Wissen RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Wie die Krabbenspinne Beute macht

Die Veränderliche Krabbenspinne kann ihre Farbe wechseln.
Die Veränderliche Krabbenspinne kann ihre Farbe wechseln.

ar nicht leicht ist die Krabbenspinne zu entdecken: Mit ihrer Farbe hat sie sich an die Blüten angepasst. Das bringt ihr gleich zwei Vorteile.

Gelb leuchten am sonnigen Wegrand die Blütenkörbchen des Rainfarns. Fast die gleiche Farbe hat die Spinne, die dort sitzt. Sie ist etwa einen Zentimeter groß und bewegt sich kaum: Die Jägerin lauert auf Beute. Den Rainfarn hat sie sich ausgesucht, weil er mit Nektar und Pollen viele Insekten anlockt. Jetzt im Sommer kannst du an manchen Wegrändern die blütenreiche Pflanze mit farnähnlichen Blättern sehen.

Aus gutem Grund will die Krabbenspinne nicht entdeckt werden. Um Blütenbesucher wie Bienen oder Falter zu erbeuten, baut sie nicht wie andere Spinnen ein Netz. Statt dessen macht sie sich beinahe unsichtbar. Zwischen Weiß, Gelb und Grünlich kann sie ihre Körperfarbe ändern, um gut getarnt zu sein. Deswegen lautet ihr genauer Name „Veränderliche Krabbenspinne“.

Starke Vorderbeine

Aber woher kommt die Bezeichnung „Krabbenspinne“? Das wird klar, wenn du ihre zwei vorderen Beinpaare betrachtest: Die sind länger als die hinteren Beinpaare. Oft legt die Krabbenspinne auf jeder Seite die abgespreizten Vorderbeine so aneinander, dass sie aussehen wie die starken Scheren einer Krabbe.

Sobald ein Insekt nah bei ihr landet, ergreift die Spinne es mit ihren kräftigen Vorderbeinen und beißt zu. Das schafft sie sogar bei Beutetieren, die größer sind als sie selbst. Selbst vor Insekten, die sich mit einem Stachel verteidigen können, weicht sie nicht zurück. Unten am Spinnenkopf befinden sich zwei Fortsätze. Daran sitzen die Klauen, aus denen das Spinnengift austritt. Für Menschen bedeutet dies aber keine Gefahr.

Veränderliche Weibchen

Wenn sich die Krabbenspinne wie auf unserem Foto von Weiß zu Gelb färbt, dann lagert sie in der äußeren Schicht der Hautzellen gelben Farbstoff ab. Verändert sie sich zurück nach Weiß, wird der Farbstoff ins Körperinnere befördert und schließlich ausgeschieden. Für solche Farbwechsel braucht das Tier ein paar Tage.

Natürlich tarnt sich die Spinne damit auch vor Fressfeinden. Aber nur die Weibchen können ihre Körperfarbe ändern. Männliche Krabbenspinnen sind außerdem viel kleiner: Sie werden nur knapp halb so groß wie die Weibchen. Auch bei dieser Art muss sich der Spinnenmann vor seiner Artgenossin in Acht nehmen. Lebensgefährlich wird es für ihn bei der Paarung – da kann er leicht als Beute enden.

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