Special Olympics
Sechstägiges Festival des Sports, der Begegnung und der Inklusion im Saarland
Die Special Olympics sind die größte Multisportveranstaltung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in Deutschland. Seit Monaten rüstet sich das gesamte Saarland für das Großereignis, in dessen Mittelpunkt das Saarbrücker Ludwigsparkstadion steht, das aber an rund einem Dutzend barrierefreien Sportstätten im gesamten Bundesland ausgetragen wird; darunter Homburg, Neunkirchen und St. Wendel. Und wie bei Olympia gibt es eine Eröffnungs- und eine Schlussfeier für die Athleten.
Die Athleten messen sich in verschiedenen Klassifizierungen nach Grad der Behinderung in 27 Sportarten – von Badminton und Basketball über Fußball und Handball bis hin zu Leichtathletik, Schwimmen und Voltigieren. Selbst Segeln steht auf dem Programm, ausgetragen auf dem Bostalsee bei Nohfelden.
Ältester Rheinland-Pfälzer ist 84 Jahre alt
Unter den mehr als 4000 Sportlerinnen und Sportlern werden rund 270 aus Rheinland-Pfalz sein. Die jüngsten sind gerade einmal zwölf Jahre alt, der älteste zählt 84 Lenze und tritt im Tischtennis an. Eine der Vorzeigeathletinnen ist die 37-jährige Janine Metz. Die Frau mit Downsyndrom hat bereits auf den verschiedensten Wettkampfebenen Medaillen gewonnen. Doch die Gemeinsamkeit ist ihr viel wichtiger als der Erfolg in Form von Edelmetall: „Wenn es was gibt, ist es schön. Sonst war man eben dabei.“ Klar gebe es Konkurrenz, aber sie stehe nicht im Vordergrund: „Einer kann mit den anderen.“
Zusätzlich zu den Wettbewerben gibt es während der Veranstaltungswoche Mitmachstationen für ein sogenanntes wettbewerbsfreies Angebot, bei dem die Veranstalter mit rund 2500 Teilnehmern rechnen. Rund 100.000 Besucher werden erwartet, die allesamt keinen Eintritt zu den Wettbewerben zahlen müssen. Zusätzlich gibt es unter anderem ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm sowie ein Gesundheitsprojekt an mehreren Orten im Saarland.
Vergleichsweise spät als Verband gegründet
Special Olympics Deutschland wurde 1991 gegründet, als eine der letzten nationalen Organisationen in der Special-Olympics-Bewegung. Bis dahin war in beiden deutschen Staaten der sportlichen Betätigung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung nur ein geringer Stellenwert eingeräumt worden. Das hat sich seither gehörig geändert. Special Olympics Deutschland ist seit 2007 Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund und dort seit 2018 einer der Spitzensportverbände.
In der Satzung von Special Olympics Deutschland steht als wesentliches Ziel der Organisation: „Zweck des Vereins ist es, in der Bundesrepublik Deutschland Möglichkeiten sportlicher Betätigung für Menschen mit geistiger Behinderung auf der Basis deutscher Entwicklungen und der Idee und Philosophie der Special Olympics Bewegung zu schaffen, durch Bewegung, Spiel und Sport Hilfen zur Persönlichkeitsentwicklung von Menschen mit geistiger Behinderung zu geben und zu ihrer Inklusion auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention in die Gesellschaft beizutragen.“
Seit 1998 richtet der Verband regelmäßig nationale Spiele aus – seit 2018 im Zwei-Jahres-Turnus mit dem Wechsel zwischen Sommer- und Winterspielen. Die Veranstaltung im Saarland ist die 20. ihrer Art. Höhepunkt war die Ausrichtung der Weltspiele 2023 in Berlin, an denen 6500 Athleten aus aller Welt teilnahmen.
Infos
Alle Sportstätten und Zeitpläne der Wettbewerb sind zu finden auf der Seite www.saarland2026.specialolympics.de/sport