Adventskalender
10. Dezember: Weihnachten schmeckt nach ... Fondue mit Fleisch und Gemüse in Bierteig
Fondue gehört für meine Familie und mich zu den Feiertagen am Ende des Jahres genauso dazu, wie ein Tannenbaum und Geschenke auspacken. Früher haben wir dieses Gericht allerdings an Silvester gemacht. Als meine Schwester und ich dann aber Silvester immer öfter „auswärts“ verbracht haben, wanderte es auf Heiligabend. Schließlich sollte es nicht von unserem Speiseplan verschwinden.
Zuständig für die richtige Öltemperatur ist mein Vater (der sich sonst eigentlich lieber vom Kochen fernhält). Mit seinem Infrarot-Thermometer wird regelmäßig die Temperatur kontrolliert. Die Tradition mit dem Fondue kommt allerdings aus der Familie meiner Mutter, da wurde das Gericht ab und zu an Weihnachten gemacht. Deswegen ließen sich meine Eltern dann auch zur Hochzeit ein Fondue-Set schenken, mit einem großen, bronzefarbenen Topf.
Rezept vor 40 Jahren entdeckt
Am Gestell waren drehbare Halterungen befestigt, in die die Schüsseln mit Gemüse und Soße gestellt wurden. So kam jeder am Tisch gut dran. Vor ein paar Jahren wurde das Set allerdings durch ein neues, moderneres mit besserem Spritzschutz ersetzt. Geblieben sind natürlich die spitzen, langen Gäbelchen zum Aufspießen – jede mit einer anderen Farbe am Ende, sodass auch ja die richtige Gabel wieder aus dem Fett gefischt wird.
In unser Fondue kommen Puten- und Rindfleisch sowie Champignons und Karotten, manchmal auch Blumenkohl. Das Gemüse kommt allerdings nicht einfach so in das heiße Fett. Vorher tunken wir es in Bierteig – ein Rezept, das meine Oma irgendwo mal gefunden hat. In meiner Familie wird es bestimmt schon seit 40 Jahren gemacht. Das macht das Gemüse zehnmal leckerer. Dazu gibt es Baguette und verschiedene Soßen (Cocktailsoße, selbstgemachte Süß-Saure-Soße und seit einigen Jahren auch eine Ananas-Curry-Soße).
Schön gesellig
Übrigens sollten Sie sich von dem Bier im Teig nicht abschrecken lassen. Ich mag kein Bier, lieber aber unseren Bierteig, da der Geschmack überhaupt nicht an Bier erinnert. Und der Alkohol verfliegt bei den heißen Fetttemperaturen schnell.
Das Schöne am Fondue ist, dass man viel länger als normalerweise am Tisch sitzt. Während wir darauf warten, das Fleisch und Gemüse gar werden, wird viel gelacht und geplaudert, es wird richtig gesellig. Deswegen ist das in unseren Augen das perfekte Essen für den Heiligabend. Und da wir Fondue eigentlich auch nur an diesem einen Tag im Jahr machen, bleibt es stets etwas Besonderes.
Das Rezept:
Zutaten: 1/4 Liter helles Bier, 200 Gramm Mehl, 2 Eier, Salz, Muskat, Gemüse, geschnitten in mundgerechte Stücke
Zubereitung: Alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren, der in etwa die Konsistenz von Pfannkuchen- oder Spätzleteig hat. Also schön zäh ist, damit er auch gut am Gemüse haften bleibt. An Gemüse zum Eintunken und Ausbacken im Fondue eignen sich zum Beispiel Karotten, Blumenkohl, Champignons, Rosenkohl, Spargel und Schwarzwurzel. Karotten, Blumenkohl, Schwarzwurzel und Rosenkohl sollten vorher etwas angedünstet werden, damit sie im heißen Fettbad auch richtig gar werden.