Westpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel FDP schickt Christian Kopp als Direktkandidaten für die Bundestagswahl ins Rennen

Christian Kopp will für die FDP das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.
Christian Kopp will für die FDP das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen.

Er ist der Mann, mit dem die FDP im Wahlkreis 208 bei der Bundestagswahl punkten will. Christian Kopp schwor seine Parteifreunde auf einen anstrengenden Wahlkampf ein. Es gehe um jede Stimme.

Es müsse um jede einzelne Stimme gerungen werden, sagte der 47-jährige Kaiserslauterer bei seiner Bewerbungsrede um das Mandat als Direktkandidat im Pfälzer Hof in Rockenhausen. Kopp ist seit 2005 Parteimitglied, verheiratet und arbeitet als Ingenieur in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Er habe durch seinen Beruf viel mit eigentümergeführten Unternehmen zu tun, sagte Kopp. „Diesen Unternehmerinnen und Unternehmern würde Respekt, Anerkennung und Vertrauen für ihre harte Arbeit gebühren“, so der Kandidat. Was sie stattdessen von Seiten des Staates erhielten, seien eine überbordende Bürokratie und immer mehr Aufgaben. Das müsse sich ändern.

„Leistung muss sich lohnen“

Respekt und Anerkennung müsse auch all jenen entgegengebracht werden, die jeden Morgen aufstehen und durch ihre Arbeit die Wirtschaft in diesem Land am Leben hielten. „Wenn sich dieser Einsatz, diese Leistung nicht mehr lohnen, dann stimmt etwas nicht“, sagte Kopp. Sollte er an diesem Abend den Auftrag dazu erhalten, so Kopp bei der Versammlung, werde er sich „ab morgen“ voll in den Wahlkampf stürzen und um jede Stimme kämpfen. Es sei wichtig, den Menschen deutlich zu machen, dass die Freie Demokratische Partei (FDP) für eine klare Wende in der Politik stehe. Auf die Frage nach seinen Arbeitsschwerpunkten auf Bundesebene nannte Kopp neben dem Abbau der Bürokratie und der stärkeren Honorierung von Leistung auch als Ziel: „Wir müssen unsere Finanzen in den Griff kriegen.“ Dass, wie von manchen Parteien proklamiert, der Staat der beste Investor sei, halte er für grundlegend falsch. „Die besten Investoren sind die Unternehmer selbst. Für staatliche Subventionen würden viel zu häufig die Falschen zahlen“, so Kopp.

Lebensqualität im ländlichen Raum

Dass er sich für gleichwertige Lebensqualität im ländlichen Raum wie in Städten einsetzen werde, dafür stehe schon alleine seine Herkunft, so Kopp auf die Frage eines Delegierten. „Ich bin in Mannweiler-Cölln aufgewachsen, wo meine Mutter heute noch lebt.“ Er wisse um die Bedeutung einer guten Infrastruktur und einer guten Gesundheitsversorgung auf dem Land. „Es braucht die finanziellen Mittel und den politischen Willen, etwas umzusetzen.“ Für beides werde er sich stark machen.

Mit Routine in den Wahlkampf

Der 47-Jährige war bereits als Kandidat für die Bundestagswahl 2013 ins Rennen geschickt worden. Obwohl die FDP damals nicht in den Bundestag einzog, sieht er diese Zeit im Nachhinein als wichtig und prägend für seine eigene politische Laufbahn. „Ich habe in dieser Zeit etliche Veranstaltungen mitgestaltet und Diskussionen geführt. Das hat mich in meinem eigenen Standpunkt gestärkt und mir die nötige Routine verschafft, die ich für diesen Wahlkampf mit Sicherheit brauchen werde.“

Vor dem Hintergrund der jüngsten Unruhen in seiner eigenen Partei wollte Kopp keine Prognosen über das Abschneiden der FDP bei der bevorstehenden Wahl abgeben. „Ich bin einfach nur froh, dass es jetzt vorbei ist mit der Ampel“, sagte er. Jetzt komme es darauf an, die Bevölkerung bei einem Neustart auch mitzunehmen.

„Mehr Freiheit, weniger Regulierung“

Als Gegenkandidat zu Kopp hatte der Kreisverband Donnersberg den 39-jährigen IT-Fachmann Christian Caspary aus Winnweiler vorgeschlagen. „Mehr Freiheit, weniger Regulierung, mehr Leistung, die sich lohnt“, waren die Losungen, die der Donnersberger Kandidat bei seiner Bewerbungsrede vortrug. Es habe in den vergangenen Wochen Verhalten und Entwicklungen in der Partei gegeben, die er nicht gut finde, sagte Caspary. „Wir haben langjährige Mitglieder verloren und ich möchte, dass jetzt wieder Klarheit hergestellt wird, wofür die Partei steht.“

Caspary ist bei einer großen Firma für Datenschutz und Cybersicherheit zuständig und hätte seinen Auftrag in der Bundespolitik schwerpunktmäßig im Bereich Digitalisierung gesehen. „Ich möchte, dass wir dahin kommen, dass man alleine mit seinem Handy, einer App und seinem Personalausweis unkompliziert und ohne Hürden eine Firma gründen kann“, skizzierte er seine Vision. Der FDP trat Caspary erst vor wenigen Monaten bei. Im Herzen sei er aber schon immer ein Liberaler gewesen, versicherte er.

Zum Ende der Versammlung appellierte der Kreisvorsitzende der FDP Donnersberg, Christian Ritzmann, an seine Parteifreunde, nach außen deutlich zu machen, dass die Inhalte und Kompetenzen der Freien Demokraten an oberster Stelle stünden. „Es geht nicht in erster Linie um den Machterhalt“, so Ritzmann. Das gelte es in den kommenden Wochen wieder glaubhaft zu vertreten.

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