Energie RHEINPFALZ Plus Artikel Erdwärme für BASF und Pfälzer Städte

Vulcan betreibt eine Lithiumextraktionsanlage in Landau.
Vulcan betreibt eine Lithiumextraktionsanlage in Landau.

Ein Geothermie-Projekt in der Vorderpfalz soll den Chemiekonzern und Haushalte in Ludwigshafen und Frankenthal mit Energie versorgen. Aus dem Untergrund will das Unternehmen Vulcan dabei auch Lithium für die Batterieproduktion gewinnen.

Der Chemiekonzern BASF, die Städte Ludwigshafen und Frankenthal, die kommunalen Energieversorger Technische Werke Ludwigshafen (TWL) und Stadtwerke Frankenthal haben am Mittwoch ein gemeinsames Erdwärme-Projekt angestoßen, das seine Endphase Anfang der 2030er-Jahre erreichen soll. Wesentlicher Partner dabei ist auch die Vulcan Energy Resources, ein Experte für Tiefengeothermie und Lithiumförderung. Das Unternehmen will bei dem Projekt erneuerbare Energie aus Erdwärme bereitstellen und zudem CO 2 -neutral Lithium für die Batterieproduktion gewinnen.

Das Thermalwasser des Oberrheingrabens weist demnach eine hohe Konzentration des Leichtmetalls auf, das vor allem zur Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus beispielsweise für Smartphones, Laptops oder Elektroautos gebraucht wird.

Wärme für 15.000 Haushalte

Die BASF möchte aus der bereitgestellten Erdwärme mittels Wärmepumpen CO 2 -frei Dampf erzeugen, ein unverzichtbarer Energieträger für die Chemieproduktion im Stammwerk. Den Angaben zufolge könnten damit in der Endstufe mehr als 40 Prozent des benötigten Dampfs am Standort erzeugt werden, was zu einer Verringerung der CO 2 -Emissionen um 800.000 Tonnen jährlich führen würde. Die Städte Ludwigshafen und Frankenthal könnten zudem mit emissionsarm erzeugter Fernwärme versorgt werden. Das Vorhaben könnte 15.000 Haushalte versorgen. Das Projekt beginnt allerdings erst. Ab Anfang 2025 soll zunächst der Untergrund in der nördlichen Vorderpfalz geologisch erkundet werden. Dann würden Erkundungsbohrungen folgen. Erst in einer dritten Phase würden großtechnische Anlagen gebaut, womit die Endstufe des Projekts nach BASF-Angaben Anfang der 2030er-Jahre erreicht würde.

„Meilenstein der Energiewende“

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP) bescheinigte dem Projekt am Mittwoch Vorbildcharakter. Es stärke die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Energieversorgung. Uwe Liebelt, Präsident Europäische Verbundstandort der BASF, sagte, das Vorhaben könne in der Endstufe ein Referenzprojekt für die Region und für Deutschland werden. Die Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen, Jutta Steinruck, sprach von einem wichtigen Meilenstein auf dem Weg der Energiewende. Das Projekt bringe den Bürgern eine wirtschaftliche und sichere Energieversorgung. Frankenthals Oberbürgermeister Nicolas Meyer bezeichnete das Vorhaben als Paradebeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Städten, Energieerzeugern und Industriepartnern. Vulcan Energy kündigte an, ein „intensiver Bürgerdialog“ werde das Projekt begleiten. Die ersten Veranstaltungen sind bereits für die kommenden Wochen geplant.

Vulcan betreibt in der Pfalz zwei Geothermieanlagen in Landau und Insheim, eine Lithiumextraktionsanlage in Landau und plant mit der südpfälzischen Stadt eine Versorgung mit Fernwärme.

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