Rockenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Ärztehaus: Baubeginn noch in diesem Jahr?

Auf dem bislang unbebauten Grundstück nahe der Sparkasse Donnersberg (weißes Gebäude im Hintergrund) soll in Rockenhausen ein Är
Auf dem bislang unbebauten Grundstück nahe der Sparkasse Donnersberg (weißes Gebäude im Hintergrund) soll in Rockenhausen ein Ärztehaus entstehen. Im Februar sind auf dem Gelände die Rodungsarbeiten durchgeführt worden.

Wird sie nun MVZ, Gesundheitszentrum oder Ärztehaus genannt: Seit Jahren gibt es in Rockenhausen Pläne für eine Einrichtung zur ambulanten medizinischen Grundversorgung. Ein Erfolg ist näher gerückt, aber noch gibt es offene Fragen. Damit es zügig vorangeht, hofft Stadtbürgermeister Michael Vettermann auf besonderen Beistand.

Eines betont der Rockenhausener Stadtchef Michael Vettermann direkt zu Beginn des Gesprächs mit der RHEINPFALZ: „Dass auf dem Gelände vor einigen Wochen Vorarbeiten geleistet wurden, ist unabhängig davon, wie schnell es danach weitergeht.“ Mit „es“ ist das Ärztehaus gemeint, das auf dem unbebauten Grundstück zwischen der Sparkasse Donnersberg und der Kita Regenbogen in der Damian-Kreichgauer-Straße entstehen soll.

Dort sind im Februar Bäume und Sträucher entfernt worden – aber in erster Linie deshalb, weil ab 1. März bis zum Ende der Vegetationsphase am 30. September ein Rodungsverbot gilt. Das heißt: Erst ab Oktober könnte der Bauträger – die Sparkassen-Tochter Donnersberger Konzepte – auf dem Areal wieder tätig werden. Und zumindest die Option soll offen gehalten werden, mit dem Bau schon früher zu beginnen.

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Bebauungsplan liegt aus

Wobei Vettermann diesbezüglich auf die Bremse tritt: „Zum jetzigen Zeitpunkt werde ich keine Aussage machen, bis wann das Ärztehaus eröffnen könnte. Es gibt zu viele Faktoren, die da hineinspielen und möglicherweise den Prozess verzögern.“ So ist beispielsweise die für die Errichtung des Gebäudes notwendige Änderung des Bebauungsplans noch nicht in trockenen Tüchern – seit voriger Woche liegen die Pläne bei der VG-Verwaltung Nordpfälzer Land aus, bis Ende Mai können Einwände erhoben werden. Etwa von den Anliegern, mit denen laut dem Bürgermeister zwar schon zahlreiche Gespräche geführt wurden, aber noch weitere zur Klärung von Details notwendig seien. Vettermann hofft, dass die Anzahl der Einsprüche gering bleibt und das Vorhaben rasch vorangetrieben werden kann – vielleicht ja sogar mit Beistand von „oben“, wie er augenzwinkernd ergänzt: „Ich gehe sonntags öfter in die Kirche – eines meiner Stoßgebete gilt dem Ärztehaus.“

Allerdings stimmten ihn auch einige Punkte „positiv, dass es relativ schnell weitergehen kann“. So sei der Bebauungsplan „in enger Abstimmung“ mit dem Bauträger, den Anwohnern und dem Kreis als Aufsichtsbehörde erstellt worden. Darüber hinaus haben das Westpfalz-Klinikum und der ambulante Gesundheitsversorger Zero Praxen bereits eine gemeinsame Gesellschaft gegründet, um künftig in dem Ärztehaus ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu betreiben (siehe „Fragen und Antworten“). Vettermann geht ungeachtet der gerade bekanntgewordenen finanziellen Krise des Westpfalz-Klinikums davon aus, „dass die Pläne wie vereinbart weiterverfolgt werden“. Er stehe in engem Kontakt mit den Vertragspartnern und habe mit ihnen Gespräche „auch hinsichtlich der neuen Situation geführt“. Die Beteiligten hätten ihm signalisiert, dass sich an ihren Interessen nichts geändert habe. Er sei zuversichtlich, „dass es für das Westpfalz-Klinikum eine Lösung gibt“ und dessen Schieflage somit auch keine Auswirkungen auf das Projekt in Rockenhausen hat.

Künftige Nutzer können sich einbringen

Parallel dazu gehe die Suche nach Ärzten beziehungsweise Praxen weiter, die ebenfalls in das Gebäude einziehen wollen. Hier seien alle Parteien eingebunden – Bauträger, Betreibergesellschaft, Stadt. Namen werde er erst nennen, wenn entsprechende Verträge unterzeichnet sind, so Vettermann. Er versicherte aber, eine „Startmannschaft“ sei beisammen. Deren Vorteil sei, dass sie in bauliche Einzelheiten eingebunden werden kann. „Das geht bis hin zur Frage, wie groß die Anmeldung werden oder wo die Toilette hinkommen soll.“ Mit anderen Worten: Je früher sich Interessenten für eine Ansiedlung entscheiden, desto stärker können sie sich in die Gestaltung des Gebäudes einbringen.

Bleibt noch die Sache mit der offiziellen Bezeichnung: Wird es nun ein MVZ, ein Gesundheitszentrum oder ein Ärztehaus? Das hängt nicht zuletzt an der noch offenen Organisationsstruktur (siehe „Fragen und Antworten“). Vettermann bevorzugt den Begriff Ärztehaus, betont aber auch: „Der Name ist mir egal. Viel wichtiger ist: Es gibt einen Bauträger, es gibt eine Betreibergesellschaft, es gibt viele aktive Beteiligte, es gibt einen Landkreis, der das fördert, und eine Stadt, die das umsetzen will. Das sind rundherum gute Bedingungen.“ Nun gelte es weiter daran zu arbeiten, dass möglichst bald Nägel mit Köpfen gemacht werden können. Eine Prognose lässt sich Vettermann abschließend dann doch entlocken: „Wenn alles glatt läuft, könnte ich mir vorstellen, dass der Bau noch in diesem Jahr startet.“ Immerhin: Gerodet ist ja schon ...

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