Wissen Nils erklärt: Die Blindschleiche ist keine Schlange
Vorsicht! Da liegt eine Blindschleiche mitten auf dem Weg. Längere Zeit bleibt sie hier liegen, um sich aufzuwärmen. Denn Wege und Straßen heizen sich über Tag auf. Leider sterben aber viele Blindschleichen durch Autos und Zweiräder. Erst recht, weil sie auf glattem Untergrund nicht flink genug wegkriechen können.
Die Blindschleiche wird oft für eine Schlange gehalten. Ihr langer, schlangenförmiger Körper hat tatsächlich keine Beine. Trotzdem gehört sie zu den Eidechsen. Ihre Vorfahren, die vor sehr langer Zeit gelebt haben, bewegten sich noch auf vier Beinen. Das weiß man, weil sich am Skelett heutiger Tiere kleine Reste von Schulter- und Beckenknochen befinden.
Riechen mit der Zunge
Wie die Schlangen strecken Blindschleichen ihre Zunge vor und bewegen sie schnell hin und her. Mit diesem Züngeln nehmen sie Gerüche auf. Aber anders als die Schlangen müssen sie dabei etwas ihre Kiefer öffnen. Blindschleichen haben nämlich keine Lücke in der Oberlippe. Und schau dem Tier mal in die Augen: Es kann die Lider schließen. Nicht so die Schlangen: Sie blinzeln nie, weil ihre Augen von einer starren, durchsichtigen Schuppe geschützt werden.
Natürlich kann die Blindschleiche auch sehen. Aber warum hat sie dann das Wort „blind“ in ihrem Namen? Der Wortteil kommt von dem sehr alten Wort „plint“ für „blendend“, weil die Schuppen der Tiere so schön glänzen. Sie schimmern ganz wie braune, graue und kupferfarbene Seide.
Eine Freude für jeden Garten
Wer Blindschleichen in seinem Garten hat, kann sich freuen. Auch, weil Nacktschnecken zu ihrer Hauptbeute gehören. Also bringt man besser kein Schneckenkorn oder anderes Gift aus. Oft wirst du die beinlosen Eidechsen aber nicht zu sehen bekommen, weil sie eher verborgen leben.
Zu ihrem Lebensraum gehören Hecken, Totholz, Steinhaufen und Trockenmauern mit offenen Spalten. Als Unterschlupf nutzen sie auch Laub-, Kompost- und Holzhaufen oder Hohlräume unter Baumwurzeln. Sich zu verstecken, ist für sie wichtig, denn Blindschleichen haben viele Fressfeinde. Aber sie brauchen auch trockene, freie Sonnenplätze. Gern wärmen sie sich auf Steinen oder Altholz. Das ist auf jeden Fall sicherer als auf Wegen und Straßen.