WISSEN RHEINPFALZ Plus Artikel Sternenhimmel September: Blutmond beflügelt Fantasie

Ein blutroter Vollmond steht am Nachthimmel.
Ein blutroter Vollmond steht am Nachthimmel.

Auch ohne technische Hilfsmittel ist am 7. September ein seltenes Schauspiel am Abendhimmel zu verfolgen. Der Mond wird ganz in rotes Licht getaucht.

Der Mond benötigt rund 27 Tage und acht Stunden, um die Erde einmal zu umrunden. Womit unser einziger natürlicher Satellit im Schnitt alle vier Wochen von der Erde aus gesehen der Sonne gegenübersteht, die ihn dann in dessen ganzer Größe anstrahlt. Kurz: Es ist Vollmond. Weitaus weniger häufig kommt es jedoch vor, dass die Erde sich während eines Vollmonds exakt zwischen Sonne und Mond befindet. Am Abend des 7. September ist es wieder so weit: Eine totale Mondfinsternis tritt ein.

Anders als bei einer totalen Sonnenfinsternis, bei der sich der Mond genau zwischen Erde und Sonne schiebt, „verschwindet“ unser Trabant nicht einfach für einige Zeit. Den Mond trifft in der Phase noch immer das Licht der Sonne, jedoch nicht direkt, sondern durch die Atmosphäre der Erde gefiltert. Weil die Luft blaues Licht überwiegend absorbiert, erreicht den Mond vor allem rotes Licht. Womit unser Trabant eben nicht wie sonst bei Vollmond in hellgrau am Himmel steht, sondern sich für unsere Augen mehr oder weniger tiefrot präsentiert. In anderen Worten: Wir haben einen Blutmond.

Wer am Sonntagabend des 7. September nicht hoch hinaus kommt, ob er sich nun per Fluggerät in die Luft erhebt oder auf dem Landweg einen Gipfel erklimmt, der muss auf einen wolkenlosen Himmel hoffen. Denn klar ist: Wolken können einem die Sicht auf das Schauspiel am Firmament verwehren. Hat man einen unverstellten Blick auf den Blutmond, lohnt sich auch der Griff zu einem Fernglas oder ähnlichem optischen Instrument sowie zur Kamera. In Ludwigshafen geht der Mond am 7. September um 19.53 Uhr auf, die maximale Verdunkelung (Rotfärbung) tritt gegen 20.10 Uhr auf, bevor die totale Mondfinsternis um 20.52 Uhr endet.

Im Altertum galt ein roter Vollmond bei vielen Menschen als Unheilsbote. So glaubte man, er kündige einen Krieg an oder eine Naturkatastrophe wie etwa ein bevorstehender Vulkanausbruch. Heute gelten solche Annahmen freilich als Aberglaube. Doch eines lässt sich an der Art der Färbung des Mondes bei der seltenen Konstellation tatsächlich erkennen, nämlich wie sauber beziehungsweise wie verunreinigt die Erdatmosphäre ist. Falls sich viel Staub oder Asche in der Luft befindet, etwa nach einem Vulkanausbruch oder nach Waldbränden, fällt die Rotfärbung eher schwach aus. Im schlechtesten Fall stünde der Mond gar nicht rötlich, sondern mehr oder weniger mausgrau am Himmel.

Kurz nach dem – hoffentlich in der Pfalz gut sichtbaren – Blutmond ist ab 21.30 Uhr die Mehrzahl der Sternbilder am Firmament zu erkennen. Der Stern Wega steht hoch über uns am Himmel und bildet bald darauf zusammen mit Atair und Deneb das Sommerdreieck.

Wer ein gutes optisches Instrument hat, der kann den Saturn in den Blick nehmen. Der Gasplanet steht am 21. September in Opposition zur Sonne. Er geht dann abends am Himmel auf, um Mitternacht steht er im Süden und geht morgens unter. In diesen Tagen lohnt besonders die Beobachtung des Saturnrings und der Monde des Planeten.

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