Kolumne Angeblich prominent: Eine Ludwigshafenerin im TV-Container
Es gibt angebliche Prominente, die allenfalls dafür prominent sind, dass sie prominent sind. Und es gibt angebliche Prominente, die allenfalls dafür prominent sind, dass sie prominent werden wollen. Zum Beispiel, indem sie sich mit anderen angeblichen Prominenten in einen Container sperren und rund um die Uhr filmen lassen. In der aktuellen Staffel von „Promi Big Brother“ etwa macht eine angebliche Prominente aus Ludwigshafen mit.
In die gleiche Liga wie ihre Mitbewohner – Wer-kennt-sie-nicht-Berühmtheiten wie Barbara „Babs“ Kijewski, nach Sender-Angaben „wohl die bekannteste Profi-Anglerin der Welt“ – hat sich Payton Ramolla als Influencerin vorgearbeitet. Schließlich hat sie sich vor zwei Jahren die Brüste vergrößern lassen. Und mittlerweile bei Instagram fast 700.000 Anhänger, die sich die Bikinifotos der 21-Jährigen anzeigen lassen.
Bei der TSG Haßloch geturnt
Nicht ganz so entscheidend für ihren angeblichen Ruhm hingegen scheint der Umstand, dass Ramolla früher für die TSG Haßloch in der Regionalliga turnte. Oder dass sie bei der Bahn eine Lehre als Industriekauffrau gemacht hat. Und dass sie auch politisch Position bezieht: Vor Monaten sagte sie in einem RHEINPFALZ-Gespräch, dass sie „Fridays for future“ gut findet. Und gegen Kinderarbeit in der Textilindustrie ist.
Eine gewisse Rolle scheinen ihre Erkenntnisse zu allgemeinen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen aber doch zu spielen. Offenbar hat sie die Macher von „Promi Big Brother“ mit einem Auftritt bei Oliver Pocher im vergangenen April beeindruckt. Da blamierte sich Ramolla, weil sie nicht wusste, wer Christian Drosten ist. Aber der war ja auch noch nie im TV-Container.
