Alltagsmanager RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn der Mundwinkel entzündet ist

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Faulecken, medizinisch Perlèche genannt, können wehtun. Besonders häufig haben Menschen im Winter Beschwerden. Das Ganze ist meist harmlos. Doch manchmal sollte man zum Arzt gehen.

Sie haben Schmerzen beim Lachen? Sie haben Schmerzen beim Essen? Sie haben Schmerzen beim Zähneputzen? Dann könnten Sie die Hautkrankheit Perlèche haben. Keine Angst, nichts Schlimmes. Lässt sich auch gut behandeln. Ihr Arzt sollte dennoch genau hinschauen, wenn sich trotz Behandlung nichts bessert. Denn hinter der Entzündung kann eine schwere Krankheit stecken.

Vor allem in den Wintermonaten kommen immer wieder Menschen in die Apotheken, die über aufgerissene Mundwinkel klagen. Ein Grund für die Probleme: Die Haut trocknet bei besonders kalter Luft leicht aus. Das Gewebe wird spröde – und kann reißen. Viele reagieren auf den Schmerz mit einem Reflex: Sie lecken ihre Mundwinkel ab. Das macht die Sache aber nur noch schlimmer.

In der trockenen Haut bilden sich Risse. Im Fachjargon werden die Verletzungen Rhagaden genannt. Sie tun besonders weh, wenn Betroffene etwa einen mit Essig angemachten Salat essen oder in einen Apfel beißen – die Säure macht sich rasch schmerzlich bemerkbar.

Infektion, mechanischer Reiz, Stoffwechselstörung

Eine Perlèche kann ganz verschiedene Ursachen haben, wie es in der Fachliteratur heißt. Demnach gibt es drei Hauptgründe für entzündete Mundwinkel: eine Infektion, mechanische Reize und Stoffwechselstörungen. Weil Mundwinkel häufig feucht sind, lassen sich Bakterien, Viren und Pilze dort besonders gerne nieder.

Das Problem wird verschärft, wenn der Speichelfluss das Normalmaß übersteigt, sich das Sekret in den Mundwinkeln ablagert. Schlecht sitzende Zahnprothese etwa begünstigen die Produktion von Speichel. Aber auch Parkinson-Patienten leiden wegen des vermehrten Speichelflusses häufig unter aufgerissenen Mundwinkeln.

Faulecken können also auch Indiz sein für schwere Erkrankungen: Sind eingerissene Mundwinkel etwa die Ursache für eine Neurodermitis? Oder steckt möglicherweise Diabetes mellitus dahinter, also die Zuckerkrankheit?

Eisen- oder Vitaminmangel

Nicht unbedingt. Es kann sich auch einfach um einen Eisen- oder Vitamin-B2-Mangel handeln. Dieses Defizit lässt sich in leichten Fällen durch viel Milch, Eier, Getreide oder Leber beheben.

Weil Perlèche derart viele Ursachen haben kann, sollten Apotheker den über ihre eingerissenen Mundwinkel klagenden Kunden den Gang zum Arzt allerdings dann empfehlen, wenn die Entzündung nach einem ersten Behandlungsversuch nicht abklingen mag.

Zuvor ist aber ein erster Schritt, die entzündeten Mundwinkel trockenzulegen. Betroffene sollten regelmäßig die eingerissenen Stellen mit einem sauberen Tuch sorgfältig abtupfen. Reiben, kratzen und das Lippenlecken sind tabu. Auch eine gründliche Mundhygiene ist wichtig, betonen Experten.

Eincremen hilft

Zudem sollten die Mundwinkel immer wieder eingecremt werden – mit Zinksalbe, Vaseline oder Balsam. Auch durch das Betupfen mit verdünnter Salbeilösung lassen sich die wunden Stellen behandeln. Handelt es sich um einen Pilzbefall, helfen spezielle Pasten. Bei einer bakteriellen Infektion, etwa mit Streptokokken, werden lokale Antibiotika eingesetzt. Die Grundregel lautet aber immer: trocken halten und pflegen.

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