mit etwas Speck und Zwiebel angeschwenkt wird – und das Dessert. „Zum Zimtparfait passt immer gut irgendwas mit Zwetschgen, deswegen gibt es dieses Jahr Latwerschsoß’.“
Burger, Catfish, Mac’n’Cheese
Am ersten Feiertag gibt es bei Huy dann traditionell schon seit vielen Jahren einen Truthahn. Dass das amerikanische Nationalgericht auf den Tellern landet, ist dabei kein Zufall. Denn zum einen war der Mann seiner Schwester Amerikaner, zum anderen hat Huy neun Jahre lang für die US-Army in der Kleberkaserne gekocht und sich dort mit der amerikanischen Küche identifiziert. „Das war eine ganz neue Erfahrung damals, amerikanisches Essen hat für mich eigentlich keine große Rolle gespielt, da habe ich meine Meinung gründlich geändert“, berichtet Huy.
In der Kaserne gab es jeden Tag drei Hauptgerichte, zwei Suppen und eine große Salatbar, dazu an der „Shortoder“ Hotdogs, Burger, Chicken Wings und so weiter. Donnerstags war immer „Soulfood-Day“ („Essen für die Seele“). „Den habe ich geliebt“, sagt Huy. „Da gab es Southern Fried Catfish, Ribs, Fried Chicken, Mac’n’Cheese und vieles mehr.“ Großkampftage in der Küche waren vor allem zu Thanksgiving, wo es nicht nur Truthahn in rauhen Mengen gab, sondern auch Rinderstücke, Hummerschwänze und Berge an Beilagen.
Großer Truthahn fürs Familienessen
Da den Amerikanern sein Vorname, Ernst-Ludwig, zu schwer auszusprechen war, wurde er von allen nur „Mr. Ernest“ genannt. Und Huy hat sich mit seinem Kasernen-Team sogar schon einmal einen Weltmeistertitel erkocht: Armeeintern traten die Kasernen gegeneinander an, am Ende setze sich die Kleberkaserne gegen eine Küchen-Mannschaft aus Korea durch.
Mit einigen von seinen damaligen Kollegen und Bekannten ist er noch in Kontakt, zu Weihnachten bekommt er darüber dann immer einen großen Truthahn – „mindestens 22 Pounds“. Den braucht es, weil am 1. Feiertag die ganze Patchwork-Familie, also 14,15 Leute zusammen kommen. Huys Kinder bereiten dann die Beilagen zu, Huy zusammen mit einem Schwiegersohn den Truthahn. Wenn der seine richtige Temperatur erreicht hat, steht dem gemütlichen Familienessen nichts mehr im Wege.
Das Rezept: Zimtparfait mit Weinpflaumenmus
Zutaten: 3 Eigelb, 100 Gramm Zucker, 1 gehäufter Teelöffel Zimt, 50 Milliliter Brandy, 250 Milliliter Sahne, 250 Gramm Backpflaumen, 500 Milliliter Rotwein
Zubereitung: Für das Pflaumenmus die Pflaumen entweder zwei Tage bei Zimmertemperatur in dem Wein marinieren oder vier bis fünf Stunden bei schwacher Hitze sieden lassen. Die marinierten Pflaumen einmal bis zum Siedepunkt erhitzen, anschließend fein pürieren und noch einmal kurz aufköcheln lassen. Für das Zimtparfait Eigelb und Zucker etwa zehn Minuten schaumig schlagen. Zimt und Brandy unterrühren. In einer weiteren Schüssel die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Ei-Creme rühren. In eine Kastenform füllen, glatt streichen und mit Frischhaltefolie abdecken. Natürlich können auch andere Formen oder kleine Dessertschüsseln verwendet werden. Das Parfait sollte dann mindestens vier Stunden oder über Nacht tiefkühlen. Danach kann es schön verziert werden.
2. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Polnischen Pierogi