Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ohne „Jupiter“ kein Wurstmarkt

Der „Jupiter“ der Schaustellerfamilie Barth kommt zum 26. Mal auf den Wurstmarkt.
Der »Jupiter« der Schaustellerfamilie Barth kommt zum 26. Mal auf den Wurstmarkt.

Der Dürkheimer Steffen Krebs will dabei helfen, dass sein Lieblingsriesenrad wieder nach Bad Dürkheim auf den Wurstmarkt kommt.

„Wir treffen uns am Riesenrad“ – diese Verabredung war zwei Jahre lang für Steffen Krebs und seine Frau Annika auf dem Wurstmarkt nicht möglich. Zu ihrem Lieblingsfahrgeschäft, dem „Jupiter“ der Schaustellerfamilie Barth, mussten die beiden Dürkheimer schon an den Bodensee reisen. Zunächst am Ufer in Friedrichshafen und später in Konstanz hatte die Schausteller-Familie Barth feste Standplätze gefunden, um die Corona-Zeit ohne Volksfeste zu überbrücken. Zum Glück, denn ein Jahr zuvor hatte Barth noch eine halbe Million Euro in neue Gondeln investiert. Regelmäßige Einnahmen wurden da dringend gebraucht.

Krebs rief zweimal zu „Jupiter“-Treffen an den Bodensee auf. Viele treue Fans kamen mit, warfen sich den Winzer-Kittel über, packten Weck, Worscht und Woi aus Bad Dürkheim ein und veranstalteten mit Barths Hilfe am Bodensee einen kleinen Wurstmarkt. Für den passenden musikalischen Rahmen schallte Kurt Dehns Hit „Im Himmel is ken Worschtmarkt mehr“ über den Bodensee.

Neues Riesenrad für Konstanz gekauft

In Konstanz steht „Jupiter“ nicht mehr. Nach Pfingsten wurde das Riesenrad wieder auf Volksfest-Reise geschickt. Konstanz muss aber nicht auf ein Riesenrad verzichten: Der Bodensee ist für Schausteller Rudolf Barth so lukrativ, dass er für Konstanz extra ein ganz neues Rad anschaffte und dafür nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Euro investierte. „Ich hatte Glück, dass innerhalb von vier Monaten alles aus Italien geliefert werden konnte“, erzählt Barth. Die Konstanzer seien froh um die Riesenrad-Attraktion gewesen und hätten unbedingt eines behalten wollen. „Ich gehe davon aus, dass wir ein paar Jahre da stehen bleiben können“, sagt Barth. Das „Riesenrad am See“ ist nur 38 Meter groß und nur mit 24 Gondeln bestückt. Am „Jupiter“ drehen sich 36 Gondeln in bis zu 50 Metern Höhe.

„Jupiters“ letzte Station vor dem Wurstmarkt ist das Schützenfest in Neuss bei Düsseldorf. „Wir freuen uns das ganze Jahr schon auf den Wurstmarkt“ sagt dort Barth am Telefon. Der 41-Jährige reist mit seiner Frau und drei seiner insgesamt vier Töchter nach Bad Dürkheim. Die Jüngste ist gerade zweieinhalb Jahre alt – den Wurstmarkt sieht sie also zum ersten Mal. Barths „Jupiter“ wird in diesem Jahr schon zum 26. Mal in Bad Dürkheim aufgebaut. Deshalb hat der Schausteller zur Kurstadt auch ganz besonders enge Verbindungen.

Als Fernfahrer dauernd „auf Achse“

Zwischen den Ehepaaren Barth und Krebs hat sich inzwischen eine richtige Freundschaft entwickelt. Als Fernfahrer ist Steffen Krebs schließlich auch dauernd „auf Achse“ und somit liegt er mit dem fahrenden Schausteller Barth auf gleicher Wellenlänge. Krebs, der den Beginn des Wurstmarkts gar nicht mehr abwarten kann, will persönlich beim Transport des „Jupiter“ nach Bad Dürkheim helfen. Der 46-Jährige will sich extra frei nehmen, sich in einen der großen Schwertransporter setzen und eine der langen Speichen des Riesenrads 180 Kilometer von Neuss nach Bad Dürkheim fahren. Am Mittwochabend geht’s los.

Annika und Steffen Krebs drehen am Bodensee ihre Runden im „Jupiter“.
Annika und Steffen Krebs drehen am Bodensee ihre Runden im »Jupiter«.
Schausteller Rudolf Barth mit seiner Frau beim Treffen mit den Dürkheimer Wurstmarkt-Fans am Bodensee.
Schausteller Rudolf Barth mit seiner Frau beim Treffen mit den Dürkheimer Wurstmarkt-Fans am Bodensee.
Wurstmarkt-Bad Dürkheim-2023

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