Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Verschwundenes Känguru: Sichtung bei Einsiedlerhof?

Eine Zeugin will Mila am Samstagnachmittag beim Einsiedlerhof gesehen haben.
Eine Zeugin will Mila am Samstagnachmittag beim Einsiedlerhof gesehen haben.

Irrt das kleine Känguru durch Lauterer Wald und Flur? Eine Frau will Mila am Samstagnachmittag gesehen haben. Die Aussage liegt der Polizei vor. Unterdessen ist die Belohnung auf Hinweise zum Verbleib des vermissten Jungtiers, das vergangene Woche aus dem Zoo in Siegelbach verschwunden ist, auf 2500 Euro angewachsen.

Am vergangenen Mittwoch war das Albino-Känguru aus dem Siegelbacher Zoo verschwunden. Gegen 13 Uhr war einem Besucher noch ein Foto des Kleinen geglückt. Nach 18 Uhr vermissten Zoo-Mitarbeiter, die kurz vor der Schließung nach dem Rechten schauten, das weiße Tierchen. „Baby kann man es mittlerweile nicht mehr nennen“, erklärt Zoodirektor Matthias Schmitt.

Der Tierpark-Chef hält die Aussage der mutmaßlichen Augenzeugin nun keinesfalls für pure Wichtigtuerei. „Warum soll jemand so etwas ernsthaft gegenüber der Polizei behaupten?“, sieht er zumindest im konkreten Falle keinerlei Anlass, die Aussage einfach abzutun. Eine Frau habe zu Protokoll gegeben, sie habe das weiße Tier am Samstagnachmittag nach 16 Uhr beim Einsiedlerhof gesehen. Zunächst sei ihr die Erscheinung schleierhaft, die sie auf einem Radweg gehabt habe. Besagter Weg führt in der Verlängerung der Weilerbacher Straße durch den Wald in Richtung Kindsbach.

Nach der Sichtung geht die Frau zur Polizei

Die Frau habe gleich bei der Rückkehr ihrem Ehemann von der seltsamen Begegnung erzählt, der – anders als sie bis dato – von einem verschwundenen Känguru schon Wind bekommen hatte. Daraufhin hätten sich beide an die Polizei gewandt.

Genau diesen Sachverhalt bestätigte am Dienstagnachmittag auf Anfrage der RHEINPFALZ Christian Erfort von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westpfalz. Er wusste auch zu berichten, dass die Polizei einem weiteren Hinweis nachgehe. Wie vielversprechend der sei, das sei allerdings noch nicht abzusehen.

Die Anteilnahme an Milas Schicksal ist unterdessen auch weiterhin groß. Beim Zoo gehen weiter munter Facebook-Einträge und E-Mails ein – „sogar jemand aus Hamburg hat sich gemeldet“, erzählt der Zoodirektor. Guter Rat des wohlmeinenden Norddeutschen: Man müsse per Drohne aus der Luft nach dem Kleinen fahnden ...

Schmitt bedauert ein wenig, dass Mila „noch nicht gechipt“ sei. Werde das Tier entdeckt, könne der Zoo momentan nicht mal belegen, dass ihm das Bennet-Känguru gehöre. „Wir haben das bisher noch nicht machen lassen, weil dies für Tiere immer mit immensem Stress verbunden ist“, so der Zoo-Leiter. Aus demselben Grund ist auch bis heute noch nicht bekannt, ob Mila nun männlich oder weiblich ist. Auch das genaue Alter lasse sich nicht sagen. Erstmals war es Anfang Juli gelungen, ein Foto zu schießen, auf dem zu sehen ist, wie das kleine Köpfchen aus dem Beutel von Mutter Monja hervorlugt.

Die Belohnungssumme hat sich auf 2500 Euro erhöht

Inzwischen ist die Belohnung für Hinweise, die zu Milas Entdeckung führen, erhöht worden. Zunächst hatte ein Landstuhler Ehepaar 1000 Euro ausgelobt. Daraufhin haben zwei weitere Privatleute bekundet, im Erfolgsfalle gern Geld zu zahlen – einmal 1000, einmal 500 Euro. Somit hat sich die Belohnungssumme auf 2500 erhöht, wie der Polizeisprecher sowie auch der Zoodirektor bestätigten. Von einer Belohnung habe übrigens die mutmaßliche Augenzeugin nichts gewusst.

Was Schmitt allerdings verwundert: Sollte sich Mila tatsächlich an besagter Stelle herumgedrückt haben, so müsste es dem kleinen Känguru glatt gelungen sein, die Autobahn zu über- oder wohl eher zu unterqueren.

Der Zoo habe auf die mutmaßliche Begegnung mit Mila bereits umgehend reagiert: „Wir haben kleine Plakate gemacht, eingeschweißt und dort an dem Radweg aufgehängt“, sagte Schmitt. Was es mit Mila auf sich hat und dass Hinweise zu ihrem Verbleib erwünscht sind, erfahren Vorbeikommende darauf auch in englischer Sprache.

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