DONNERSBERGKREIS RHEINPFALZ Plus Artikel So bewerten Google-Nutzer die Restaurants im Donnersbergkreis

Die privaten Restaurantbewerter auf Google mögen es bürgerlich-deftig – und nicht zu teuer. Das schlägt sich auch in den Rezensi
Die privaten Restaurantbewerter auf Google mögen es bürgerlich-deftig – und nicht zu teuer. Das schlägt sich auch in den Rezensionen nieder.

Wer im Donnersbergkreis als Ausflügler unterwegs ist, will auch etwas Anständiges essen. Doch wo gibt es die besten Restaurants? Oder überhaupt welche? Das ist nämlich gar nicht so einfach. Eine Google-Suche hilft weiter.

Tourismus im Donnersbergkreis – das war und ist so eine Sache für sich. Seitens der Kreisverwaltung wird schon lange versucht, den Fremdenverkehr anzukurbeln. Auch von einzelnen Kommunen gibt es immer wieder Vorstöße. Es gibt auch viele Angebote. Was aber regelmäßig kritisch zur Sprache kommt: Das gastronomische Angebot könnte ansprechender sein. Doch was heißt das eigentlich? Gibt es nicht genügend Restaurants? Fehlt es an Gourmet-Angeboten? Oder eher an gutbürgerlicher Küche? Wie erfährt man als Tourist überhaupt, wo und wie man im Donnersbergkreis essen gehen kann?

Ein niederschwelliges Angebot, das im Grunde jedem Menschen mit Internetanschluss zugänglich ist, sind die Bewertungen bei Google Maps. Private Nutzer geben hier eine Bewertung für das von ihnen besuchte Lokal ab und können dabei bis zu fünf Sterne vergeben. Genau diese Bewertungen haben wir uns einmal speziell für den Donnersbergkreis angeschaut. Eins allerdings vorab: Google überprüft diese Bewertungen nicht. Die Echtheit kann also nicht in jedem einzelnen Fall garantiert werden.

Jede Menge Restaurants – aber keins im Kreis

Die erste Überraschung lässt nicht lange auf sich warten. Wer „Restaurants Donnersbergkreis top Bewertung“ eingibt, bekommt binnen Sekunden eine Liste von Speiselokalen angezeigt – von denen kein einziges im Donnersbergkreis liegt. Erst ganz weit unten auf der Liste taucht eine Gaststätte auf, die sich tatsächlich in heimatlichen Gefilden befindet. Wie sich später herausstellen soll, hat sie aber bei weitem nicht die beste Bewertung. Bleibt also nur die gute alte Handarbeit. Mit anderen Worten: Jede einzelne Gemeinde im Donnersbergkreis, auch die kleinsten Dörfer, Weiler und Höfe, werden eine nach der anderen unter die Lupe genommen und nach dem orangefarbenen Punkt mit dem kleinen weißen Essbesteck durchforstet. Dabei wird dezidiert nur nach Speisegaststätten gesucht. Es wird also alles, was diesem Kriterium nicht entspricht, zum Beispiel Metzgereien mit heißen Theken, Cafés oder Imbiss-Bistros herausgefiltert.

Das erste größere Problem: Es existiert eine ziemliche Unwucht, was die Art und Anzahl der Bewertungen angeht. Während gerade die bekannten, eingeführten Restaurants mit einem über die Kreisgrenzen hinaus reichenden guten Ruf naturgemäß sehr viele Bewertungen haben, ist das beim kleinen Landgasthaus eine ganz andere Sache. Da gibt einerseits jemand der Dorfwirtschaft fünf Sterne, weil das Schnitzel prima geschmeckt hat, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt und die Bedienung nett war, während das Restaurant von einigem Ruf es sich andererseits gefallen lassen muss, dass da auch schon mal verhinderte Michelinstern-Tester zur Feder greifen und dann bemängeln, dass der Souffléteig nicht fluffig genug oder das Entenconfit eine Spur überwürzt war. Zudem hat der Dorfgasthof vielleicht insgesamt nur fünf Bewertungen, das erste Haus am Platz dagegen über 400.

Mit anderen Worten: Die Bewertungen sind nur bedingt miteinander vergleichbar. Beziehungsweise wer sie sich anschaut, muss das Obengenannte mitdenken. Dann aber kann die kleine Erkundungsreise durch den kulinarischen Donnersbergkreis durchaus lehrreich sein. Unterhaltsam ist sie allemal.

Eine glatte 5,0 – aber auch nur neun Bewertungen

Beginnen wir mit der Spitzenbewertung: Die 5,0 hat nur eine gastronomische Einrichtung erreicht: Das Restaurant „Zum Waldbock“ im Gemeindezentrum in Oberwiesen. Zwar haben nur neun Gäste eine Bewertung abgegeben, diese verteilten allerdings ausnahmslos die fünf Sterne. Beim Waldbock gibt es Deftiges, unter anderem Schnitzel, Rumpsteak, Pfälzer Bratwurst oder Burger. „Super Speisen – ein absoluter Geheimtipp in der Region“, schrieb ein begeisterter Rezensent vor vier Wochen, der laut seinem Profil immerhin bereits 423 Bewertungen auf Google abgegeben hat. „Alles frisch mit regionalen Produkten“, schrieb eine Besucherin vor einer Woche. „Das Personal sehr freundlich.“ Besonders empfohlen wird der Waldbock-Burger mit Süßkartoffeln – „der Knaller“, so ein Gast lapidar.

Auf Platz zwei der Google-Bewertungen mit 4,9 Sternen folgt das Gasthaus „Zur Post“ in Niedermoschel. Von insgesamt 59 Bewertungen, die in einem Zeitraum von sieben Jahren abgegeben wurden, vergaben 53 Gäste fünf und sechs Gäste vier Sterne. An diesem Beispiel zeigt sich ein weiteres Problem von Google Maps: Die Unzuverlässigkeit. Denn der Familienbetrieb in der kleinen Gemeinde am Fuße des Landsbergs hat seit 1. September geschlossen. Für immer. Auf Google aber existiert er munter weiter.

Sechs Häuser im Kreis mit 4,8 bewertet

4,8 Sterne wurden an gleich sechs Häuser im Donnersbergkreis verteilt. In alphabetischer Reihenfolge sind dies das Restaurant „Al Platano“ in Kirchheimbolanden, das „Bistrorant“ in Niederhausen, die „Burgstubb“ in Falkenstein, die „Dorfschänke“ in Morschheim, das „Grifo“ in Kerzenheim und das asiatische Restaurant „Pu-Tai“ in Rockenhausen. Geht man nach der Anzahl der Rezensionen, liegt letzteres an der Spitze: Ganze 434 Gäste haben eine Bewertung abgegeben. Einer von ihnen, der vor vier Monaten da war, weist sogar dezidiert auf Google Maps als Quelle hin: „Wir wollten spontan mal etwas anderes probieren und sind auf Google Maps zufällig auf dieses Restaurant im beschaulichen Rockenhausen gestoßen.“ Vom Essen sei er positiv überrascht worden: Es „kam schnell, war frisch und sehr lecker gewürzt“. Ein anderer Gast lobt das „geschmackvolle und authentische Essen“.

Auf 357 Rezensionen bringt es die „Burgstubb“ in Falkenstein. Mit „Burgromantik trifft Kreativ-Küche“ bewerten die Betreiber selbst ihr Lokal. „Das Burger-Mekka am Donnersberg“ schrieb eine Frau vor wenigen Tagen. Dazu lobt sie das „nette und zuvorkommende Personal“ und empfiehlt, auf jeden Fall vorher zu reservieren. „Es wird mit Liebe gekocht, gebacken und serviert“, heißt es von anderer Seite.

Auch Kerzenheim und Kibo sind in der Bewertung

324 Bewertungen wurden für das „Grifo Restaurant“ in Kerzenheim abgegeben. „Das Essen war fantastisch, sehr gut abgeschmeckt und zubereitet. Tolle kleine Karte mit einer guten und kreativen Auswahl. Der Service war ebenfalls top und sehr sympathisch! Große Empfehlung“, schreibt ein Gast, „das Essen war ausgezeichnet, die einzelnen Komponenten sämtlicher Speisen haben wunderbar zusammengepasst“ ein anderer. Er schließt: „Ich werde definitiv wiederkommen und kann das Restaurant jedem nur wärmstens empfehlen.“

Für das Al Platano in Kirchheimbolanden gibt es aktuell 91 Bewertungen. „Ich war letzte Woche das erste Mal im Al Platano und habe schon lange nicht mehr so leckeres Essen gehabt“, schrieb eine Besucherin, „reinkommen, wohlfühlen und schlemmen“, so ihr Verdikt. Auch das „tolle Ambiente“ wird viel gelobt. Auf der eigenen Website teilt das Restaurant mit, dass es sich auf Traditionelles aus der deutschen wie der italienischen Küche konzentriert. Eine besondere Spezialität sind die Pinse, eine Art Pizza mit ganz besonders bekömmlichem Teig, der dafür besonders lang gehen muss.

Preis-Leistungs-Verhältnis schlägt Sportheim-Flair

84-mal wurde das „Bistrorant“ in Niederhausen bewertet. Dort stehen Burger als Spezialität auf der Karte. „Burger war der Hammer“, schreibt denn auch ein Kunde – und lobt auch gleich die Süßkartoffelpommes und den zuvorkommenden Service. „Das einzig Schlechte am Bistrorant ist, dass ich es noch nicht früher gekannt habe“, schreibt ein anderer Gast. Weitere Besucher loben das Preis-Leistungs-Verhältnis, bedauern lediglich das „nicht unbedingt gemütliche Sportheim-Flair“.

53 Rezensionen in einem Zeitraum von sechs Jahren gab es für die „Dorfschänke“ in Morschheim, die nicht zuletzt mit ihrem Schlachtfest punkten kann. „Gemütliche traditionelle pfälzische Gaststätte im Familienbesitz“, schreibt ein Gast. „Alle Speisen werden von der Wirtin zubereitet“, und ein anderer: „Essen wie zu Hause bei Muddi“.

Weitere Bewertungen

4,7 Sterne gab es für zwölf Häuser: Die „Mühlbachstube“ in Breunigweiler, das „Bistro Clou“ in Gaugrehweiler, das „Ristorante Pazza“ in Göllheim, in Kirchheimbolanden die Restaurants „Caruso“, „Da Toni“, „Doman Sushi“, „Orangerie“ und „Vinoteca dai Romani“, das Restaurant „Landidyll“ in der Klostermühle Münchweiler, der „Blaue Löwe“ in dem zu Ransweiler gehörenden Neubau, das „Gasthaus Maurer“ in Stahlberg und die „Mühle am Schlossberg“ in Wartenberg-Rohrbach.

Was man bei der Suche nach einer Einkehrmöglichkeit unbedingt bedenken sollte: Recht viele Gasthäuser im Donnersbergkreis haben sehr eingeschränkte Öffnungszeiten.

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