WISSEN RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Gitterspanner mit zartem Netz

Diesen kleinen Falter kann man dank seines Flügelmusters kaum verwechseln.
Diesen kleinen Falter kann man dank seines Flügelmusters kaum verwechseln.

Ein kleiner Falter flattert herbei und lässt sich im Gras nieder. Solange er dort sitzen bleibt, kann ich ihn gut betrachten. Auffallend ist das Muster seiner Flügel.

Daran erkennt Insektenexperte Manfred Niehuis sofort die Art: „Das ist ein Gitterspanner“, sagt er. Ein passender Name: Die hellen Flügel haben eine dunkle Zeichnung aus vielen gekreuzten Bändern. Das erinnert tatsächlich an ein Gitter oder an ein Netz aus lauter Maschen.

Am Rand tragen die vier Flügel kurze Fransen. Auch sie sind hell und dunkel gefärbt. Wenn der Schmetterling wie auf unserem Foto seine zarten Flügel ausbreitet, dann misst ihre Spannweite etwa zweieinhalb Zentimeter. Der Falter ist also ziemlich klein und wird deswegen oft übersehen. Glück gehabt, dass er mir über den Weg geflogen ist!

Spannende Fortbewegung

Aber warum heißt er im zweiten Namensteil „Spanner“? Der Grund dafür ist die Art und Weise, wie sich seine Raupe fortbewegt. Sie hat nicht wie die Larven der meisten Schmetterlingsarten vier Paare von Bauchfüßen, sondern nur eines. Also krabbelt sie nicht, sondern bewegt sich mit Hilfe der vorderen und hinteren Beinpaare vorwärts.

„Mit den drei Brustbeinpaaren klammert sie sich fest und zieht den Hinterleib bis zur Brust. Dabei biegt sich der mittlere Körper hoch und sieht dann aus wie eine Schlinge oder ein Hufeisen“, erklärt Niehuis. Während sich die Raupe nun mit den Hinterbeinen am Untergrund festhält, streckt sie sich nach vorne aus. Dieses suchende Strecken nennt man auch „Spannen“.

Fressen am Klee

Spannend sieht das tatsächlich aus. Und wovon ernähren sich die Raupen des Gitterspanners? Du kannst sie vor allem dort finden, wo Klee wächst. Experte Niehuis nennt als Nahrungspflanzen zum Beispiel Hornklee, Luzerne und Steinklee. Deswegen heißt der Falter auch „Kleespanner“ oder „Klee-Gitterspanner“.

Übrigens gehört er wie alle Arten aus der Familie der Spanner zu den Nachtfaltern. Von denen fliegen die meisten tatsächlich bei Dunkelheit. „Aber wir kennen bei uns auch etliche Nachtfalter, die tagsüber und nachts unterwegs sind“, sagt Niehuis. Der hübsche Gitterspanner gehört dazu. Wo im Frühling und Sommer auf den Wiesen der Klee blüht, da kannst du ihn finden.

x