Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Ärztliche Bereitschaftspraxen: Patienten sind die Leidtragenden

In der Ärztlichen Bereitschaftspraxis in Kirchheimbolanden werden ab Januar die Öffnungszeiten um 40 Prozent eingeschränkt. In R
In der Ärztlichen Bereitschaftspraxis in Kirchheimbolanden werden ab Januar die Öffnungszeiten um 40 Prozent eingeschränkt. In Rockenhausen wurde 2020 ganz geschlossen.

Der Kahlschlag bei den Öffnungszeiten der Bereitschaftspraxen kennt vor allem einen Verlierer: den Patienten.

Macht es das Gerichtsurteil, das Diensthabende in den Ärztlichen Bereitschaftspraxen in die Sozialversicherung zwingt, nun wirklich unmöglich, diese ÄBP in gewohnter Manier weiter zu betreiben? Hat die Politik sich nicht genug um die richtigen Rahmenbedingungen gekümmert? Oder kürzt die Kassenärztliche Vereinigung die Öffnungszeiten (und schließt sogar Bereitschaftspraxen), um politischen Druck aufzubauen und gegen das – für sie sehr kostspielige – Urteil anzugehen? Den Patienten, die abends nun weite Wege in Kauf nehmen müssen oder im schlimmsten Fall gar keine Hilfe in einer ÄBP mehr in Anspruch nehmen können, wird dies herzlich egal sein. Sie haben dann nämlich akut das große Problem zu lösen: wohin nun? Die Antwort, die sich viele Patienten in dieser Situation geben werden, wird womöglich die ohnehin restlos überforderten Notaufnahmen der Krankenhäuser weiter schwer belasten.

Daher darf es nun nur einen einzigen Weg geben: den, auf dem sich sämtliche Verantwortlichen schnellstmöglich zusammenraufen und eine gemeinsame Lösung finden. Eine Lösung, die Menschen eine Behandlung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten von Arztpraxen garantiert. Sozialversicherungspflicht hin, politische Machtspiele her: Es kann nicht sein, dass letztlich die Patienten die Leidtragenden sind.

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